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Funktionen für die Matura

Funktionen beschreiben, wie eine Größe von einer anderen abhängt. Für die Mathe-Matura musst du Darstellungen verbinden, Parameter deuten und passende Modelle auswählen können.

Was ist eine Funktion?

Eine Funktion ordnet jedem zulässigen Wert x genau einen Funktionswert f(x) zu. Du kannst sie als Formel, Wertetabelle, Graph oder Textbeschreibung erhalten. In Prüfungsaufgaben ist gerade der Wechsel zwischen diesen Darstellungen wichtig.

Merke: Eine Nullstelle erfüllt f(x) = 0. Der y-Achsenabschnitt ist f(0). Steigen die Funktionswerte, ist die Funktion im betrachteten Bereich monoton steigend.

Die wichtigsten Funktionstypen

TypGrundformTypische Bedeutung
Linearf(x) = k · x + dKonstante Änderung; k ist die Steigung
Quadratischf(x) = a · x² + b · x + cParabel mit Hoch- oder Tiefpunkt
Polynomf(x) = aₙxⁿ + … + a₀Flexible Modelle mit mehreren Extremstellen
Potenzf(x) = a · xʳProportionalitäten und Skalengesetze
Exponentiellf(x) = a · bˣGleicher prozentueller Zu- oder Abnahmefaktor

Bei linearen Funktionen kommt in gleichen Schritten immer derselbe absolute Betrag hinzu. Bei Exponentialfunktionen wird in gleichen Schritten immer mit demselben Faktor multipliziert. Diese Unterscheidung ist eine häufige Prüfungsfrage.

Lineare Funktionen

In f(x) = kx + d ist k die Änderung von f(x) pro zusätzlicher x-Einheit und d der Anfangswert bei x = 0. Aus zwei Punkten erhältst du k = (y₂ − y₁)/(x₂ − x₁). Einheiten gehören zur Deutung: Aus „Euro pro Stunde“ wird nicht bloß eine einheitenlose Steigung.

Quadratische und polynomiale Funktionen

Quadratische Funktionen besitzen eine Symmetrieachse und – abhängig vom Vorzeichen des Leitkoeffizienten – einen Hoch- oder Tiefpunkt. Bei allgemeinen Polynomfunktionen liefern Nullstellen, Ableitungen und das Verhalten für große Beträge von x ein vollständiges Bild des Graphen. Mehr dazu steht auf der Seite Differentialrechnung.

Potenzfunktionen

Bei f(x) = a · xʳ entscheidet der Exponent über Definitionsbereich und Form. Verdoppelt man x, wird der Funktionswert mit 2ʳ multipliziert. Diese Skalierungsregel hilft, Sachmodelle zu prüfen, ohne jeden Wert einzeln auszurechnen.

Exponentielle Modelle: Wachstum und Zerfall

Ein Modell N(t) = N₀ · aᵗ ist passend, wenn sich ein Bestand in gleichen Zeitabständen um denselben Prozentsatz ändert. Mit einer kontinuierlichen Rate wird häufig N(t) = N₀ · ekt verwendet. Für a > 1 beziehungsweise k > 0 liegt Wachstum vor; Werte zwischen 0 und 1 beziehungsweise ein negatives k beschreiben Zerfall.

Eigenes Beispiel: Eine Kultur startet mit 800 Zellen und wächst stündlich um 12 %.

N(t) = 800 · 1,12ᵗ

Nach 6 Stunden sind es N(6) ≈ 1579 Zellen. Für die Verdopplungszeit löst man 1,12ᵗ = 2 und erhält t = ln(2)/ln(1,12) ≈ 6,12 Stunden.

Beschränktes und logistisches Wachstum

Ein reales Wachstum kann sich einer Grenze annähern. Beim beschränkten Modell nimmt die Differenz zur Sättigungsgrenze exponentiell ab; beim logistischen Modell wächst der Bestand zunächst schneller und später langsamer. Prüfe deshalb nicht nur eine Formel, sondern auch Anfangswert, Grenzwert und die Bedeutung ihrer Parameter.

Folgen, Reihen und Logarithmen

Eine arithmetische Folge hat eine konstante Differenz, eine geometrische Folge einen konstanten Quotienten. Das sind die diskreten Gegenstücke zu linearen und exponentiellen Modellen. Eine Reihe addiert Folgenglieder; ob sie im eigenen Prüfungsweg verlangt wird, hängt bei BHS und BRP vom Kompetenzcluster ab.

Logarithmen als Umkehrung

Der Logarithmus beantwortet die Frage nach einem Exponenten: logb(y) = x bedeutet bˣ = y. Es gelten unter anderem ln(ab) = ln(a) + ln(b) und ln(aʳ) = r · ln(a). Die Summenregel ln(a + b) = ln(a) + ln(b) existiert dagegen nicht.

Bei logarithmischen Skalen steht ein gleicher Abstand für denselben Faktor statt für dieselbe Differenz. Solche Darstellungen sind eine schulformspezifische Vertiefung und müssen immer über Achsenbeschriftung und Einheit gelesen werden.

Durchgerechnetes Beispiel

Ein Taxi verlangt eine Grundgebühr von 4 Euro und zusätzlich 2,40 Euro pro gefahrenem Kilometer.

Funktionsgleichung:

K(x) = 2,40 · x + 4

Die Steigung 2,40 ist der Preis pro Kilometer. Der y-Achsenabschnitt 4 ist die Grundgebühr. Für 12 km gilt:

K(12) = 2,40 · 12 + 4 = 32,80 €

Umgekehrt kostet eine Fahrt mit 25 Euro:

25 = 2,40 · x + 4 ⇒ x = 8,75 km

Typische Aufgaben in der Mathematik-Matura

Häufiger Fehler: Ein Wachstumsfaktor von 1,03 bedeutet eine Zunahme um 3 %, nicht um 103 %. Bei einer Abnahme um 3 % lautet der Faktor 0,97.

Österreichischer Prüfungsbezug: Funktionale Abhängigkeiten gehören zum AHS-Grundkompetenzbereich und zum gemeinsamen Kern der Angewandten Mathematik. Einzelne Modelltypen und logarithmische Darstellungen können bei BHS und BRP je nach Cluster unterschiedlich gewichtet sein. Verbindlich ist der aktuelle Kompetenzkatalog des eigenen Prüfungswegs.

Funktionen selbst üben

In Pi Mal Daumen findest du Lernpfade zu linearen, polynomialen und exponentiellen Funktionen sowie echte Matura-Aufgaben mit Lösungsweg.