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Wachstums- und Abnahmeprozesse · Seite 12
Abklingfunktion
Bedeutung
Eine Abklingfunktion beschreibt eine beschränkte Abnahme: Ein Bestand startet oberhalb eines Grenzwerts S und sein Abstand zu S wird in gleichen Zeitabständen mit einem festen Faktor kleiner. Die Darstellungen mit aᵗ und e^(−λt) sind bei derselben Zeiteinheit genau dann gleichwertig, wenn λ = −ln(a) gilt.
Formel
N(t) = S + b · aᵗ = S + b · e^(−λt); b = N₀ − S > 0; 0 < a < 1; λ = −ln(a) > 0
Größen und Zeichen
N(t)
Bestand zum Zeitpunkt t
S
unterer Grenzwert
b
positiver Anfangsabstand N₀ − S
a
Abklingfaktor je Zeiteinheit
λ
zu a gehörende positive Abklingkonstante mit λ = −ln(a) (1/Zeiteinheit)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme den Grenzwert S und den Anfangswert N₀ und berechne den positiven Abstand b = N₀ − S.
Ermittle den Faktor a aus der Angabe und prüfe, dass er zwischen 0 und 1 liegt.
Setze die Zeit t ein und kontrolliere, dass N(t) oberhalb von S liegt und sich S nähert.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Körper kühlt von 80 °C gegen 20 °C ab; der Temperaturabstand halbiert sich stündlich. Daher ist N(t) = 20 + 60 · 0,5ᵗ und N(3) = 20 + 60 · 0,125 = 27,5 °C.
Die Ableitung beschreibt die momentane Änderungsrate einer Funktion und geometrisch die Steigung ihrer Tangente. Die Ableitung kann selbst wieder eine Funktion sein; ihr Vorzeichen zeigt, ob die Ausgangsfunktion lokal steigt oder fällt.
Formel
f′(x) = lim(h→0) [f(x + h) − f(x)]/h
Größen und Zeichen
f
zu untersuchende Funktion
f′
Ableitungsfunktion
x
betrachtete Stelle
h
kleine Änderung der unabhängigen Variable
Vorgehen bei der Matura
Bestimme anhand des Funktionstyps und der Verknüpfungen die benötigten Ableitungsregeln.
Leite die Funktion sorgfältig ab und vereinfache die erhaltene Ableitungsfunktion.
Setze bei Bedarf die geforderte Stelle ein und interpretiere Wert, Vorzeichen und Einheit.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für f(x) = x³ − 2x ist f′(x) = 3x² − 2. An der Stelle x = 2 gilt f′(2) = 3 · 4 − 2 = 10; die Tangente besitzt dort die Steigung 10.
Die Ableitungsfunktion f′ ordnet jeder differenzierbaren Stelle x die dortige Tangentensteigung zu. Sie beschreibt also nicht nur eine einzelne Rate, sondern den gesamten Verlauf der lokalen Änderungen. Nullstellen von f′ sind Kandidaten für Extremstellen der Ausgangsfunktion.
Formel
f′: x ↦ f′(x)
Größen und Zeichen
f
Ausgangsfunktion
f′
Funktion der lokalen Änderungsraten
x
Stelle im Definitionsbereich
Vorgehen bei der Matura
Leite den Funktionsterm für eine allgemeine Stelle x ab, ohne sofort einen Zahlenwert einzusetzen.
Bestimme den sinnvollen Definitionsbereich der Ableitungsfunktion und vereinfache den Term.
Nutze f′(x) anschließend für Steigungen, Änderungsraten oder die Untersuchung von Extremstellen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für die Wegfunktion s(t) = 2t² + 3t in Metern lautet die Ableitungsfunktion v(t) = s′(t) = 4t + 3. Damit sind v(1) = 7 m/s und v(4) = 19 m/s zwei Werte derselben Geschwindigkeitsfunktion.
Ableitungsregeln zerlegen zusammengesetzte Funktionsterme in beherrschbare Teile. Summen- und Faktorregel behandeln lineare Verknüpfungen, Produkt- und Quotientenregel die entsprechenden Operationen und die Kettenregel eine äußere Funktion mit innerem Term. Mehrere Regeln können in derselben Aufgabe nötig sein.
Die absolute Änderung gibt an, um wie viele Einheiten sich ein Funktionswert zwischen zwei Stellen verändert. Sie ist positiv bei einer Zunahme, negativ bei einer Abnahme und besitzt dieselbe Einheit wie die betrachtete Größe.
Formel
Δf = f(b) − f(a)
Größen und Zeichen
f(a)
Anfangswert an der Stelle a
f(b)
Endwert an der Stelle b
Δf
absolute Änderung vom Anfang zum Ende
Vorgehen bei der Matura
Bestimme aus Text, Tabelle oder Funktion zuerst den Anfangswert f(a) und den Endwert f(b).
Subtrahiere in der Reihenfolge Endwert minus Anfangswert und behalte das Vorzeichen bei.
Gib das Ergebnis mit der Einheit der Ausgangsgröße an und deute Zunahme oder Abnahme.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Die Temperatur steigt von 12 °C auf 18 °C. Damit ist ΔT = 18 °C − 12 °C = 6 °C; die absolute Änderung beträgt also +6 °C.
Die absolute Häufigkeit gibt an, wie oft eine bestimmte Merkmalsausprägung in einer Stichprobe tatsächlich vorkommt. Sie ist eine ganze Zahl zwischen 0 und dem Stichprobenumfang n. Mehrere absolute Häufigkeiten ergeben zusammen n, wenn die Kategorien alle Beobachtungen vollständig und überschneidungsfrei erfassen.
Formel
Hᵢ = Anzahl der Beobachtungen mit Ausprägung i
Größen und Zeichen
Hᵢ
absolute Häufigkeit der Ausprägung i
n
Gesamtzahl der Beobachtungen
Vorgehen bei der Matura
Lege eindeutig fest, welche Ausprägung oder Klasse gezählt werden soll.
Zähle alle passenden Beobachtungen genau einmal und notiere die Anzahl Hᵢ.
Kontrolliere bei einer vollständigen Häufigkeitstabelle, ob die Summe aller Hᵢ gleich n ist.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
In einer Klasse mit 25 Lernenden kommen 7 mit dem Fahrrad. Für die Ausprägung „Fahrrad“ ist daher H_Fahrrad = 7. Werden alle Verkehrsmittel erfasst, müssen deren absolute Häufigkeiten zusammen 25 ergeben.
Ähnliche Figuren haben dieselbe Form, aber nicht zwingend dieselbe Größe. Entsprechende Winkel sind gleich groß und entsprechende Längen stehen im konstanten Verhältnis k. Flächeninhalte verändern sich mit k².
Formel
a′/a = b′/b = k; A′/A = k²
Größen und Zeichen
a, b
Längen der ursprünglichen Figur
a′, b′
entsprechende Längen der ähnlichen Figur
k
Ähnlichkeitsfaktor
Vorgehen bei der Matura
Ordne einander entsprechende Seiten und Winkel richtig zu.
Bestimme den Ähnlichkeitsfaktor aus einem bekannten Seitenpaar.
Multipliziere Längen mit k beziehungsweise Flächen mit k².
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Plan ist im Maßstab 1 : 50 gezeichnet. Eine Länge von 6 cm im Plan entspricht 6 · 50 cm = 300 cm = 3 m in Wirklichkeit.
Die allgemeine Geradengleichung ax + by = c beschreibt eine Gerade in der Ebene durch eine lineare Bedingung für ihre Punkte. Der Vektor (a | b) ist ein Normalvektor; deshalb funktioniert diese Form auch für vertikale Geraden, die keine endliche Steigung besitzen.
Formel
g: a · x + b · y = c mit (a | b) ≠ (0 | 0)
Größen und Zeichen
a, b
Komponenten eines Normalvektors der Geraden
c
Konstante der Geradengleichung
x, y
Koordinaten eines Geradenpunkts
Vorgehen bei der Matura
Setze bei einer Punktprobe die Koordinaten für x und y in die linke Seite ein.
Vergleiche den berechneten Wert mit c; Gleichheit bedeutet, dass der Punkt auf der Geraden liegt.
Für eine Umformung nach y löse nach y auf, sofern b nicht null ist, und lies Steigung sowie Achsenabschnitt ab.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für g: 2x + 3y = 12 gilt beim Punkt P = (3 | 2): 2 · 3 + 3 · 2 = 12. P liegt daher auf g; nach y aufgelöst erhält man y = −(2/3)x + 4.
Ein allgemeines Dreieck besitzt keine vorausgesetzte Gleichheit von Seiten oder Winkeln. Seine Innenwinkel ergeben zusammen 180°. Je nach bekannten Größen werden Höhenformel, Sinussatz, Cosinussatz oder trigonometrische Flächenformel eingesetzt.
Formel
α + β + γ = 180°; A = a · hₐ / 2
Größen und Zeichen
a, b, c
Seitenlängen gegenüber α, β und γ (Längeneinheit)
α, β, γ
Innenwinkel (Grad)
hₐ
Höhe auf die Seite a (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Beschrifte Seiten und gegenüberliegende Winkel eindeutig.
Nutze die Winkelsumme und wähle danach eine Formel, die nur eine unbekannte Größe enthält.
Berechne die gesuchte Größe und prüfe Winkelbereich sowie Dreiecksungleichung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
In einem Dreieck sind α = 52° und β = 68° gegeben. Daher ist γ = 180° − 52° − 68° = 60°. Alle Winkel sind positiv und ergeben zusammen 180°.
In einem allgemeinen Dreieck sind weder ein rechter Winkel noch gleich lange Seiten vorausgesetzt. Seiten und Gegenwinkel werden paarweise mit a gegenüber α, b gegenüber β und c gegenüber γ bezeichnet. Für Berechnungen stehen Winkelsumme, Sinussatz, Cosinussatz und trigonometrische Flächenformel zur Verfügung.
Formel
α + β + γ = 180°
Größen und Zeichen
a, b, c
Seiten gegenüber α, β und γ (Längeneinheit)
α, β, γ
Innenwinkel (Grad)
Vorgehen bei der Matura
Beschrifte jede Seite zusammen mit ihrem Gegenwinkel.
Ergänze nötigenfalls einen fehlenden Winkel mit der Winkelsumme.
Wähle anhand der gegebenen Größen Sinus- oder Cosinussatz beziehungsweise die Flächenformel.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Gegeben sind α = 48° und β = 67°. Der dritte Winkel ist γ = 180° − 48° − 67° = 65°. Damit ist die vollständige Winkelzuordnung bekannt.
Die Amplitude A ist die maximale Auslenkung einer Schwingung von ihrer Mittellage. Sie ist immer nichtnegativ und entspricht der halben Differenz aus Maximum und Minimum. Bei A · sin oder A · cos streckt sie den Graphen in vertikaler Richtung.
Formel
A = (y_max − y_min) / 2; d = (y_max + y_min) / 2
Größen und Zeichen
A
Amplitude beziehungsweise maximale Auslenkung (Einheit der Funktionswerte)
d
Mittellage (Einheit der Funktionswerte)
y_max, y_min
größter und kleinster Funktionswert
Vorgehen bei der Matura
Lies Maximum und Minimum aus Graph oder Angabe ab.
Subtrahiere y_min von y_max und halbiere die Differenz.
Kontrolliere die Mittellage mit d = (y_max + y_min)/2.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine periodische Messgröße schwankt zwischen 3 cm und 9 cm. Daher ist A = (9 − 3)/2 = 3 cm und die Mittellage d = (9 + 3)/2 = 6 cm.
Beim unverschobenen exponentiellen Modell N(t) = N₀ · aᵗ gibt der Änderungsfaktor a an, mit welchem Faktor der gesamte Bestand pro Zeiteinheit multipliziert wird. Bei beschränkten Modellen gehört derselbe Faktor dagegen zum Abstand vom Grenzwert S; beim logistischen Modell gehört er zum Verhältnis aus fehlendem und vorhandenem Bestand.
Formel
Für N(t) = N₀ · aᵗ: a = N(t + 1)/N(t); Wachstum: a = 1 + p/100; Abnahme: a = 1 − p/100
Größen und Zeichen
a
multiplikativer Änderungsfaktor je Periode
p
prozentuelle Zu- oder Abnahme je Periode (%)
N(t)
Bestand zum Zeitpunkt t im betrachteten Modell
S
Grenzwert bei einem beschränkten oder logistischen Modell
Vorgehen bei der Matura
Kläre zuerst, ob der gesamte Bestand oder nur sein Abstand zu einer Grenze exponentiell verändert wird.
Wandle p Prozent in p/100 um und addiere den Wert zu 1 oder subtrahiere ihn von 1.
Kontrolliere den Faktor anhand der Entwicklungsrichtung und setze ihn nur bei der passenden Modellgröße als Potenzbasis ein.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei 6 % Wachstum pro Jahr ist a = 1 + 0,06 = 1,06. Aus 500 Einheiten werden nach vier Jahren 500 · 1,06⁴ = 631,23848, also gerundet 631,24 Einheiten.
Änderungsmaße beschreiben denselben Vorgang aus verschiedenen Blickwinkeln: absolute und relative Änderung vergleichen zwei Werte, der Differenzenquotient berücksichtigt zusätzlich die Länge des Intervalls und die Ableitung beschreibt eine lokale Änderung. Die passende Größe richtet sich immer nach der Fragestellung und der verlangten Einheit.
Formel
Δf = f(b) − f(a); r = Δf/f(a) für f(a) ≠ 0; m = Δf/(b − a) für b ≠ a; lokal: f′(x)
Größen und Zeichen
Δf
absolute Änderung
r
relative Änderung als Dezimalzahl
m
mittlere Änderungsrate
f′(x)
lokale beziehungsweise momentane Änderungsrate
Vorgehen bei der Matura
Markiere Anfang, Ende und die genaue Formulierung der gesuchten Änderung.
Wähle Differenz, relativen Quotienten, Differenzenquotienten oder Ableitung passend zur Frage.
Berechne das Maß, ergänze die korrekte Einheit und formuliere eine sachbezogene Interpretation.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für f(t) = 100 + 20t im Intervall [2; 5] gilt f(2) = 140 und f(5) = 200. Absolut sind es 60, relativ 60/140 ≈ 0,4286 = 42,86 %, und die mittlere sowie lokale Rate betragen hier jeweils 20 Einheiten pro Zeiteinheit.
Eine Änderungsrate setzt die Veränderung einer abhängigen Größe ins Verhältnis zur Veränderung der unabhängigen Größe. Über ein Intervall ist sie ein Differenzenquotient; an einem einzelnen Zeitpunkt oder Ort wird sie durch die Ableitung beschrieben. Ihre Einheit ist daher eine Quotienteneinheit.
Entscheide, ob eine durchschnittliche Veränderung über ein Intervall oder ein momentaner Wert gefragt ist.
Verwende für ein Intervall den Differenzenquotienten und für eine Stelle die Ableitung.
Interpretiere Vorzeichen, Zahlenwert und Quotienteneinheit im Kontext der Aufgabe.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für den Weg s(t) = t² in Metern gilt zwischen t = 2 s und t = 5 s die mittlere Rate (25 − 4)/(5 − 2) = 7 m/s. Zum Zeitpunkt t = 5 s ist die momentane Rate s′(5) = 2 · 5 = 10 m/s.
Das Anfangskapital ist der Geldbetrag am Beginn einer Verzinsung, also zum Zeitpunkt 0. In Maturaaufgaben wird es entweder direkt angegeben oder durch Abzinsen eines späteren Kapitals bestimmt.
Formel
K₀ = Kₙ / qⁿ mit q = 1 + i
Größen und Zeichen
K₀
Kapital zum Zeitpunkt 0 (€)
Kₙ
Kapital nach n Zinsperioden (€)
i
Zinssatz pro Periode als Dezimalzahl
q
Aufzinsungsfaktor q = 1 + i
n
Anzahl gleich langer Zinsperioden
Vorgehen bei der Matura
Lege auf einer Zeitachse fest, welcher Betrag bei t = 0 und welcher bei t = n liegt.
Wandle den Prozentsatz in i um, berechne q = 1 + i und zinse den Endbetrag durch Division durch qⁿ ab.
Runde Geldbeträge erst am Ende auf Cent und kontrolliere, dass K₀ bei positiver Verzinsung kleiner als Kₙ ist.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Sparguthaben beträgt nach 4 Jahren bei 3 % p. a. genau 5.627,54 €. Damit ist K₀ = 5.627,54 / 1,03⁴ ≈ 5.000,00 €. Das ursprünglich eingezahlte Kapital waren 5.000 €.
Eine Annuität ist eine in gleichen Zeitabständen gleich hohe Zahlung, die einen Zins- und einen Tilgungsanteil enthält. Bei einem Annuitätendarlehen bleibt die Rate konstant, während der Zinsanteil sinkt und der Tilgungsanteil steigt.
Formel
A = K₀ · qⁿ · (q − 1) / (qⁿ − 1)
Größen und Zeichen
A
nachschüssige Annuität pro Periode (€)
K₀
Kapital zum Zeitpunkt 0 (€)
Kₙ
Kapital nach n Zinsperioden (€)
i
Zinssatz pro Periode als Dezimalzahl
q
Aufzinsungsfaktor q = 1 + i
n
Anzahl gleich langer Zinsperioden
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Kreditbetrag K₀, Periodenzinssatz i und Anzahl n der Zahlungen; alle Zeitangaben müssen dieselbe Periode verwenden.
Setze q = 1 + i in die Annuitätenformel ein und berechne die konstante Rate A.
Prüfe die erste Periode mit Z₁ = i · K₀ und T₁ = A − Z₁; die Restschuld muss um T₁ sinken.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Kredit über 20.000 € wird in 5 jährlichen, nachschüssigen Raten bei 4 % getilgt. A = 20.000 · 1,04⁵ · 0,04 / (1,04⁵ − 1) ≈ 4.492,54 €. Im ersten Jahr sind 800 € Zinsen und 3.692,54 € Tilgung enthalten.
Anschaffungskosten sind die anfängliche Auszahlung für eine Investition einschließlich aller unmittelbar zurechenbaren Nebenkosten. In der dynamischen Investitionsrechnung liegen sie am Zeitpunkt 0 und werden aus Sicht des Investors negativ angesetzt.
Erfasse Kaufpreis und unmittelbar notwendige Nebenkosten zum Zeitpunkt 0.
Lege eine einheitliche Vorzeichenkonvention fest: Auszahlungen negativ, Einzahlungen positiv.
Vergleiche A₀ mit den auf t = 0 abgezinsten Rückflüssen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Maschine kostet 48.000 € und verursacht 2.000 € Transport- und Montagekosten. Damit gilt A₀ = 50.000 €; im Kapitalwert erscheint der Betrag als −50.000 €.
Zinssätze sind äquivalent, wenn sie über denselben Gesamtzeitraum zum gleichen Aufzinsungsfaktor führen. So lassen sich etwa Monats-, Quartals- und Jahreszinssätze fair vergleichen.
Formel
1 + iₐ = (1 + iₚ)ᵐ
Größen und Zeichen
iₐ
effektiver Jahreszinssatz
iₚ
effektiver Zinssatz je Teilperiode
m
Teilperioden pro Jahr
Vorgehen bei der Matura
Lege fest, wie viele Teilperioden m ein Jahr enthält.
Setze die Faktoren gleich: Jahresfaktor = Teilperiodenfaktor hoch m.
Löse nach dem gesuchten Zinssatz auf und gib ihn erst danach in Prozent an.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein effektiver Monatszinssatz von 0,5 % entspricht iₐ = 1,005¹² − 1 ≈ 0,06168. Der äquivalente effektive Jahreszinssatz beträgt daher rund 6,17 %.
Technisch-naturwissenschaftliche Grundlagen · Seite 22
Arbeit
Bedeutung
Mechanische Arbeit wird verrichtet, wenn eine Kraft einen Körper entlang eines Weges bewegt. Entscheidend ist nur jener Anteil der Kraft, der in Bewegungsrichtung wirkt; bei einer konstanten parallelen Kraft vereinfacht sich die Berechnung zu Kraft mal Weg.
Formel
W = F · s · cos(α); bei paralleler Kraft: W = F · s
Größen und Zeichen
W
mechanische Arbeit (J = N·m)
F
konstante Kraft (N)
s
zurückgelegter Weg (m)
α
Winkel zwischen Kraft- und Wegrichtung (° oder rad)
Vorgehen bei der Matura
Bringe Kraft und Weg in Newton beziehungsweise Meter und bestimme den Winkel zwischen beiden Richtungen.
Setze in W = F · s · cos(α) ein; bei paralleler gleichgerichteter Kraft ist cos(0°) = 1.
Gib das Ergebnis in Joule an und prüfe am Vorzeichen, ob die Kraft die Bewegung unterstützt oder hemmt.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Kiste wird mit einer konstanten, zum Boden parallelen Kraft von 120 N über 5,0 m gezogen. Daher gilt W = 120 · 5,0 = 600 J. Die Zugkraft verrichtet an der Kiste 600 Joule Arbeit.
Bei einer arithmetischen Folge ist die Differenz zweier aufeinanderfolgender Glieder konstant. Sie modelliert diskrete Vorgänge mit stets demselben absoluten Zu- oder Abgang, etwa jährlich gleich hohe zusätzliche Stückzahlen.
Formel
aₙ = a₁ + (n − 1) · d; aₙ₊₁ = aₙ + d
Größen und Zeichen
a₁
erstes Folgenglied
aₙ
n-tes Folgenglied
d
konstante Differenz
n
Index mit n ∈ ℕ, n ≥ 1
Vorgehen bei der Matura
Prüfe mehrere aufeinanderfolgende Differenzen und bestätige, dass sie denselben Wert d haben.
Bestimme das erste Glied a₁ und beachte im Exponenten beziehungsweise Faktor den Indexbeginn n = 1.
Setze n in aₙ = a₁ + (n − 1)d ein und kontrolliere das Ergebnis rekursiv.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für die Folge 5, 8, 11, … ist d = 3 und a₁ = 5. Daher gilt a₁₀ = 5 + (10 − 1) · 3 = 5 + 27 = 32.
Eine arithmetische Reihe ist die Summe der ersten n Glieder einer arithmetischen Folge. Weil sich das erste und letzte, das zweite und vorletzte Glied jeweils zur gleichen Zahl ergänzen, kann die Summe ohne einzelnes Aufaddieren berechnet werden.
Formel
sₙ = n/2 · (a₁ + aₙ) = n/2 · [2a₁ + (n − 1)d]
Größen und Zeichen
sₙ
Summe der ersten n Folgenglieder
a₁
erstes Glied
aₙ
n-tes beziehungsweise letztes Glied
d
konstante Differenz
Vorgehen bei der Matura
Erkenne die konstante Differenz d und bestimme Anzahl n sowie erstes Glied a₁.
Berechne bei Bedarf das letzte Glied aₙ mit dem expliziten Bildungsgesetz.
Setze a₁, aₙ und n in die Summenformel ein und interpretiere die Gesamtsumme.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Saal hat in der ersten von 15 Reihen 20 Sitze und in jeder weiteren Reihe 2 Sitze mehr. Dann ist a₁₅ = 20 + 14 · 2 = 48 und s₁₅ = 15/2 · (20 + 48) = 510 Sitzplätze.
Das arithmetische Mittel ist die Summe aller beobachteten Werte geteilt durch ihre Anzahl. Es berücksichtigt jeden Messwert und reagiert deshalb empfindlich auf Ausreißer. Bei einer Häufigkeitstabelle werden die Werte mit ihren absoluten Häufigkeiten gewichtet.
Formel
x̄ = (1/n)·Σᵢ₌₁ⁿ xᵢ
Größen und Zeichen
x̄
arithmetisches Mittel
xᵢ
i-ter beobachteter Wert
n
Anzahl der Werte
Vorgehen bei der Matura
Addiere alle Werte oder bilde bei gruppierten Daten die Summe ΣxᵢHᵢ.
Dividiere die Summe durch die Gesamtzahl n.
Gib das Ergebnis in der Einheit der Daten an und prüfe, ob es zwischen Minimum und Maximum liegt.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für die Messwerte 4, 5, 5 und 8 ist x̄ = (4 + 5 + 5 + 8)/4 = 22/4 = 5,5. Der durchschnittliche Messwert beträgt somit 5,5 Einheiten.
Der Aufzinsungsfaktor gibt an, mit welchem Faktor sich ein Kapital in genau einer Zinsperiode verändert. Er fasst Anfangskapital und Zinszuwachs in einer Multiplikation zusammen.
Formel
q = 1 + i; Kₙ = K₀ · qⁿ
Größen und Zeichen
K₀
Kapital zum Zeitpunkt 0 (€)
Kₙ
Kapital nach n Zinsperioden (€)
i
Zinssatz pro Periode als Dezimalzahl
q
Aufzinsungsfaktor q = 1 + i
n
Anzahl gleich langer Zinsperioden
Vorgehen bei der Matura
Wandle den Zinssatz p % in i = p/100 um.
Addiere 1 und erhalte den Periodenfaktor q.
Potenziere q für mehrere Perioden; q > 1 bedeutet Wachstum und 0 < q < 1 eine Abnahme.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei 2,5 % Jahreszins ist q = 1 + 0,025 = 1,025. Ein Kapital wird somit jedes Jahr mit 1,025 multipliziert; nach 3 Jahren beträgt der Gesamtfaktor 1,025³ ≈ 1,07689.
Der Barwert ist der Wert einer zukünftigen Zahlung oder Zahlungsreihe zu einem früheren Vergleichszeitpunkt. Er macht Geldbeträge mit unterschiedlichen Fälligkeiten vergleichbar.
Formel
B = Kₙ / qⁿ; B_nach = R · (1 − q⁻ⁿ) / (q − 1)
Größen und Zeichen
B
Barwert zum Bezugszeitpunkt (€)
R
gleich hohe Rate (€)
i
Zinssatz pro Periode als Dezimalzahl
q
Aufzinsungsfaktor q = 1 + i
n
Anzahl gleich langer Zinsperioden
Vorgehen bei der Matura
Zeichne die Zahlungszeitpunkte und markiere den gewünschten Barwertzeitpunkt.
Zinse jede einzelne Zahlung mit dem passenden Exponenten ab oder verwende bei gleich hohen Raten die Rentenformel.
Addiere alle Werte am selben Zeitpunkt und interpretiere das Ergebnis als heute äquivalenten Betrag.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Drei nachschüssige Jahresraten zu je 1.000 € bei 5 % haben den Barwert B = 1.000/1,05 + 1.000/1,05² + 1.000/1,05³ ≈ 2.723,25 €.
Die bedingte Wahrscheinlichkeit P(A|B) beschreibt die Chance für A unter der zusätzlichen Information, dass B bereits eingetreten ist. Dadurch wird der Ergebnisraum auf B eingeschränkt. Sie ist nur definiert, wenn P(B) > 0 gilt.
Formel
P(A|B) = P(A ∩ B)/P(B), P(B) > 0
Größen und Zeichen
A
betrachtetes Ereignis
B
vorausgesetztes Ereignis
A ∩ B
gemeinsames Eintreten von A und B
Vorgehen bei der Matura
Kennzeichne klar, welches Ereignis vorausgesetzt wird; es steht rechts vom Strich.
Bestimme P(A ∩ B) und P(B) aus Angaben, Baumdiagramm oder Vierfeldertafel.
Dividiere durch P(B), kontrolliere das Ergebnis zwischen 0 und 1 und interpretiere es innerhalb der Gruppe B.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
In einer Klasse sind 18 von 30 Personen weiblich; 4 der weiblichen Personen tragen eine Brille. Mit A = „Brille“ und B = „weiblich“ ist P(A|B) = (4/30)/(18/30) = 4/18 = 2/9 ≈ 0,2222. Unter den weiblichen Personen tragen somit etwa 22,22 % eine Brille.
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Beschleunigung
Bedeutung
Die Beschleunigung beschreibt, wie stark sich die Geschwindigkeit pro Zeiteinheit ändert. Sie kann positiv, negativ oder null sein; ein negatives Vorzeichen bedeutet in der gewählten positiven Richtung eine Geschwindigkeitsabnahme, nicht automatisch eine Bewegung rückwärts.
Formel
ā = Δv/Δt; a(t) = v′(t) = s″(t)
Größen und Zeichen
ā
mittlere Beschleunigung (m/s²)
a(t)
momentane Beschleunigung (m/s²)
v(t)
Geschwindigkeit (m/s)
s(t)
Ort beziehungsweise Wegkoordinate (m)
t
Zeit (s)
Vorgehen bei der Matura
Lege die positive Bewegungsrichtung fest und rechne alle Geschwindigkeiten und Zeiten in zusammenpassende SI-Einheiten um.
Verwende bei zwei Messwerten Δv/Δt; ist eine Funktion gegeben, leite v(t) einmal oder s(t) zweimal ab.
Interpretiere Betrag und Vorzeichen im betrachteten Zeitpunkt und nenne die Einheit m/s².
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Fahrzeug steigert seine Geschwindigkeit gleichmäßig in 4,0 s von 6 m/s auf 18 m/s. Damit ist a = (18 − 6)/4,0 = 3,0 m/s². Seine Geschwindigkeit nimmt pro Sekunde um 3,0 m/s zu.
Bei einer beschränkten Abnahme sinkt ein Bestand von einem Anfangswert N₀ oberhalb des Grenzwerts S gegen S. In gleichen Zeitabständen wird der Abstand N(t) − S mit demselben Faktor 0 < a < 1 multipliziert. In der gleichwertigen e-Form gilt bei derselben Zeiteinheit λ = −ln(a).
Formel
N(t) = S + b · aᵗ = S + b · e^(−λt); b = N₀ − S > 0; 0 < a < 1; λ = −ln(a) > 0
Größen und Zeichen
N₀
Anfangswert oberhalb von S
S
unterer Grenzwert
b
anfänglicher Abstand N₀ − S
a
Faktor des verbleibenden Abstands
λ
zu a gehörende positive Abklingkonstante mit λ = −ln(a) (1/Zeiteinheit)
Vorgehen bei der Matura
Lies Anfangswert und unteren Grenzwert ab und berechne b = N₀ − S.
Bestimme aus dem Abnahmegesetz den Faktor a für den Abstand zum Grenzwert.
Berechne N(t) und prüfe S < N(t) ≤ N₀ für nichtnegative Zeiten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Flüssigkeit kühlt von 90 °C gegen 20 °C ab; pro Minute bleiben 80 % des Temperaturunterschieds. N(t) = 20 + 70 · 0,8ᵗ, also N(5) = 20 + 70 · 0,32768 = 42,9376 °C ≈ 42,94 °C.
Beschränktes Wachstum beginnt unterhalb eines Sättigungswerts S und nähert sich diesem von unten. Nicht der Bestand selbst, sondern der Abstand S − N(t) nimmt exponentiell ab. Die Darstellungen mit aᵗ und e^(−λt) sind bei derselben Zeiteinheit über λ = −ln(a) verbunden.
Formel
N(t) = S − b · aᵗ = S − b · e^(−λt); b = S − N₀ > 0; 0 < a < 1; λ = −ln(a) > 0
Größen und Zeichen
N₀
Anfangswert unterhalb von S
S
Sättigungswert
b
anfänglich fehlender Betrag S − N₀
a
Faktor des verbleibenden Abstands mit 0 < a < 1
λ
zu a gehörende positive Abklingkonstante mit λ = −ln(a) (1/Zeiteinheit)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme S und N₀ und berechne den anfänglichen Abstand b = S − N₀.
Ermittle, welcher Anteil a des fehlenden Abstands je Zeiteinheit übrig bleibt.
Setze t ein und kontrolliere N₀ ≤ N(t) < S sowie die Annäherung an S.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Speicher kann höchstens 200 Einheiten aufnehmen und enthält anfangs 50; je Schritt bleiben 70 % des freien Platzes übrig. N(t) = 200 − 150 · 0,7ᵗ und N(4) = 200 − 150 · 0,2401 = 163,985 ≈ 163,99.
Das bestimmte Integral summiert vorzeichenbehaftete Beiträge einer Funktion über ein Intervall. Mit einer Stammfunktion wird es durch F(b) − F(a) berechnet. Als geometrischer Flächeninhalt darf es nur direkt interpretiert werden, wenn die Funktion im Intervall nicht negativ ist; sonst müssen Teilflächen getrennt oder Beträge berücksichtigt werden.
Formel
∫ₐᵇ f(x) dx = F(b) − F(a) mit F′ = f
Größen und Zeichen
a, b
untere und obere Integrationsgrenze
f
Integrand
F
eine Stammfunktion von f
Vorgehen bei der Matura
Bestimme eine Stammfunktion F des Integranden und kontrolliere sie durch Ableiten.
Setze obere und untere Grenze vollständig in F ein und bilde F(b) − F(a).
Interpretiere das Vorzeichen und entscheide, ob Integralwert oder geometrischer Flächeninhalt verlangt ist.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Zufluss beträgt r(t) = 2t + 1 Liter pro Minute. Von t = 0 bis t = 3 fließen ∫₀³(2t + 1)dt = [t² + t]₀³ = 12 − 0 = 12 Liter zu.
Der Betrag eines Vektors ist seine geometrische Länge und daher immer größer oder gleich null. Er wird mit dem Satz des Pythagoras aus den Komponenten berechnet und ist etwa bei Abständen, Geschwindigkeiten oder beim Normieren eines Vektors nötig.
Formel
|a| = √(a₁² + a₂² + … + aₙ²)
Größen und Zeichen
a
Vektor, dessen Länge gesucht ist
aᵢ
i-te Komponente des Vektors
|a|
Betrag beziehungsweise Länge des Vektors
Vorgehen bei der Matura
Lies alle Komponenten des Vektors ab und quadriere jede einzelne Komponente.
Addiere die Quadrate; negative Komponenten liefern dabei ebenfalls positive Beiträge.
Ziehe aus der Summe die positive Quadratwurzel und prüfe gegebenenfalls die Einheit.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = (−2 | 3 | 6) gilt |a| = √((−2)² + 3² + 6²) = √(4 + 9 + 36) = √49 = 7. Der Vektor hat somit die Länge 7 Längeneinheiten.
Das Betriebsminimum ist die Produktionsmenge, bei der die variablen Stückkosten minimal sind. Der zugehörige Preis ist die kurzfristige Preisuntergrenze: Darunter deckt der Erlös nicht einmal die variablen Kosten.
Formel
kᵥ(x) = Kᵥ(x)/x; kᵥ′(x_BM) = 0
Größen und Zeichen
Kᵥ(x)
variable Gesamtkosten (€)
kᵥ(x)
variable Stückkosten (€/Stück)
x_BM
Menge beim Betriebsminimum (Stück)
Vorgehen bei der Matura
Bilde aus der variablen Kostenfunktion die variablen Stückkosten kᵥ(x) = Kᵥ(x)/x.
Bestimme mit kᵥ′(x) = 0 die Kandidaten und prüfe das Minimum im wirtschaftlich sinnvollen Bereich x > 0.
Setze x_BM in kᵥ ein; dieser Wert ist die kurzfristige Preisuntergrenze.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für kᵥ(x) = 0,02x² − 1,2x + 30 gilt kᵥ′(x) = 0,04x − 1,2. Daraus folgt x_BM = 30 und kᵥ(30) = 12 €/Stück.
Das Betriebsoptimum ist jene Produktionsmenge, bei der die gesamten Stückkosten minimal sind. Der minimale Stückkostenwert heißt langfristige Preisuntergrenze, weil langfristig auch die Fixkosten gedeckt sein müssen.
Technisch-naturwissenschaftliche Grundlagen · Seite 22
Bewegungsvorgänge
Bedeutung
Bewegungsvorgänge werden mit Ort beziehungsweise Weg, Geschwindigkeit und Beschleunigung als Funktionen der Zeit beschrieben. Ableiten führt von s zu v und von v zu a; Integrieren führt mit passenden Anfangswerten in die Gegenrichtung.
Formel
v(t) = s′(t); a(t) = v′(t) = s″(t)
Größen und Zeichen
s(t)
Orts- oder Wegfunktion (m)
v(t)
Geschwindigkeitsfunktion (m/s)
a(t)
Beschleunigungsfunktion (m/s²)
t
Zeit (s)
Vorgehen bei der Matura
Notiere die gegebene Bewegungsgröße samt Einheit und den gültigen Zeitbereich.
Leite ab oder integriere, bis die gesuchte Größe erreicht ist; bestimme Integrationskonstanten aus Anfangsbedingungen.
Setze den gefragten Zeitpunkt ein und deute Vorzeichen, Betrag sowie physikalische Plausibilität.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für s(t) = 2t² + 3t mit t ≥ 0 gilt v(t) = 4t + 3 und a(t) = 4. Nach 2 s befindet sich der Körper bei s(2) = 14 m und bewegt sich mit v(2) = 11 m/s; die Beschleunigung beträgt konstant 4 m/s².
Der Binomialkoeffizient zählt, auf wie viele Arten k Elemente aus n verschiedenen Elementen ohne Beachtung der Reihenfolge ausgewählt werden können. Er tritt deshalb in der Binomialverteilung und beim Ausmultiplizieren von (a + b)ⁿ auf. Es gilt 0 ≤ k ≤ n.
Formel
C(n,k) = (n über k) = n!/(k!·(n − k)!)
Größen und Zeichen
n
Anzahl aller verfügbaren Elemente
k
Anzahl der ausgewählten Elemente
!
Fakultätszeichen
Vorgehen bei der Matura
Prüfe, dass eine Auswahl ohne Reihenfolge und ohne Wiederholung gezählt wird.
Setze n und k in n!/(k!(n − k)!) ein oder verwende die nCr-Funktion.
Vereinfache zu einer ganzen Zahl und deute sie als Anzahl möglicher Auswahlen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Aus 8 Personen sollen 3 für ein Team ausgewählt werden. Es gibt C(8,3) = 8!/(3!·5!) = (8·7·6)/(3·2·1) = 56 mögliche Teams. Die Reihenfolge innerhalb eines Teams wird nicht mitgezählt.
Die Binomialverteilung beschreibt die Anzahl X der Treffer in n unabhängigen Bernoulli-Versuchen mit derselben Trefferwahrscheinlichkeit p. Jeder Einzelversuch hat genau die beiden Ausgänge Treffer und Nichttreffer. Neben Punktwahrscheinlichkeiten lassen sich auch kumulierte Bereiche und Kenngrößen berechnen.
Prüfe feste Versuchszahl, zwei Ausgänge, konstantes p und Unabhängigkeit.
Übersetze die Formulierung in genau k, höchstens k, mindestens k oder einen Bereich.
Berechne die Einzelwahrscheinlichkeit oder passende Summe und interpretiere sie als Chance für die Trefferanzahl.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für n = 10, p = 0,30 und genau k = 4 Treffer gilt P(X = 4) = C(10,4)·0,30⁴·0,70⁶ = 210·0,0081·0,117649 ≈ 0,2001. Genau vier Treffer treten somit mit etwa 20,01 % Wahrscheinlichkeit auf.
Potenzen, Logarithmen und quadratische Gleichungen · Seite 4
binomische Formeln
Bedeutung
Die binomischen Formeln wandeln Produkte mit gleichen Summen- oder Differenztermen in Polynome um und umgekehrt. Sie sind besonders beim Ausmultiplizieren, Faktorisieren und Lösen quadratischer Gleichungen nützlich. Der mittlere Term entsteht aus dem doppelten Produkt beider Summanden.
Formel
(a + b)² = a² + 2ab + b²; (a − b)² = a² − 2ab + b²; (a + b)(a − b) = a² − b²
Größen und Zeichen
a, b
beliebige reelle Terme oder Zahlen
Vorgehen bei der Matura
Erkenne, ob ein Quadrat einer Summe, ein Quadrat einer Differenz oder ein Produkt aus Summe und Differenz vorliegt.
Setze die beiden Terme an die Stellen von a und b und beachte alle Vorzeichen.
Berechne Quadrate und Kreuzterm und fasse gleichartige Terme zusammen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für (2x − 3)² gilt a = 2x und b = 3. Mit der zweiten binomischen Formel folgt (2x)² − 2 · 2x · 3 + 3² = 4x² − 12x + 9.
Die Bogenlänge misst die tatsächliche Länge eines Funktionsgraphen zwischen zwei Stellen und nicht nur den waagrechten Abstand. Für einen stetig differenzierbaren Graphen y = f(x) werden sehr kurze Streckenstücke mithilfe des Satzes von Pythagoras aufsummiert. Je größer der Betrag der Steigung ist, desto stärker wächst die Bogenlänge.
Formel
s = ∫ₐᵇ √(1 + (f′(x))²) dx
Größen und Zeichen
s
Bogenlänge des Graphen (LE)
a, b
Intervallgrenzen auf der x-Achse (LE)
f′(x)
Steigung des Graphen an der Stelle x
Vorgehen bei der Matura
Bestimme die Ableitung f′(x) und kontrolliere, dass f im Intervall [a; b] glatt genug ist.
Setze f′(x) in √(1 + (f′(x))²) ein und verwende die richtigen Grenzen.
Berechne das bestimmte Integral und gib die Länge positiv mit einer passenden Längeneinheit an.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für f(x) = x auf [0; 3] gilt f′(x) = 1. Daher ist L = ∫₀³ √(1 + 1²) dx = ∫₀³ √2 dx = 3√2 ≈ 4,24 LE. Der Graph ist in diesem Intervall also etwa 4,24 Längeneinheiten lang.
Das Bogenmaß misst einen Winkel über das Verhältnis von Bogenlänge zu Radius. Ein Vollwinkel entspricht 2π rad und ein gestreckter Winkel π rad. Viele Formeln der Analysis und Schwingungslehre setzen das Bogenmaß voraus.
Formel
φ = α · π/180°; α = φ · 180°/π
Größen und Zeichen
φ
Winkel im Bogenmaß (Radiant)
α
Winkel im Gradmaß (Grad)
Vorgehen bei der Matura
Stelle fest, ob der Ausgangswinkel in Grad oder Radiant angegeben ist.
Multipliziere beim Wechsel Grad zu Radiant mit π/180°.
Kürze den Bruch und kontrolliere mit 180° = π rad.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für α = 135° gilt φ = 135° · π/180° = 3π/4 rad ≈ 2,356 rad. Der Wert liegt plausibel zwischen π/2 und π.
Am Break-even-Point sind Erlös und Kosten gleich groß; der Gewinn beträgt null. Bei einem üblichen Gewinnintervall ist damit die untere Gewinnschwelle gemeint.
Formel
E(x_BE) = K(x_BE) ⇔ G(x_BE) = 0
Größen und Zeichen
x_BE
Break-even-Menge (Stück)
E(x)
Erlös (€)
K(x)
Kosten (€)
G(x)
Gewinn (€)
Vorgehen bei der Matura
Stelle Erlös- und Kostenfunktion auf und bilde G(x) = E(x) − K(x).
Löse G(x) = 0 im zulässigen Mengenbereich.
Ordne die kleinere relevante Nullstelle als Gewinnschwelle ein und kontrolliere den Vorzeichenwechsel.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei E(x) = 30x und K(x) = 500 + 20x gilt 30x = 500 + 20x. Daher ist x_BE = 50 Stück; Erlös und Kosten betragen dort jeweils 1.500 €.
Im rechtwinkeligen Dreieck ist der Cosinus eines spitzen Winkels das Verhältnis von Ankathete zu Hypotenuse. Im Einheitskreis ist cos(α) die x-Koordinate des zugehörigen Punktes. Für spitze Winkel liegt der Wert zwischen 0 und 1.
Formel
cos(α) = Ankathete (b) / Hypotenuse (c) = b / c
Größen und Zeichen
α
betrachteter Winkel (Grad oder Radiant)
b
Ankathete zu α (Längeneinheit)
c
Hypotenuse (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Markiere den Winkel α, seine Ankathete b und die Hypotenuse c.
Setze die bekannten Größen in cos(α) = b/c ein.
Stelle nach der gesuchten Seite um oder verwende arccos für den Winkel.
Grafische Einordnung
Rechtwinkeliges Dreieck zum Winkel α: a ist die Gegenkathete, b die Ankathete und c die Hypotenuse.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei b = 8 cm und c = 10 cm ist cos(α) = 8/10 = 0,8. Somit ist α = arccos(0,8) ≈ 36,87°.
Der Cosinussatz verknüpft in einem allgemeinen Dreieck drei Seiten mit einem Winkel. Er wird verwendet, wenn zwei Seiten und ihr eingeschlossener Winkel oder alle drei Seiten bekannt sind. Für α = 90° geht er in den Satz des Pythagoras über.
Formel
a² = b² + c² − 2bc · cos(α)
Größen und Zeichen
a
Seite gegenüber α (Längeneinheit)
b, c
die beiden anderen Seiten (Längeneinheit)
α
von b und c eingeschlossener Winkel (Grad oder Radiant)
Vorgehen bei der Matura
Ordne dem Winkel α seine Gegenseite a zu.
Setze b, c und α ein oder stelle für einen Winkel nach cos(α) um.
Ziehe bei einer Seitenberechnung die positive Wurzel und prüfe die Dreiecksungleichung.
Grafische Einordnung
Allgemeines Dreieck: Jede Seite liegt dem gleichnamigen Winkel gegenüber.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für b = 5 cm, c = 7 cm und α = 60° gilt a² = 5² + 7² − 2 · 5 · 7 · cos(60°) = 25 + 49 − 35 = 39. Daher ist a = √39 cm ≈ 6,24 cm.
Der Cournot’sche Punkt bezeichnet im Monopolmodell die gewinnmaximierende Kombination aus Absatzmenge und Preis. Er liegt dort, wo Grenzerlös und Grenzkosten übereinstimmen.
Bei degressivem Kostenverlauf steigen die Gesamtkosten mit wachsender Menge, aber immer langsamer. Die Grenzkosten nehmen in diesem Bereich ab; geometrisch ist der Kostengraph rechtsgekrümmt.
Formel
K′(x) > 0 und K″(x) < 0
Größen und Zeichen
K′(x)
Grenzkosten (€/Stück)
K″(x)
Änderung der Grenzkosten
Vorgehen bei der Matura
Berechne die erste und zweite Ableitung K′(x) und K″(x).
Bestimme den Mengenbereich, in dem K′ positiv und K″ negativ ist.
Interpretiere: Zusätzliche Einheiten verursachen weiterhin Mehrkosten, aber der Kostenzuwachs wird kleiner.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für K(x) = −0,1x² + 10x + 200 gilt K′(x) = −0,2x + 10 und K″(x) = −0,2. Im sinnvollen Bereich 0 < x < 50 steigen die Kosten degressiv.
Deka- ist eine SI-Vorsilbe und steht für den Faktor 10¹ = 10. Das Zeichen da wird ohne Abstand direkt vor das Einheitenzeichen gesetzt. Damit lassen sich sehr große oder sehr kleine Messwerte übersichtlich angeben.
Formel
1 daE = 10^1 E
Größen und Zeichen
da
Zeichen der Vorsilbe Deka-
E
Einheit ohne Vorsilbe
Vorgehen bei der Matura
Ersetze die Vorsilbe Deka- durch den Faktor 10¹ = 10.
Multipliziere den Zahlenwert mit diesem Faktor, wenn du in die Einheit ohne Vorsilbe umrechnest.
Schreibe das Ergebnis mit Einheit und kontrolliere die Größenordnung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Strecke ist 3,4 dam lang. Ohne Vorsilbe gilt 3,4 · 10 m = 34 m. Die Strecke ist daher 34 m lang.
Potenzen, Logarithmen und quadratische Gleichungen · Seite 4
dekadischer Logarithmus
Bedeutung
Der dekadische Logarithmus hat die Basis 10 und wird mit lg oder log₁₀ bezeichnet. Er beantwortet die Frage, mit welchem Exponenten 10 potenziert werden muss. Sein Argument muss positiv sein.
Formel
y = lg(x) ⇔ 10ʸ = x; x > 0
Größen und Zeichen
x
positives Logarithmusargument
y
gesuchter Exponent zur Basis 10
Vorgehen bei der Matura
Isoliere in einer Exponentialgleichung die Zehnerpotenz.
Wende auf beide Seiten den dekadischen Logarithmus an.
Löse die entstehende lineare Gleichung und prüfe das Ergebnis durch Einsetzen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Zu lösen ist 10^(2x) = 1 000. Logarithmieren ergibt 2x = lg(1 000) = 3. Daher ist x = 1,5; die Probe liefert 10³ = 1 000.
Ein Deltoid besitzt zwei Paare gleich langer benachbarter Seiten. Seine Diagonalen stehen normal aufeinander; eine Diagonale halbiert die andere. Der Flächeninhalt ist die Hälfte des Diagonalenprodukts.
Formel
A = e · f / 2
Größen und Zeichen
e, f
Längen der beiden Diagonalen (Längeneinheit)
A
Flächeninhalt (Quadrateinheit)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme die beiden vollständigen Diagonalen e und f.
Multipliziere ihre Längen.
Halbiere das Produkt und gib eine Quadrateinheit an.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Deltoid hat die Diagonalen e = 8 cm und f = 5 cm. Dann ist A = 8 · 5 / 2 = 20 cm².
Dezi- ist eine SI-Vorsilbe und steht für den Faktor 10⁻¹ = 0,1. Das Zeichen d wird ohne Abstand direkt vor das Einheitenzeichen gesetzt. Damit lassen sich sehr große oder sehr kleine Messwerte übersichtlich angeben.
Formel
1 dE = 10^−1 E
Größen und Zeichen
d
Zeichen der Vorsilbe Dezi-
E
Einheit ohne Vorsilbe
Vorgehen bei der Matura
Ersetze die Vorsilbe Dezi- durch den Faktor 10⁻¹ = 0,1.
Multipliziere den Zahlenwert mit diesem Faktor, wenn du in die Einheit ohne Vorsilbe umrechnest.
Schreibe das Ergebnis mit Einheit und kontrolliere die Größenordnung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Brett ist 27 dm lang. In Metern erhält man 27 · 0,1 m = 2,7 m. Das Brett ist somit 2,7 m lang.
Technisch-naturwissenschaftliche Grundlagen · Seite 22
Dichte
Bedeutung
Die Dichte gibt an, wie viel Masse in einem bestimmten Volumen enthalten ist. Sie ist eine Stoffeigenschaft, solange Temperatur und Druck passend festgelegt sind, und verbindet Masse und Volumen durch einen Quotienten.
Formel
ρ = m/V
Größen und Zeichen
ρ
Dichte (kg/m³ oder g/cm³)
m
Masse (kg oder g)
V
Volumen (m³ oder cm³)
Vorgehen bei der Matura
Wähle ein zusammenpassendes Einheitensystem, etwa kg und m³ oder g und cm³.
Setze Masse und Volumen in ρ = m/V ein oder forme die Gleichung nach der gesuchten Größe um.
Vergleiche das Ergebnis mit einer bekannten Stoffdichte und gib Temperaturbedingungen an, falls sie relevant sind.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Metallstück hat eine Masse von 540 g und ein Volumen von 200 cm³. Es gilt ρ = 540/200 = 2,70 g/cm³. Das entspricht 2.700 kg/m³ und ist für Aluminium plausibel.
Eine Dichtefunktion f beschreibt eine stetige Zufallsvariable. Wahrscheinlichkeiten entsprechen Flächen unter dem Dichtegraphen; ein einzelner Punkt besitzt dabei Wahrscheinlichkeit null. Eine gültige Dichte ist nichtnegativ und hat über ihrem gesamten Bereich Integral 1.
Formel
f(x) ≥ 0, ∫₋∞^∞ f(x) dx = 1, P(a ≤ X ≤ b) = ∫ₐᵇ f(x) dx
Größen und Zeichen
f(x)
Wahrscheinlichkeitsdichte
X
stetige Zufallsvariable
a, b
Grenzen des betrachteten Wertebereichs
Vorgehen bei der Matura
Prüfe Nichtnegativität und Normierung der gegebenen Funktion im Definitionsbereich.
Bestimme die zum Ereignis gehörenden Grenzen a und b.
Integriere f zwischen diesen Grenzen und interpretiere die Fläche als Wahrscheinlichkeit.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Sei f(x) = 2x für 0 ≤ x ≤ 1 und sonst 0. Die Normierung stimmt, weil ∫₀¹2x dx = [x²]₀¹ = 1. Für 0,2 ≤ X ≤ 0,6 gilt P = ∫₀,₂⁰,⁶2x dx = 0,6² − 0,2² = 0,36 − 0,04 = 0,32, also 32 %.
Der Differenzenquotient ist die mittlere Änderungsrate einer Funktion auf einem Intervall und zugleich die Steigung der Sekante durch zwei Punkte des Graphen. Er beschreibt nicht zwingend die Änderung an jedem einzelnen Punkt innerhalb des Intervalls.
Formel
(f(b) − f(a))/(b − a), b ≠ a
Größen und Zeichen
a, b
verschiedene Stellen beziehungsweise Intervallgrenzen
f(a), f(b)
zugehörige Funktionswerte
b − a
Länge des betrachteten Intervalls
Vorgehen bei der Matura
Berechne die Funktionswerte an beiden Intervallgrenzen.
Bilde im Zähler Endwert minus Anfangswert und im Nenner Endstelle minus Anfangsstelle.
Kürze den Quotienten und deute Vorzeichen sowie Einheit als durchschnittliche Rate.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für f(x) = x² auf [1; 4] ist der Differenzenquotient (f(4) − f(1))/(4 − 1) = (16 − 1)/3 = 5. Die Sekante steigt durchschnittlich um 5 y-Einheiten je x-Einheit.
Eine Differenzialgleichung enthält eine unbekannte Funktion und mindestens eine ihrer Ableitungen. Ihre Lösung ist daher keine einzelne Zahl, sondern eine Funktion oder eine Funktionenfamilie. Anfangs- oder Randbedingungen legen aus dieser Familie meist eine eindeutige Lösung fest.
Formel
F(x, y, y′, y″, …) = 0
Größen und Zeichen
x
unabhängige Variable
y(x)
gesuchte Funktion
y′, y″
erste beziehungsweise zweite Ableitung von y
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Ordnung und Typ der Differenzialgleichung und wähle dazu ein passendes Lösungsverfahren.
Ermittle zunächst die allgemeine Lösung mit ihren Integrationskonstanten.
Setze gegebene Anfangs- oder Randwerte ein, bestimme die Konstanten und prüfe durch Einsetzen in die Ausgangsgleichung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Gegeben ist y′ = 2y mit y(0) = 3. Trennung liefert dy/y = 2 dx, also ln|y| = 2x + C und y = C₁e^(2x). Aus 3 = C₁e⁰ folgt C₁ = 3; somit y(x) = 3e^(2x) und y(1) = 3e² ≈ 22,17.
Der Differenzialquotient ist der Grenzwert des Differenzenquotienten, wenn das betrachtete Intervall auf einen Punkt zusammenschrumpft. Er ist die Ableitung f′(x) und beschreibt geometrisch die Tangentensteigung sowie sachlich die momentane Änderungsrate.
Formel
f′(x) = lim(h→0) [f(x + h) − f(x)]/h
Größen und Zeichen
f′(x)
Differenzialquotient an der Stelle x
h
von null verschiedene Änderung, die gegen null geht
f(x + h) − f(x)
zugehörige Änderung des Funktionswerts
Vorgehen bei der Matura
Setze f(x + h) und f(x) in den Differenzenquotienten ein.
Vereinfache den Term für h ≠ 0 so weit, dass der problematische Faktor h gekürzt werden kann.
Bilde danach den Grenzwert h → 0 und interpretiere den erhaltenen Ableitungswert.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für f(x) = x² an x = 3 gilt [f(3 + h) − f(3)]/h = [(3 + h)² − 9]/h = (6h + h²)/h = 6 + h. Für h → 0 ergibt sich f′(3) = 6.
Die Differenzmenge A \ B enthält genau jene Elemente, die in A, aber nicht in B liegen. Die Reihenfolge der Mengen ist daher entscheidend. Sie beschreibt in Aufgaben oft „A ohne B“.
Formel
A \ B = {x | x ∈ A und x ∉ B}
Größen und Zeichen
A, B
betrachtete Mengen
x
beliebiges Element
Vorgehen bei der Matura
Notiere alle Elemente der ersten Menge A.
Streiche daraus jedes Element, das auch in B vorkommt.
Schreibe die verbleibenden Elemente in Mengenklammern.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für A = {1, 2, 3, 4} und B = {3, 4, 5} gilt A \ B = {1, 2}. Umgekehrt ist B \ A = {5}; daran erkennt man, dass die Reihenfolge zählt.
Eine diskrete Zufallsvariable kann nur endlich oder abzählbar viele Werte annehmen. Jedem möglichen Wert xᵢ wird eine Punktwahrscheinlichkeit pᵢ zugeordnet. Alle pᵢ sind nichtnegativ und summieren sich zu 1.
Formel
P(X = xᵢ) = pᵢ, pᵢ ≥ 0, Σpᵢ = 1
Größen und Zeichen
X
diskrete Zufallsvariable
xᵢ
möglicher Wert von X
pᵢ
Wahrscheinlichkeit für X = xᵢ
Vorgehen bei der Matura
Definiere, welche Zahl X jedem Versuchsausgang zuordnet.
Liste alle möglichen Werte und addiere die Wahrscheinlichkeiten der zugehörigen Ausgänge.
Kontrolliere die Summe 1 und berechne Ereignisse durch Addition der passenden Punktwahrscheinlichkeiten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei zwei fairen Münzwürfen sei X die Anzahl der Köpfe. Dann nimmt X die Werte 0, 1, 2 mit Wahrscheinlichkeiten 1/4, 2/4 und 1/4 an; die Summe ist 1. Somit gilt P(X ≥ 1) = 2/4 + 1/4 = 3/4 = 75 %.
Ein Drehkegel entsteht durch Rotation eines rechtwinkeligen Dreiecks um eine Kathete. Seine Grundfläche ist ein Kreis; die Spitze liegt senkrecht über dem Kreismittelpunkt. Das Volumen ist ein Drittel des entsprechenden Zylindervolumens.
Formel
V = πr²h / 3; M = πrs; O = πr² + πrs
Größen und Zeichen
r
Radius der Grundfläche (Längeneinheit)
h
senkrechte Höhe (Längeneinheit)
s
Mantellinie (Längeneinheit)
M, O, V
Mantelfläche, Oberfläche und Volumen
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Radius r, senkrechte Höhe h und bei Flächenaufgaben die Mantellinie s.
Wähle Volumen-, Mantel- oder Oberflächenformel entsprechend der Fragestellung.
Setze ein, rechne mit π und runde erst das Endergebnis samt Einheit.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für r = 3 cm, h = 4 cm und s = 5 cm gilt V = π · 3² · 4 / 3 = 12π cm³ ≈ 37,70 cm³. Der Mantel ist M = π · 3 · 5 = 15π cm² ≈ 47,12 cm².
Ein Drehzylinder besitzt zwei kongruente Kreisflächen und einen rechteckig abrollbaren Mantel. Das Volumen ist Grundfläche mal Höhe. Die Oberfläche setzt sich aus zwei Grundflächen und der Mantelfläche zusammen.
Formel
V = πr²h; O = 2πr² + 2πrh; M = 2πrh
Größen und Zeichen
r
Radius der Kreisgrundfläche (Längeneinheit)
h
Zylinderhöhe (Längeneinheit)
M, O, V
Mantelfläche, Oberfläche und Volumen
Vorgehen bei der Matura
Lies Radius und Höhe ab und vereinheitliche die Maßeinheiten.
Berechne zuerst die Grundfläche G = πr².
Multipliziere für V mit h oder ergänze für O den Mantel und die zweite Grundfläche.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für r = 2 cm und h = 5 cm ist V = π · 2² · 5 = 20π cm³ ≈ 62,83 cm³. Die Oberfläche beträgt O = 2π · 2² + 2π · 2 · 5 = 28π cm² ≈ 87,96 cm².
Ein Dreieck wird von drei Seiten begrenzt und hat eine Innenwinkelsumme von 180°. Für den Flächeninhalt braucht man eine Grundseite und die dazu senkrechte Höhe. Jede Seite kann als Grundseite gewählt werden.
Formel
A = a · hₐ / 2
Größen und Zeichen
a
gewählte Grundseite (Längeneinheit)
hₐ
senkrechte Höhe auf a (Längeneinheit)
A
Flächeninhalt (Quadrateinheit)
Vorgehen bei der Matura
Wähle eine bekannte Seite als Grundseite a.
Bestimme die senkrecht auf a stehende Höhe hₐ.
Multipliziere a mit hₐ, halbiere und ergänze die Quadrateinheit.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = 12 cm und hₐ = 7 cm ergibt sich A = 12 · 7 / 2 = 42 cm². Das Dreieck bedeckt somit 42 Quadratzentimeter.
Die Durchschnittsmenge A ∩ B enthält alle Elemente, die gleichzeitig zu A und zu B gehören. In Wahrscheinlichkeitsaufgaben entspricht sie dem gemeinsamen Eintreten zweier Ereignisse. Das Zeichen ∩ wird als „geschnitten“ gelesen.
Formel
A ∩ B = {x | x ∈ A und x ∈ B}
Größen und Zeichen
A, B
Mengen oder Ereignisse
∩
Durchschnitt beziehungsweise logisches „und“
Vorgehen bei der Matura
Vergleiche die Elemente beider Mengen.
Übernimm nur Elemente, die in beiden Mengen vorkommen.
Kontrolliere, dass kein nur einseitig vorkommendes Element enthalten ist.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für A = {1, 2, 3, 4} und B = {3, 4, 5} sind 3 und 4 gemeinsam. Daher gilt A ∩ B = {3, 4}.
Die Durchschnittskostenfunktion gibt die gesamten Kosten pro produzierter Einheit an. Sie ist gleichbedeutend mit der Stückkostenfunktion und enthält variable Kosten sowie den Fixkostenanteil pro Stück.
Ebene Figuren sind zweidimensionale Formen mit Umfang und Flächeninhalt. Zusammengesetzte Figuren werden in bekannte Grundformen zerlegt oder als Differenz solcher Formen berechnet. Alle Längen müssen vor der Rechnung in derselben Einheit vorliegen.
Formel
A_gesamt = Summe der Teilflächen − Summe der Aussparungen
Größen und Zeichen
A_gesamt
gesamter gesuchter Flächeninhalt (Quadrateinheit)
Vorgehen bei der Matura
Zerlege die Figur in Rechtecke, Dreiecke, Kreise oder andere bekannte Formen.
Berechne jede Teilfläche mit einheitlichen Maßeinheiten.
Addiere Flächenstücke und subtrahiere Aussparungen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Aus einem Rechteck mit 8 m · 5 m wird ein quadratisches Loch mit Seitenlänge 2 m ausgeschnitten. Die Restfläche ist 8 · 5 − 2² = 40 − 4 = 36 m².
A ist eine echte Teilmenge von B, wenn jedes Element von A auch in B liegt und B zusätzlich mindestens ein weiteres Element enthält. Damit sind A und B nicht gleich. Je nach Notation wird dafür ⊂ oder ⊊ verwendet.
Formel
A ⊊ B ⇔ A ⊆ B und A ≠ B
Größen und Zeichen
A
kleinere Menge
B
Obermenge
Vorgehen bei der Matura
Prüfe, ob jedes Element von A in B enthalten ist.
Prüfe zusätzlich, ob B mindestens ein Element besitzt, das nicht in A liegt.
Nur wenn beide Bedingungen erfüllt sind, ist A eine echte Teilmenge von B.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für A = {1, 2} und B = {1, 2, 3} gilt A ⊆ B und 3 ∉ A. Somit ist A ⊊ B. Die Menge B ist dagegen keine Teilmenge von A.
Der effektive Jahreszinssatz beschreibt die tatsächliche jährliche Verzinsung einschließlich unterjähriger Zinseszinsen. Er eignet sich zum Vergleich von Angeboten mit verschiedenen Zinsperioden.
Formel
i_eff = (1 + iₚ)ᵐ − 1
Größen und Zeichen
i_eff
effektiver Zinssatz pro Jahr
iₚ
Zinssatz je Teilperiode
m
Anzahl der Teilperioden pro Jahr
Vorgehen bei der Matura
Bestimme den wirksamen Zinssatz je Teilperiode.
Bilde den Teilperiodenfaktor 1 + iₚ und potenziere ihn mit m.
Ziehe 1 ab und wandle das Dezimalergebnis in Prozent um.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei 1 % effektivem Quartalszins gilt i_eff = 1,01⁴ − 1 ≈ 0,040604. Der effektive Jahreszinssatz beträgt rund 4,06 %.
Bei einfacher Verzinsung werden die Zinsen in jeder Periode nur vom ursprünglichen Kapital berechnet. Der Kapitalverlauf ist deshalb linear und nicht exponentiell.
Formel
Kₙ = K₀ · (1 + n · i); Z = K₀ · n · i
Größen und Zeichen
K₀
Kapital zum Zeitpunkt 0 (€)
Kₙ
Kapital nach n Zinsperioden (€)
i
Zinssatz pro Periode als Dezimalzahl
q
Aufzinsungsfaktor q = 1 + i
n
Anzahl gleich langer Zinsperioden
Vorgehen bei der Matura
Berechne den Zins einer Periode mit K₀ · i.
Multipliziere diesen konstanten Zinsbetrag mit n.
Addiere die Gesamtzinsen zum Anfangskapital und prüfe den linearen Zuwachs.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
2.000 € werden 3 Jahre einfach mit 4 % verzinst. Z = 2.000 · 3 · 0,04 = 240 €, also ist K₃ = 2.240 €.
Der Einheitskreis ist ein Kreis mit Radius 1 um den Ursprung. Zum Winkel φ gehört der Punkt P(cos φ | sin φ), wodurch Sinus und Cosinus für beliebige Winkel definiert werden. Die Vorzeichen ergeben sich aus dem Quadranten.
Formel
P(φ) = (cos φ | sin φ); sin²φ + cos²φ = 1
Größen und Zeichen
φ
orientierter Winkel (Radiant oder Grad)
P
Punkt auf dem Einheitskreis
Vorgehen bei der Matura
Trage den Winkel von der positiven x-Achse aus orientiert ab.
Bestimme den Quadranten und damit die Vorzeichen von x und y.
Lies cos φ als x-Koordinate und sin φ als y-Koordinate ab.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für φ = 60° = π/3 liegt P bei (cos 60° | sin 60°) = (0,5 | √3/2) ≈ (0,5 | 0,866). Die Kontrolle ergibt 0,5² + (√3/2)² = 0,25 + 0,75 = 1.
Die Einheitsmatrix ist eine quadratische Matrix mit Einsen auf der Hauptdiagonale und Nullen an allen anderen Stellen. Bei einer Matrix A mit m Zeilen und n Spalten braucht man links Eₘ und rechts Eₙ; nur bei einer quadratischen Matrix haben beide dieselbe Größe.
Formel
Eₙ = diag(1, 1, …, 1); für A (m × n): Eₘ · A = A = A · Eₙ
Größen und Zeichen
Eₘ
Einheitsmatrix der Größe m × m für die Multiplikation von links
Eₙ
Einheitsmatrix der Größe n × n für die Multiplikation von rechts
A
Matrix mit m Zeilen und n Spalten
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Zeilen- und Spaltenzahl von A und damit die auf der jeweiligen Seite benötigte Einheitsmatrix.
Setze auf die Hauptdiagonale Einsen und an alle übrigen Positionen Nullen.
Kontrolliere, dass Eₘ · A beziehungsweise A · Eₙ definiert ist und wieder genau A ergibt.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für A = [[2, −1], [3, 4]] und E₂ = [[1, 0], [0, 1]] gilt A · E₂ = [[2 · 1 + (−1) · 0, 2 · 0 + (−1) · 1], [3 · 1 + 4 · 0, 3 · 0 + 4 · 1]] = A.
Ein Einheitsvektor hat die Länge 1 und behält die Richtung eines gegebenen, von null verschiedenen Vektors bei. Er entsteht durch Division aller Komponenten durch den Betrag und dient dazu, eine reine Richtung unabhängig von der ursprünglichen Länge anzugeben.
Formel
a₀ = a / |a| für |a| ≠ 0
Größen und Zeichen
a
von null verschiedener Ausgangsvektor
|a|
Länge des Ausgangsvektors
a₀
Einheitsvektor in Richtung von a
Vorgehen bei der Matura
Berechne den Betrag des Ausgangsvektors aus der Summe der Komponentenquadrate.
Dividiere jede Komponente des Vektors durch diesen Betrag.
Kontrolliere durch erneute Betragsbildung, dass der neue Vektor tatsächlich die Länge 1 hat.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = (3 | 4) gilt |a| = 5 und damit a₀ = (3/5 | 4/5) = (0,6 | 0,8). Die Kontrolle √(0,6² + 0,8²) = 1 bestätigt den Einheitsvektor.
Ein Element ist ein einzelnes Objekt einer Menge. Mit ∈ wird die Zugehörigkeit und mit ∉ die Nichtzugehörigkeit ausgedrückt. Element und Teilmenge sind unterschiedliche Begriffe.
Formel
x ∈ A beziehungsweise x ∉ A
Größen und Zeichen
x
geprüftes Objekt oder Zahl
A
Menge
Vorgehen bei der Matura
Lies die Elemente der Menge vollständig ab.
Vergleiche das geprüfte Objekt mit jedem Mengenelement.
Schreibe je nach Ergebnis x ∈ A oder x ∉ A.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Sei A = {2, 4, 6}. Dann gilt 4 ∈ A, weil 4 aufgelistet ist, und 5 ∉ A, weil 5 nicht vorkommt.
Der Endwert einer Rente ist der gemeinsame zukünftige Wert mehrerer regelmäßiger Zahlungen. Jede Rate wird vom eigenen Zahlungszeitpunkt bis zum Ende unterschiedlich lange aufgezinst.
In der Matura-Investitionsrechnung ist E der Endwert der wiederveranlagten Rückflüsse am Ende der Nutzungsdauer. Jeder Rückfluss Rₜ wird vom Ende des Jahres t noch n − t Perioden mit dem Wiederveranlagungszinssatz i_W aufgezinst. Die Anschaffungskosten A₀ werden in E nicht abgezogen, sondern erst beim modifizierten internen Zinssatz mit E verglichen.
Formel
E = Σₜ₌₁ⁿ Rₜ · (1 + i_W)ⁿ⁻ᵗ
Größen und Zeichen
E
Endwert der wiederveranlagten Rückflüsse bei t = n (€)
Rₜ
Rückfluss am Ende des Jahres t (€)
i_W
Wiederveranlagungszinssatz pro Jahr
n
Nutzungsdauer in Jahren
Vorgehen bei der Matura
Lege das Ende der Nutzungsdauer als gemeinsamen Zeitpunkt n fest.
Zinse jeden Rückfluss Rₜ über n − t Jahre mit i_W bis zu diesem Endzeitpunkt auf.
Addiere die aufgezinsteten Rückflüsse; A₀ bleibt außerhalb dieser Endwertsumme.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Investition kostet A₀ = 1.000 € und liefert am Ende von Jahr 1 und Jahr 2 jeweils 600 €. Bei i_W = 5 % gilt E = 600 · 1,05 + 600 = 1.230 €. Die 1.000 € Anschaffungskosten werden nicht in E eingerechnet, sondern später mit diesem Endwert verglichen.
Die Erlösfunktion beschreibt die gesamten Verkaufseinnahmen in Abhängigkeit von der Absatzmenge. Bei konstantem Preis ist sie linear; bei einer Preis-Absatz-Funktion muss der mengenabhängige Preis mit x multipliziert werden.
Formel
E(x) = x · p(x)
Größen und Zeichen
E(x)
Erlös bei Menge x (€)
p(x)
Preis pro Stück (€/Stück)
x
verkaufte Menge (Stück)
Vorgehen bei der Matura
Entnimm der Angabe den konstanten oder mengenabhängigen Stückpreis.
Multipliziere Preis und Absatzmenge und beachte den zulässigen Bereich.
Kontrolliere E(0) = 0 und verwende E anschließend für Gewinn oder Grenzerlös.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei p(x) = 50 − 0,2x gilt E(x) = x(50 − 0,2x) = 50x − 0,2x². Für 100 Stück beträgt der Erlös E(100) = 3.000 €.
Der Erwartungswert ist bei einer diskreten Zufallsvariablen der langfristige, mit den Punktwahrscheinlichkeiten gewichtete Mittelwert. Er muss kein tatsächlich möglicher Einzelwert sein. Bei Spielen zeigt sein Vorzeichen den durchschnittlichen Gewinn oder Verlust pro Durchführung über sehr viele Wiederholungen.
Formel
E(X) = μ = Σᵢ xᵢ·P(X = xᵢ)
Größen und Zeichen
E(X), μ
Erwartungswert von X
xᵢ
möglicher Wert der Zufallsvariablen
P(X = xᵢ)
zugehörige Wahrscheinlichkeit
Vorgehen bei der Matura
Erstelle eine vollständige Liste aller Werte xᵢ und ihrer Wahrscheinlichkeiten.
Multipliziere jeden Wert mit seiner Wahrscheinlichkeit und addiere die Produkte.
Interpretiere μ als langfristigen Durchschnitt in der Einheit von X.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Spiel bringt mit Wahrscheinlichkeit 0,30 einen Nettogewinn von 5 € und mit Wahrscheinlichkeit 0,70 einen Verlust von 2 €. Es gilt E(X) = 5·0,30 + (−2)·0,70 = 1,50 − 1,40 = 0,10 €. Langfristig beträgt der erwartete Gewinn 0,10 € pro Spiel.
Ein explizites Bildungsgesetz gibt das n-te Folgenglied direkt in Abhängigkeit vom Index n an. Damit kann ein weit hinten liegendes Glied berechnet werden, ohne alle vorherigen Glieder erzeugen zu müssen.
Bei exponentieller Abnahme wird der gesamte aktuelle Bestand in gleichen Zeitabständen mit einem konstanten Faktor zwischen 0 und 1 multipliziert. Die Potenz- und e-Darstellung beschreiben bei derselben Zeiteinheit dasselbe Modell, wenn λ = −ln(a) gilt.
positive Abnahmekonstante mit λ = −ln(a) (1/Zeiteinheit)
t
verstrichene Zeit
Vorgehen bei der Matura
Bestimme N₀ und bilde aus der prozentuellen Abnahme den Faktor a = 1 − p/100.
Achte darauf, dass t und die zum Faktor gehörende Zeitperiode übereinstimmen.
Berechne N(t) und prüfe, dass der Wert positiv und kleiner als der Anfangswert ist.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Stoff verliert pro Stunde 15 % seiner Menge. Aus N₀ = 1 200 mg wird mit a = 0,85 nach sechs Stunden N(6) = 1 200 · 0,85⁶ = 452,5794 mg ≈ 452,58 mg.
Beim exponentiellen Wachstum wird der aktuelle positive Bestand pro Zeiteinheit mit einem konstanten Faktor größer als 1 multipliziert. Die Potenz- und e-Darstellung sind bei derselben Zeiteinheit über λ = ln(a) verbunden.
positive Wachstumskonstante mit λ = ln(a) (1/Zeiteinheit)
t
verstrichene Zeit
Vorgehen bei der Matura
Bestimme den Anfangswert und wandle den prozentuellen Zuwachs in a = 1 + p/100 um.
Setze die Anzahl der passenden Zeitperioden als Exponenten t ein.
Runde erst am Ende und kontrolliere, dass das Ergebnis bei t > 0 über N₀ liegt.
Grafische Einordnung
Exponentielles Wachstum: Start bei N₀, stets positiv.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Kultur startet mit 400 Zellen und wächst stündlich um 12 %. Mit a = 1,12 gilt nach fünf Stunden N(5) = 400 · 1,12⁵ = 704,9367, also modellhaft etwa 705 Zellen.
Faktorielle ist eine gebräuchliche Bezeichnung für die Fakultätsfunktion n!. Sie zählt die Anordnungen von n verschiedenen Objekten und bildet die Grundlage vieler kombinatorischer Formeln. Der Sonderwert 0! = 1 sorgt dafür, dass diese Formeln auch an Randfällen gelten.
Formel
n! = n·(n − 1)·…·2·1, 0! = 1
Größen und Zeichen
n
nichtnegative ganze Zahl
n!
Faktorielle beziehungsweise Fakultät von n
Vorgehen bei der Matura
Prüfe, dass n eine nichtnegative ganze Zahl ist.
Multipliziere alle ganzen Zahlen von n abwärts bis 1 oder verwende die Fakultätsfunktion.
Interpretiere das Ergebnis als Anzahl der Reihenfolgen, wenn alle n Objekte verschieden sind.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Sechs verschiedene Bücher können in 6! = 6·5·4·3·2·1 = 720 Reihenfolgen in ein Regal gestellt werden. Es gibt somit 720 mögliche vollständige Anordnungen.
Nach der Faktorregel bleibt ein konstanter Faktor beim Ableiten vor der Funktion stehen. Nur der variable Funktionsteil wird abgeleitet; die Regel gilt nicht für einen Faktor, der selbst von x abhängt.
Formel
(k · f(x))′ = k · f′(x)
Größen und Zeichen
k
von x unabhängige Konstante
f
differenzierbare Funktion
f′
Ableitung von f
Vorgehen bei der Matura
Prüfe, welcher Faktor tatsächlich konstant und unabhängig von x ist.
Lasse diesen Faktor unverändert vor dem Term stehen und leite nur f(x) ab.
Multipliziere aus oder vereinfache das Ergebnis und kontrolliere die Potenzen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für g(x) = 7x⁴ bleibt der Faktor 7 erhalten. Mit (x⁴)′ = 4x³ folgt g′(x) = 7 · 4x³ = 28x³.
Die Fakultät n! ist das Produkt aller positiven ganzen Zahlen von n bis 1. Sie zählt insbesondere, wie viele verschiedene Reihenfolgen von n unterscheidbaren Objekten möglich sind. Für n = 0 wird die Fakultät als 1 definiert.
Formel
n! = ∏ᵢ₌₁ⁿ i, 0! = 1
Größen und Zeichen
n
nichtnegative ganze Zahl
n!
Fakultät von n
Vorgehen bei der Matura
Bestimme die Anzahl n der verschiedenen anzuordnenden Objekte.
Bilde das Produkt n·(n − 1)·…·1.
Gib das ganzzahlige Ergebnis als Anzahl der möglichen Anordnungen an.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für fünf Finalistinnen gibt es 5! = 5·4·3·2·1 = 120 mögliche Ergebnisreihenfolgen. Werden nur die ersten drei Plätze betrachtet, wäre dagegen eine andere Anordnungsformel nötig.
Finanzmathematik bewertet Kapital und Zahlungsreihen zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Kernidee ist, alle Beträge mit einem passenden Zinsfaktor auf denselben Vergleichszeitpunkt zu bringen.
Formel
Aufzinsen: Kₙ = K₀ · qⁿ; Abzinsen: K₀ = Kₙ / qⁿ
Größen und Zeichen
K₀
Kapital zum Zeitpunkt 0 (€)
Kₙ
Kapital nach n Zinsperioden (€)
i
Zinssatz pro Periode als Dezimalzahl
q
Aufzinsungsfaktor q = 1 + i
n
Anzahl gleich langer Zinsperioden
Vorgehen bei der Matura
Zeichne eine Zeitachse mit allen Ein- und Auszahlungen.
Bringe Zinssatz und Zeitabstände auf dieselbe Periode und bestimme q.
Verschiebe alle Zahlungen durch Auf- oder Abzinsen auf einen gemeinsamen Zeitpunkt und vergleiche erst danach.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
1.000 € heute und 1.060,90 € in zwei Jahren sind bei 3 % äquivalent, denn 1.000 · 1,03² = 1.060,90 €.
Fixkosten fallen unabhängig von der produzierten Menge an, etwa für Miete oder Grundgebühren. Im Kostengraph entsprechen sie dem y-Achsenabschnitt der Gesamtkostenfunktion.
Formel
F = K(0); K(x) = F + Kᵥ(x)
Größen und Zeichen
F
Fixkosten (€)
K(0)
Kosten bei Produktion null (€)
Vorgehen bei der Matura
Setze x = 0 in die Gesamtkostenfunktion ein.
Trenne den konstanten Betrag F vom mengenabhängigen Teil Kᵥ(x).
Prüfe, dass Fixkosten auch ohne Produktion anfallen und deshalb nicht durch x geteilt werden dürfen, bevor Stückkosten gebildet werden.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für K(x) = 0,5x² + 12x + 800 gilt F = K(0) = 800 €. Die variablen Kosten sind Kᵥ(x) = 0,5x² + 12x.
Der Flächeninhalt misst die Größe eines zweidimensionalen Bereichs. Er wird in Quadrateinheiten wie cm² oder m² angegeben. Bei einer Längenumrechnung wird der Umrechnungsfaktor für die Fläche quadriert.
Formel
1 m² = 10 000 cm²
Größen und Zeichen
A
Flächeninhalt (Quadrateinheit)
Vorgehen bei der Matura
Bringe alle benötigten Längen auf dieselbe Einheit.
Wähle die Flächenformel der vorliegenden Figur.
Berechne den Zahlenwert und schreibe die Einheit zum Quadrat.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Rechteck ist 3,2 m lang und 150 cm breit. Zuerst gilt 150 cm = 1,5 m; danach ist A = 3,2 · 1,5 = 4,8 m².
Eine Folge ordnet jedem zulässigen natürlichen Index n genau ein Folgenglied zu. Sie beschreibt diskrete Werte in einer festen Reihenfolge und kann explizit oder rekursiv definiert sein. Für die Modellwahl sind konstante Differenzen und konstante Quotienten besonders wichtig.
Formel
(aₙ) = (a₁, a₂, a₃, …)
Größen und Zeichen
n
diskreter Index
aₙ
Folgenglied an der Position n
(aₙ)
gesamte Folge
Vorgehen bei der Matura
Ordne die gegebenen Werte nach ihrem Index und berechne aufeinanderfolgende Differenzen sowie Quotienten.
Klassifiziere die Folge oder erkenne ein anderes Bildungsgesetz aus dem Muster.
Berechne verlangte Glieder und prüfe, ob das Ergebnis zur beobachteten Entwicklung passt.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei 2, 6, 18, 54, … sind die Differenzen nicht konstant, aber jeder Quotient ist 3. Die Folge ist daher geometrisch mit aₙ = 2 · 3ⁿ⁻¹; das fünfte Glied ist a₅ = 2 · 3⁴ = 162.
Konfidenzintervalle und lineare Regression · Seite 18
Freiheitsgrad
Bedeutung
Der Freiheitsgrad gibt an, wie viele unabhängige Informationen nach dem Schätzen von Parametern noch für die Streuung verfügbar sind. Beim Einstichproben-t-Verfahren wird der Mittelwert aus denselben n Werten geschätzt, daher bleiben ν = n − 1 Freiheitsgrade. Der Freiheitsgrad bestimmt die Form und den kritischen Wert der t-Verteilung.
Formel
ν = n − 1 beim Einstichproben-t-Verfahren
Größen und Zeichen
ν
Anzahl der Freiheitsgrade
n
Stichprobenumfang
Vorgehen bei der Matura
Identifiziere das statistische Verfahren und die Anzahl der geschätzten Parameter.
Berechne beim Einstichproben-t-Fall ν = n − 1.
Verwende genau diesen Freiheitsgrad beim Ablesen des t-Quantils oder bei der Rechnerfunktion.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Stichprobe enthält n = 16 Messwerte und die Populationsstandardabweichung ist unbekannt. Für das t-Konfidenzintervall gilt ν = 16 − 1 = 15. Beim 95-%-Intervall wird daher das Quantil t₁₅;₀,₉₇₅ ≈ 2,131 verwendet.
Die Frequenz f gibt an, wie viele vollständige Perioden pro Zeiteinheit stattfinden. Sie ist der Kehrwert der Periodendauer. Die SI-Einheit Hertz bedeutet Schwingungen pro Sekunde.
Formel
f = 1/T
Größen und Zeichen
f
Frequenz (Hz = s⁻¹)
T
Periodendauer (s)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme die Dauer T einer vollständigen Periode in Sekunden.
Bilde den Kehrwert 1/T.
Gib das Ergebnis in Hertz an und interpretiere es als Perioden pro Sekunde.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Schwingung dauert T = 0,02 s. Damit ist f = 1/0,02 s = 50 s⁻¹ = 50 Hz; es treten 50 Schwingungen pro Sekunde auf.
Die ganzen Zahlen umfassen die natürlichen Zahlen, ihre negativen Gegenzahlen und die Null. Sie werden mit ℤ bezeichnet. Brüche mit nicht ganzzahligem Wert gehören nicht zu ℤ.
Formel
ℤ = {…, −3, −2, −1, 0, 1, 2, 3, …}
Größen und Zeichen
ℤ
Menge der ganzen Zahlen
Vorgehen bei der Matura
Vereinfache die gegebene Zahl vollständig.
Prüfe, ob danach ein positiver oder negativer ganzzahliger Wert oder null vorliegt.
Entscheide mit ∈ oder ∉ über die Zugehörigkeit zu ℤ.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Es gilt −7 ∈ ℤ und 12/3 = 4 ∈ ℤ. Dagegen ist 5/2 = 2,5 nicht ganzzahlig, also 5/2 ∉ ℤ.
Das Gegenereignis Ā umfasst genau jene Ergebnisse, bei denen A nicht eintritt. A und Ā schließen einander aus und ergeben gemeinsam den gesamten Ergebnisraum. Besonders bei Formulierungen wie „mindestens einmal“ ist der Weg über „keinmal“ oft wesentlich kürzer.
Formel
P(Ā) = 1 − P(A)
Größen und Zeichen
A
ursprüngliches Ereignis
Ā
Gegenereignis „A tritt nicht ein“
Vorgehen bei der Matura
Formuliere das Gegenereignis sprachlich eindeutig.
Berechne dessen Wahrscheinlichkeit, häufig mit einer Produktregel bei unabhängigen Wiederholungen.
Subtrahiere von 1 und kontrolliere, dass A und Ā alle Fälle ohne Überschneidung abdecken.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei vier Würfen eines fairen Würfels sei A = „mindestens eine Sechs“. Das Gegenereignis ist „keine Sechs“ mit P(Ā) = (5/6)⁴ = 625/1296. Daher ist P(A) = 1 − 625/1296 = 671/1296 ≈ 0,5177, also etwa 51,77 %.
Bei einer geometrischen Folge entsteht jedes neue Glied durch Multiplikation mit demselben Faktor q. Sie modelliert diskrete prozentuelle Veränderungen, weil nicht ein fester Betrag, sondern stets derselbe Anteil des aktuellen Werts zu- oder abnimmt.
Formel
bₙ = b₁ · qⁿ⁻¹; bₙ₊₁ = bₙ · q
Größen und Zeichen
b₁
erstes Folgenglied
bₙ
n-tes Folgenglied
q
konstanter Quotient beziehungsweise Faktor
n
Index mit n ≥ 1
Vorgehen bei der Matura
Bilde für mehrere aufeinanderfolgende, von null verschiedene Glieder den Quotienten bₙ₊₁/bₙ.
Bestimme den gemeinsamen Faktor q und das Anfangsglied b₁.
Setze den Zielindex in bₙ = b₁ · qⁿ⁻¹ ein und interpretiere Wachstum, Abnahme oder Vorzeichenwechsel.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Bestand von 200 Stück sinkt je Periode auf 90 % des vorherigen Werts. Mit b₁ = 200 und q = 0,9 gilt b₆ = 200 · 0,9⁵ = 118,098, also gerundet etwa 118 Stück.
Eine endliche geometrische Reihe addiert die ersten n Glieder einer geometrischen Folge. Die Summenformel ist besonders nützlich bei wiederholten Zahlungen, zurückgelegten Teilstrecken oder anderen Beiträgen, die jeweils mit demselben Faktor verändert werden.
Formel
sₙ = b₁ · (qⁿ − 1)/(q − 1) für q ≠ 1; bei q = 1 gilt sₙ = n · b₁
Größen und Zeichen
sₙ
Summe der ersten n Glieder
b₁
erstes Glied
q
geometrischer Faktor
n
Anzahl der summierten Glieder
Vorgehen bei der Matura
Bestimme erstes Glied b₁, gemeinsamen Faktor q und die genaue Anzahl n der Summanden.
Verwende für q ≠ 1 die geometrische Summenformel und setze Klammern im Zähler sowie Nenner.
Kontrolliere das Ergebnis bei kleinen n durch direktes Addieren der ersten Glieder.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für b₁ = 100, q = 0,5 und n = 6 ist s₆ = 100 · (0,5⁶ − 1)/(0,5 − 1) = 100 · 1,96875 = 196,875. Direkt addiert ergeben 100 + 50 + 25 + 12,5 + 6,25 + 3,125 ebenfalls 196,875.
Das geometrische Mittel mittelt positive Faktoren, die nacheinander multiplikativ wirken. Es ist besonders für Wachstumsfaktoren, Zinssätze und relative Veränderungen geeignet. Die Prozentsätze selbst dürfen dabei nicht einfach arithmetisch gemittelt werden.
Formel
x̄_geo = ⁿ√(x₁·x₂·…·xₙ)
Größen und Zeichen
x̄_geo
geometrisches Mittel der Faktoren
xᵢ
positiver Faktor in Periode i
n
Anzahl der Faktoren beziehungsweise Perioden
Vorgehen bei der Matura
Wandle relative Änderungen in Faktoren um, etwa +10 % in 1,10.
Multipliziere alle Faktoren und ziehe die n-te Wurzel.
Wandle den mittleren Faktor bei Bedarf mit (x̄_geo − 1)·100 % in eine mittlere Rate um.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Wert steigt zuerst um 10 % und sinkt danach um 5 %. Die Faktoren sind 1,10 und 0,95; somit ist x̄_geo = √(1,10·0,95) = √1,045 ≈ 1,0223. Das entspricht einer mittleren Änderung von etwa +2,23 % pro Periode.
Eine Gerade ist eine unendliche Menge kollinearer Punkte. In der Ebene kann sie explizit oder allgemein beschrieben werden, im Raum verwendet man üblicherweise eine Parameterdarstellung mit einem Punkt und einem Richtungsvektor.
Formel
g: X = P + t · v, t ∈ ℝ, v ≠ 0
Größen und Zeichen
P
bekannter Punkt auf der Geraden
v
von null verschiedener Richtungsvektor
t
reeller Parameter
X
beliebiger Punkt auf der Geraden
Vorgehen bei der Matura
Wähle einen bekannten Geradenpunkt P und bestimme aus zwei Punkten einen Richtungsvektor v = Q − P.
Setze P und v in X = P + t · v ein und lasse t alle reellen Werte annehmen.
Prüfe einen Punkt, indem du untersuchst, ob ein gemeinsamer Parameter t alle Koordinatengleichungen erfüllt.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Durch P = (1 | 2) und Q = (5 | 4) verläuft die Gerade mit v = Q − P = (4 | 2). Für t = 1,5 entsteht X = (1 | 2) + 1,5 · (4 | 2) = (7 | 5), also liegt (7 | 5) auf der Geraden.
Die explizite Geradengleichung y = kx + d macht Steigung und y-Achsenabschnitt direkt sichtbar. Sie ist in der Ebene besonders praktisch zum Zeichnen und Interpretieren linearer Zusammenhänge, kann aber keine vertikale Gerade x = c darstellen.
Formel
g: y = k · x + d
Größen und Zeichen
k
Steigung, also Änderung von y je Einheit x
d
y-Achsenabschnitt
x, y
Koordinaten eines Geradenpunkts
Vorgehen bei der Matura
Bestimme die Steigung k aus der Angabe oder aus zwei Punkten mit Δy/Δx.
Setze einen bekannten Punkt in y = kx + d ein und löse nach d auf.
Kontrolliere die Gleichung mit einem zweiten Punkt oder anhand des beschriebenen Sachzusammenhangs.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Gerade mit Steigung k = 2 geht durch P = (2 | 5). Aus 5 = 2 · 2 + d folgt d = 1, also lautet die Gleichung y = 2x + 1; für x = 4 ergibt sich y = 9.
Technisch-naturwissenschaftliche Grundlagen · Seite 22
Geschwindigkeit
Bedeutung
Die Geschwindigkeit beschreibt Ortsänderung pro Zeit. Der Quotient Δs/Δt liefert eine mittlere Geschwindigkeit; die Ableitung der Ortsfunktion liefert die momentane Geschwindigkeit. Nur bei gleichförmiger Bewegung darf der einfache Quotient für jeden Zeitpunkt verwendet werden.
Formel
v̄ = Δs/Δt; v(t) = s′(t)
Größen und Zeichen
v̄
mittlere Geschwindigkeit (m/s)
v(t)
momentane Geschwindigkeit (m/s)
s(t)
Ort beziehungsweise Wegkoordinate (m)
t
Zeit (s)
Vorgehen bei der Matura
Prüfe, ob Messwerte eines Intervalls, eine gleichförmige Bewegung oder eine Ortsfunktion gegeben sind.
Berechne entsprechend Δs/Δt oder leite s(t) ab und setze den verlangten Zeitpunkt ein.
Wandle die Einheit bei Bedarf um und interpretiere ein negatives Vorzeichen als Bewegung entgegen der festgelegten positiven Richtung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für s(t) = 1,5t² + 2t gilt v(t) = 3t + 2. Zum Zeitpunkt t = 4 s beträgt die momentane Geschwindigkeit v(4) = 14 m/s, also 50,4 km/h.
Der Gewinnbereich umfasst in der Matura-Formelsammlung das abgeschlossene Intervall von der unteren bis zur oberen Gewinngrenze. An den beiden Grenzen ist der Gewinn null und der Betrieb arbeitet kostendeckend; strikt positiver Gewinn entsteht bei einem üblichen Verlauf nur im Inneren des Intervalls.
Formel
Gewinnbereich = [x_u; x_o] = {x | G(x) ≥ 0}
Größen und Zeichen
G(x)
Gewinn (€)
x
Produktions- und Absatzmenge (Stück)
Vorgehen bei der Matura
Bilde G(x) = E(x) − K(x) und bestimme die Nullstellen.
Erstelle eine Vorzeichentabelle oder prüfe einen Wert zwischen den Nullstellen.
Schneide das Ergebnis mit dem ökonomischen Definitionsbereich und formuliere ein Mengenintervall.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für G(x) = −x² + 60x − 500 sind die Nullstellen 10 und 50. Da G(30) = 400 > 0, ist der Gewinnbereich [10; 50]. An x = 10 und x = 50 gilt G = 0; strikt positiv ist der Gewinn für 10 < x < 50.
Die Gewinnfunktion ist die Differenz aus Erlös und Gesamtkosten. Positive Werte bedeuten Gewinn, negative Werte Verlust und Nullstellen markieren kostendeckende Mengen.
Formel
G(x) = E(x) − K(x)
Größen und Zeichen
G(x)
Gewinn bei Menge x (€)
E(x)
Erlös (€)
K(x)
Gesamtkosten (€)
Vorgehen bei der Matura
Stelle Erlös- und Kostenfunktion mit demselben Definitionsbereich auf.
Subtrahiere den gesamten Kostenterm mit Klammern und fasse zusammen.
Untersuche je nach Frage Nullstellen, Vorzeichen oder Maximum und interpretiere die Menge.
Die Gewinngrenze ist die obere Nullstelle der Gewinnfunktion. Oberhalb dieser Menge wird der Gewinn im üblichen nichtlinearen Modell wieder negativ, etwa wegen stark steigender Kosten oder sinkender Preise.
Formel
G(x_o) = 0 mit x_u ≤ x_o
Größen und Zeichen
x_o
obere Gewinngrenze (Stück)
x_u
untere Gewinnschwelle (Stück)
Vorgehen bei der Matura
Löse G(x) = 0 vollständig.
Sortiere die wirtschaftlich zulässigen Lösungen nach Größe.
Bezeichne die größere Lösung als Gewinngrenze und prüfe, dass unmittelbar darunter G > 0 gilt.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für G(x) = −x² + 60x − 500 sind die Lösungen x = 10 und x = 50. Die Gewinngrenze liegt daher bei 50 Stück.
Die Gewinnschwelle ist die untere Menge, bei der Erlös und Kosten erstmals gleich groß sind. Beim Überschreiten beginnt der Gewinnbereich, sofern der Gewinn danach positiv wird.
Formel
G(x_u) = 0 mit x_u ≤ x_o
Größen und Zeichen
x_u
untere Gewinnschwelle (Stück)
G(x)
Gewinnfunktion (€)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme alle Nullstellen von G im zulässigen Bereich.
Wähle die kleinere relevante Nullstelle.
Prüfe das Vorzeichen knapp oberhalb; dort muss der Gewinn für eine echte Schwelle positiv werden.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Die Gewinnfunktion G(x) = −x² + 60x − 500 hat die Nullstellen 10 und 50. Somit ist x_u = 10 die Gewinnschwelle.
Die Gewinnzone ist in der Matura-Formelsammlung ein anderer Ausdruck für den Gewinnbereich [x_u; x_o]. An den Randpunkten sind Erlös und Kosten gleich; zwischen ihnen ist der Gewinn beim üblichen Verlauf positiv.
Formel
Gewinnzone = [x_u; x_o] = {x | G(x) ≥ 0}
Größen und Zeichen
x
zulässige Absatzmenge (Stück)
G(x)
Gewinn (€)
Vorgehen bei der Matura
Berechne die Grenzen über G(x) = 0.
Teste, zwischen welchen Grenzen G(x) > 0 gilt, und nimm die kostendeckenden Nullstellen in die Gewinnzone auf.
Berücksichtige Kapazität, nichtnegative Mengen und gegebenenfalls nur ganze Stückzahlen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei den Gewinnnullstellen 10 und 50 und einer nach unten geöffneten Gewinnparabel lautet die Gewinnzone [10; 50]. Für x = 30 ist G(30) = 400 €; an den beiden Intervallgrenzen ist G = 0.
Giga- ist eine SI-Vorsilbe und steht für den Faktor 10⁹ = 1 000 000 000. Das Zeichen G wird ohne Abstand direkt vor das Einheitenzeichen gesetzt. Damit lassen sich sehr große oder sehr kleine Messwerte übersichtlich angeben.
Formel
1 GE = 10^9 E
Größen und Zeichen
G
Zeichen der Vorsilbe Giga-
E
Einheit ohne Vorsilbe
Vorgehen bei der Matura
Ersetze die Vorsilbe Giga- durch den Faktor 10⁹ = 1 000 000 000.
Multipliziere den Zahlenwert mit diesem Faktor, wenn du in die Einheit ohne Vorsilbe umrechnest.
Schreibe das Ergebnis mit Einheit und kontrolliere die Größenordnung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Prozessorfrequenz beträgt 2,4 GHz. Das sind 2,4 · 10⁹ Hz = 2 400 000 000 Hz.
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gleichförmige geradlinige Bewegung
Bedeutung
Bei einer gleichförmigen geradlinigen Bewegung bleiben Richtung und Betrag der Geschwindigkeit konstant. Die Ortsfunktion ist linear, und die Beschleunigung ist null.
Formel
s(t) = s₀ + v · t; a = 0
Größen und Zeichen
s(t)
Ort zum Zeitpunkt t (m)
s₀
Anfangsort (m)
v
konstante Geschwindigkeit (m/s)
t
verstrichene Zeit (s)
Vorgehen bei der Matura
Lege Anfangsort, positive Richtung und den Zeitpunkt t = 0 fest.
Bringe Weg, Zeit und Geschwindigkeit in zueinander passende Einheiten und setze in s(t) = s₀ + vt ein.
Kontrolliere, dass ein s-t-Diagramm eine Gerade mit der Steigung v ergibt.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Zug befindet sich bei t = 0 bei Kilometer 12 und fährt mit 90 km/h, also 25 m/s, in positiver Richtung. Nach 8 min = 480 s ist s = 12.000 + 25 · 480 = 24.000 m; er befindet sich bei Kilometer 24.
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gleichmäßig beschleunigte geradlinige Bewegung
Bedeutung
Bei einer gleichmäßig beschleunigten geradlinigen Bewegung ist die Beschleunigung konstant. Daher ist die Geschwindigkeit eine lineare und der Ort eine quadratische Funktion der Zeit.
Formel
v(t) = v₀ + a · t; s(t) = s₀ + v₀ · t + ½a · t²
Größen und Zeichen
s₀
Anfangsort (m)
v₀
Anfangsgeschwindigkeit (m/s)
a
konstante Beschleunigung (m/s²)
t
Zeit seit dem Start (s)
Vorgehen bei der Matura
Lege die positive Richtung fest und übernimm Anfangsort, Anfangsgeschwindigkeit sowie a mit ihren Vorzeichen.
Wähle die Geschwindigkeits- oder Ortsgleichung passend zur gesuchten Größe und löse sie gegebenenfalls nach t.
Verwirf unzulässige negative Zeiten und kontrolliere das Ergebnis durch Einsetzen oder Ableiten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Auto startet aus dem Stillstand und beschleunigt konstant mit 2,5 m/s². Nach 6 s gilt v = 0 + 2,5 · 6 = 15 m/s und s = 0 + 0 + 0,5 · 2,5 · 6² = 45 m.
In einem gleichseitigen Dreieck sind alle drei Seiten gleich lang und alle Innenwinkel 60°. Die Höhe teilt es in zwei kongruente rechtwinkelige Dreiecke. Dadurch ergeben sich besondere Formeln für Höhe und Fläche.
Formel
h = (√3/2) · a; A = (√3/4) · a²; u = 3a
Größen und Zeichen
a
Seitenlänge (Längeneinheit)
h
Höhe (Längeneinheit)
A
Flächeninhalt (Quadrateinheit)
Vorgehen bei der Matura
Prüfe, ob tatsächlich alle Seiten gleich lang sind.
Setze die Seitenlänge a in die passende Spezialformel ein.
Berechne exakt mit √3 und runde erst das Endergebnis.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = 6 cm ist h = 3√3 cm ≈ 5,20 cm. Der Flächeninhalt beträgt A = (√3/4) · 6² = 9√3 cm² ≈ 15,59 cm².
Im Gradmaß wird ein Vollwinkel in 360° eingeteilt. Ein rechter Winkel misst 90° und ein gestreckter Winkel 180°. Für Analysis- und Schwingungsformeln ist häufig eine Umrechnung ins Bogenmaß nötig.
Formel
α = φ · 180°/π
Größen und Zeichen
α
Winkel im Gradmaß (Grad)
φ
Winkel im Bogenmaß (Radiant)
Vorgehen bei der Matura
Erkenne einen Winkel im Bogenmaß an π oder der Einheit rad.
Multipliziere φ mit 180°/π.
Kürze π und prüfe die Lage zwischen bekannten Referenzwinkeln.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für φ = 5π/6 rad gilt α = 5π/6 · 180°/π = 5 · 30° = 150°. Das ist ein stumpfer Winkel zwischen 90° und 180°.
Die Grenzerlösfunktion ist die Ableitung der Erlösfunktion. Sie beschreibt näherungsweise, wie stark sich der Gesamterlös beim Verkauf einer zusätzlichen Einheit ändert.
Formel
GE(x) = E′(x)
Größen und Zeichen
GE(x)
Grenzerlös bei Menge x (€/Stück)
E(x)
Gesamterlös (€)
Vorgehen bei der Matura
Bilde zuerst die korrekte Erlösfunktion E(x) = x · p(x).
Leite die Erlösfunktion E(x) vollständig nach x ab.
Setze die betrachtete Menge ein und interpretiere den Wert als lokale Änderung, nicht als exakten Stückpreis.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Aus E(x) = 50x − 0,2x² folgt GE(x) = 50 − 0,4x. Bei x = 100 ist GE(100) = 10 €/Stück.
Die Grenzkostenfunktion ist die Ableitung der Gesamtkostenfunktion. Sie beschreibt näherungsweise die Kosten, die durch eine zusätzliche produzierte Einheit entstehen.
Formel
GK(x) = K′(x)
Größen und Zeichen
GK(x)
Grenzkosten (€/Stück)
K(x)
Gesamtkosten (€)
Vorgehen bei der Matura
Leite die Gesamtkostenfunktion K nach der Menge x ab.
Setze die aktuelle Produktionsmenge ein.
Interpretiere K′(x) als lokale Zusatzkosten und vergleiche sie bei Entscheidungen mit Grenzerlös oder Stückkosten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für K(x) = 0,1x² + 12x + 500 gilt GK(x) = 0,2x + 12. Bei x = 40 betragen die Grenzkosten 20 €/Stück.
Die Grundfläche G ist jene ebene Fläche, auf der ein Körper gedanklich aufgebaut wird. Bei Prisma und Zylinder bleibt sie in parallelen Schnitten gleich groß; bei Pyramide und Kegel läuft der Körper zur Spitze zusammen. Ihre Form bestimmt die passende Flächenformel.
Formel
V_Prisma/Zylinder = G · h; V_Pyramide/Kegel = G · h / 3
Größen und Zeichen
G
Flächeninhalt der Grundfläche (Quadrateinheit)
h
senkrechte Körperhöhe (Längeneinheit)
V
Volumen (Kubikeinheit)
Vorgehen bei der Matura
Erkenne die Form der Grundfläche in Skizze oder Angabe.
Berechne G mit der passenden ebenen Flächenformel.
Setze G anschließend in die Körperformel ein und beachte den Faktor 1/3.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Die Grundfläche eines Zylinders hat r = 4 cm. Daher ist G = π · 4² = 16π cm² ≈ 50,27 cm². Bei h = 10 cm wäre das Volumen V = G · h = 160π cm³ ≈ 502,65 cm³.
Hekto- ist eine SI-Vorsilbe und steht für den Faktor 10² = 100. Das Zeichen h wird ohne Abstand direkt vor das Einheitenzeichen gesetzt. Damit lassen sich sehr große oder sehr kleine Messwerte übersichtlich angeben.
Formel
1 hE = 10^2 E
Größen und Zeichen
h
Zeichen der Vorsilbe Hekto-
E
Einheit ohne Vorsilbe
Vorgehen bei der Matura
Ersetze die Vorsilbe Hekto- durch den Faktor 10² = 100.
Multipliziere den Zahlenwert mit diesem Faktor, wenn du in die Einheit ohne Vorsilbe umrechnest.
Schreibe das Ergebnis mit Einheit und kontrolliere die Größenordnung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Druck von 7,5 hPa entspricht 7,5 · 100 Pa = 750 Pa. Das Ergebnis ohne Vorsilbe lautet daher 750 Pa.
Die Heron’sche Flächenformel bestimmt die Dreiecksfläche allein aus den drei Seitenlängen. Zuerst wird der halbe Umfang s berechnet. Die Seiten müssen die Dreiecksungleichung erfüllen.
Formel
A = √(s(s − a)(s − b)(s − c)), s = (a + b + c) / 2
Größen und Zeichen
a, b, c
Seitenlängen des Dreiecks (Längeneinheit)
s
halber Umfang (Längeneinheit)
A
Flächeninhalt (Quadrateinheit)
Vorgehen bei der Matura
Berechne s = (a + b + c)/2.
Bilde die vier Faktoren s, s − a, s − b und s − c.
Multipliziere sie, ziehe die Quadratwurzel und gib die Quadrateinheit an.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = 13 cm, b = 14 cm und c = 15 cm ist s = 21 cm. Daher gilt A = √(21 · 8 · 7 · 6) = √7056 = 84 cm².
Der Höchstpreis ist der Preis, den Nachfragende im Modell bei einer Absatzmenge von null gerade noch akzeptieren würden. Er ist der y-Achsenabschnitt der Preisfunktion der Nachfrage.
Formel
p_H = p_N(0)
Größen und Zeichen
p_H
Höchstpreis (€/Stück)
p_N(x)
Preisfunktion der Nachfrage (€/Stück)
Vorgehen bei der Matura
Identifiziere die Nachfrage- beziehungsweise Preis-Absatz-Funktion.
Setze für die Absatzmenge x = 0 in die Preisfunktion ein.
Interpretiere den Achsenabschnitt als Modellgrenze und nicht als tatsächlich erzielten Umsatz.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für p_N(x) = 80 − 0,5x ist p_H = p_N(0) = 80 €/Stück.
Bei einer homogenen linearen Differenzialgleichung erster Ordnung mit konstantem Koeffizienten ist die rechte Seite null. Die Lösung beschreibt die freie Entwicklung des Systems ohne äußere Anregung. Für y′ + ay = 0 ergibt sich eine Exponentialfunktion mit einer frei bestimmbaren Konstante.
Formel
y′ + a·y = 0 ⇒ yₕ(x) = C·e^(−a·x), a ∈ ℝ
Größen und Zeichen
yₕ
homogene Lösung
a
konstanter Koeffizient der Differenzialgleichung
C
durch eine Anfangsbedingung bestimmbare Konstante
Vorgehen bei der Matura
Bringe die Gleichung auf die Form y′ + ay = 0 und lies die Konstante a ab.
Bilde die allgemeine Lösung C·e^(−ax).
Bestimme C aus der Anfangsbedingung und kontrolliere die Lösung durch Ableiten und Einsetzen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für y′ + 2y = 0 und y(0) = 5 gilt yₕ(x) = C·e^(−2x). Aus y(0) = C = 5 folgt y(x) = 5e^(−2x). Damit ist y(1) = 5e^(−2) ≈ 0,68; der Anfangswert ist nach einer Zeiteinheit auf etwa 0,68 abgesunken.
Die Hypotenuse ist die Seite gegenüber dem rechten Winkel und zugleich die längste Seite eines rechtwinkeligen Dreiecks. In der üblichen Beschriftung heißt sie c. Ihre Länge folgt aus dem Satz des Pythagoras.
Formel
a² + b² = c²; c = √(a² + b²)
Größen und Zeichen
a, b
Katheten (Längeneinheit)
c
Hypotenuse (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Kennzeichne den rechten Winkel und damit die gegenüberliegende Hypotenuse c.
Quadriere beide Katheten und addiere die Ergebnisse.
Ziehe die positive Quadratwurzel und prüfe, ob c die längste Seite ist.
Grafische Einordnung
Rechtwinkeliges Dreieck zum Winkel α: a ist die Gegenkathete, b die Ankathete und c die Hypotenuse.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = 6 cm und b = 8 cm gilt c = √(6² + 8²) = √(36 + 64) = √100 = 10 cm.
Im trigonometrisch beschrifteten rechtwinkeligen Dreieck ist c die Hypotenuse. Sie liegt gegenüber dem rechten Winkel und dient als Nenner bei Sinus und Cosinus. Zugleich gilt der Satz des Pythagoras.
In der Komponentenform z = a + b · i ist b der Imaginärteil; der Ausdruck b · i heißt imaginärer Anteil. Der Imaginärteil selbst ist eine reelle Zahl und beschreibt die vertikale Koordinate von z in der gaußschen Zahlenebene.
Formel
z = a + b · i; Im(z) = b; i² = −1
Größen und Zeichen
z
komplexe Zahl
a
Realteil von z
b
Imaginärteil von z
i
imaginäre Einheit mit i² = −1
Vorgehen bei der Matura
Bringe die komplexe Zahl durch Ausmultiplizieren und Zusammenfassen in die Form a + b · i.
Fasse alle reellen Terme zu a und alle Koeffizienten vor i zu b zusammen.
Lies b ohne die imaginäre Einheit i ab und kontrolliere das Vorzeichen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
z = 4 − 3i + 2i − 7 wird zu z = −3 − i zusammengefasst. Daher ist Im(z) = −1; in der gaußschen Zahlenebene liegt z eine Einheit unter der reellen Achse.
Eine inhomogene lineare Differenzialgleichung besitzt eine von null verschiedene rechte Seite, die das System von außen antreibt. Ihre allgemeine Lösung setzt sich aus der homogenen Lösung und einer speziellen partikulären Lösung zusammen. Anfangswerte bestimmen anschließend die verbleibende Konstante.
Formel
y′ + a·y = s(x), y = yₕ + yₚ, a ∈ ℝ
Größen und Zeichen
yₕ
Lösung der zugehörigen homogenen Gleichung
yₚ
eine partikuläre Lösung der inhomogenen Gleichung
s(x)
Stör- oder Anregungsfunktion
Vorgehen bei der Matura
Löse zuerst die zugehörige homogene Gleichung und erhalte yₕ.
Bestimme eine passende partikuläre Lösung yₚ, etwa durch einen Ansatz oder einen integrierenden Faktor.
Addiere yₕ und yₚ, passe die Konstante an die Anfangsbedingung an und setze zur Kontrolle ein.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Gegeben ist y′ + y = 2 mit y(0) = 0. Die homogene Lösung lautet yₕ = C·e^(−x); als konstante partikuläre Lösung liefert yₚ = 2. Somit ist y = C·e^(−x) + 2 und aus 0 = C + 2 folgt C = −2. Also y(x) = 2 − 2e^(−x) und y(1) ≈ 1,26.
Ein Integral beschreibt das Aufsummieren kontinuierlich verteilter Beiträge und ist eng mit der Stammfunktion verbunden. Das unbestimmte Integral liefert eine Funktionsfamilie, das bestimmte Integral einen Zahlenwert über ein Intervall. In Sachaufgaben kann es etwa aus einer Rate die gesamte Bestandsänderung bestimmen.
Formel
∫ f(x) dx = F(x) + C; ∫ₐᵇ f(x) dx = F(b) − F(a)
Größen und Zeichen
f
zu integrierende Funktion beziehungsweise Rate
F
Stammfunktion mit F′ = f
C
beliebige Integrationskonstante
a, b
Integrationsgrenzen beim bestimmten Integral
Vorgehen bei der Matura
Kläre, ob eine Stammfunktion oder ein aufsummierter Wert zwischen zwei Grenzen gesucht ist.
Bestimme eine passende Stammfunktion und prüfe sie durch Ableiten.
Füge beim unbestimmten Integral C hinzu oder werte beim bestimmten Integral F(b) − F(a) aus.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Geschwindigkeit ist v(t) = 3t² m/s. Der von t = 0 s bis t = 2 s zurückgelegte Weg beträgt ∫₀²3t²dt = [t³]₀² = 8 − 0 = 8 m.
Der interne Zinssatz ist jener Kalkulationszinssatz, bei dem der Kapitalwert einer Investition genau null wird. Er beschreibt eine projektinterne Rendite und wird mit einer geforderten Mindestverzinsung verglichen.
Formel
0 = −A₀ + Σ Rₜ/(1 + i_int)ᵗ
Größen und Zeichen
i_int
interner Zinssatz
A₀
Anschaffungskosten (€)
Rₜ
Rückfluss in Periode t (€)
Vorgehen bei der Matura
Stelle die Kapitalwertgleichung mit dem unbekannten Zinssatz i_int auf.
Löse die nichtlineare Gleichung mit Technologieeinsatz oder Interpolation.
Vergleiche i_int mit dem Kalkulationszinssatz und prüfe bei wechselnden Vorzeichen, ob mehrere Lösungen möglich sind.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Auszahlung von 1.000 € bringt nach einem Jahr 1.100 €. Aus 0 = −1.000 + 1.100/(1 + i_int) folgt 1 + i_int = 1,1 und damit i_int = 10 %.
Der Interquartilsabstand ist die Differenz zwischen oberem und unterem Quartil und umfasst die mittleren 50 % der geordneten Daten. Er ist robust gegenüber einzelnen extremen Werten. Der Begriff ist inhaltlich gleichbedeutend mit Quartilsabstand.
Formel
IQR = Q₃ − Q₁
Größen und Zeichen
IQR
Interquartilsabstand
Q₁
unteres Quartil
Q₃
oberes Quartil
Vorgehen bei der Matura
Ordne die Daten und bestimme Q₁ und Q₃ nach der in der Aufgabe verwendeten Quartilsregel.
Subtrahiere Q₁ vom größeren Quartil Q₃.
Interpretiere das Ergebnis als Breite des mittleren Datenbereichs und vergleiche Streuungen nur bei gleicher Einheit.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für 2, 3, 4, 5, 7, 8, 9, 12 gilt bei der Median-der-Hälften-Regel Q₁ = (3 + 4)/2 = 3,5 und Q₃ = (8 + 9)/2 = 8,5. Daher ist IQR = 8,5 − 3,5 = 5; die mittleren 50 % liegen über einen Bereich der Breite 5 verteilt.
Die inverse Matrix A⁻¹ macht die Multiplikation mit einer quadratischen Matrix A rückgängig. Sie existiert nur, wenn A invertierbar ist; bei einer 2 × 2-Matrix ist dafür die Determinante ad − bc ungleich null erforderlich.
Formel
Für A = [[a, b], [c, d]]: A⁻¹ = 1/(ad − bc) · [[d, −b], [−c, a]], falls ad − bc ≠ 0
Größen und Zeichen
A
invertierbare quadratische Matrix
A⁻¹
inverse Matrix zu A
ad − bc
Determinante der 2 × 2-Matrix
E
Einheitsmatrix passender Größe
Vorgehen bei der Matura
Prüfe zuerst, ob die Matrix quadratisch ist und ihre Determinante nicht null ist.
Berechne A⁻¹ mit der Formel oder der Matrixfunktion des zugelassenen elektronischen Hilfsmittels.
Kontrolliere das Ergebnis durch A · A⁻¹ = E und beachte die Reihenfolge bei weiteren Produkten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für A = [[2, 1], [1, 1]] ist det(A) = 2 · 1 − 1 · 1 = 1. Daher gilt A⁻¹ = [[1, −1], [−1, 2]], und A · A⁻¹ = [[1, 0], [0, 1]] = E₂.
Die dynamische Investitionsrechnung beurteilt Projekte, deren Zahlungen zu verschiedenen Zeitpunkten anfallen. Kapitalwert, interner Zinssatz und Endwert beruhen darauf, sämtliche Zahlungen auf einen gemeinsamen Zeitpunkt zu beziehen.
Formel
C₀ = −A₀ + Σ Rₜ/(1 + i)ᵗ
Größen und Zeichen
C₀
Kapitalwert (€)
A₀
Anschaffungskosten (€)
Rₜ
Netto-Rückfluss (€)
i
Kalkulationszinssatz
Vorgehen bei der Matura
Erstelle eine vollständige Zeitachse aller projektbezogenen Ein- und Auszahlungen.
Wähle den geforderten Vergleichszeitpunkt und den passenden Zinssatz.
Berechne die Kennzahl und formuliere eine Entscheidung mit wirtschaftlicher Interpretation.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Investition kostet 2.000 € und liefert zwei Jahre lang je 1.200 €. Bei 5 % ist C₀ = −2.000 + 1.200/1,05 + 1.200/1,05² ≈ 231,29 €. Nach dem Kapitalwertkriterium ist sie vorteilhaft.
Der Jahreszinssatz gibt die relative Veränderung eines Kapitals innerhalb eines Jahres an. Je nach Angabe kann er nominal oder effektiv sein; für Rechnungen wird er als Dezimalzahl eingesetzt.
Formel
i = p/100; q = 1 + i
Größen und Zeichen
p
Jahreszinssatz in Prozent (%)
i
Jahreszinssatz als Dezimalzahl
q
Jahresfaktor
Vorgehen bei der Matura
Kläre, ob der Zinssatz effektiv oder nominal angegeben ist.
Wandle p % durch Division durch 100 in i um.
Verwende q = 1 + i für jährliche Aufzinsung oder rechne einen passenden Periodenzins aus.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Aus p = 3,6 % folgt i = 0,036 und q = 1,036. 2.500 € wachsen damit in einem Jahr auf 2.500 · 1,036 = 2.590 €.
In der Investitionsrechnung ist der Jahreszinssatz der periodengerechte Vergleichszins für Ab- oder Aufzinsung. Er kann Kalkulations-, Finanzierungs- oder Wiederveranlagungszinssatz sein und erfüllt damit eine andere Rolle als ein bloßer Sparzinssatz.
Formel
Barwertfaktor für t Jahre: (1 + i)⁻ᵗ
Größen und Zeichen
i
für die Bewertung verwendeter Jahreszinssatz
t
Abstand zum Bezugszeitpunkt in Jahren
Vorgehen bei der Matura
Lies aus der Aufgabe ab, welche wirtschaftliche Funktion der Zinssatz besitzt.
Wandle die Prozentangabe in i um und ordne jeder Zahlung den richtigen Exponenten t zu.
Führe eine Sensitivitätsüberlegung durch: Ein höherer Kalkulationszins senkt Barwerte zukünftiger Rückflüsse.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Rückfluss von 10.000 € in 3 Jahren hat bei 6 % den Barwert 10.000/1,06³ ≈ 8.396,19 €. Bei 8 % wären es nur rund 7.938,32 €.
Der kalkulatorische Zinssatz ist die vom Unternehmen geforderte Mindestverzinsung und dient zum Abzinsen zukünftiger Rückflüsse. Er bildet Opportunitätskosten und Risiko in einer vorgegebenen Modellannahme ab.
Formel
C₀(i) = −A₀ + Σ Rₜ/(1 + i)ᵗ
Größen und Zeichen
i
kalkulatorischer Zinssatz
C₀
Kapitalwert beim Zinssatz i (€)
Vorgehen bei der Matura
Übernimm den vorgegebenen Kalkulationszins als Dezimalzahl.
Zinse alle zukünftigen Netto-Rückflüsse damit auf t = 0 ab.
Akzeptiere nach dem Kapitalwertkriterium nur Projekte mit C₀ ≥ 0, sofern keine weitere Bedingung genannt ist.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei A₀ = 5.000 € und einem Rückfluss von 5.500 € nach einem Jahr ergibt 8 % Kalkulationszins C₀ = −5.000 + 5.500/1,08 ≈ 92,59 €. Das Projekt erreicht die Mindestverzinsung.
Die Kapazitätsgrenze S ist die obere langfristige Bestandsgrenze eines Modells für beschränktes oder logistisches Wachstum. Mathematisch ist sie der Grenzwert von N(t) für t → ∞ und wird in den üblichen Modellen nur asymptotisch angenähert. Bei einer beschränkten Abnahme ist S dagegen ein unterer Grenzwert und keine Kapazitätsgrenze.
Formel
lim(t→∞) N(t) = S
Größen und Zeichen
S
obere Kapazitätsgrenze beim Wachstumsmodell
N(t)
Bestandsfunktion
t
Zeit
Vorgehen bei der Matura
Erkenne im Modell den konstanten Wert, dem sich der Bestand langfristig nähert.
Bilde gedanklich oder rechnerisch den Grenzwert t → ∞ und lasse abklingende Terme verschwinden.
Deute S mit Einheit und prüfe, ob berechnete Bestände im vorgesehenen Modellbereich plausibel bleiben.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für N(t) = 1 000/(1 + 9 · 0,5ᵗ) verschwindet 9 · 0,5ᵗ für t → ∞. Daher gilt lim N(t) = 1 000; die Kapazitätsgrenze beträgt 1 000 Individuen.
Der Kapitalwert ist die Summe aller auf den Zeitpunkt 0 abgezinsten Ein- und Auszahlungen einer Investition. Ein positiver Kapitalwert bedeutet, dass die geforderte Verzinsung erreicht und zusätzlich ein Wertüberschuss erzielt wird.
Formel
C₀ = −A₀ + Σₜ₌₁ⁿ Rₜ/(1 + i)ᵗ
Größen und Zeichen
C₀
Kapitalwert bei t = 0 (€)
A₀
Anschaffungsauszahlung (€)
Rₜ
Netto-Rückfluss in Jahr t (€)
i
Kalkulationszinssatz
Vorgehen bei der Matura
Bilde für jedes Jahr den Netto-Rückfluss aus Einzahlungen minus Auszahlungen.
Zinse jeden Rₜ mit (1 + i)ᵗ auf t = 0 ab und berücksichtige A₀ mit negativem Vorzeichen.
Addiere und entscheide: C₀ > 0 vorteilhaft, C₀ = 0 gerade ausreichend, C₀ < 0 nicht ausreichend.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
A₀ = 10.000 €, R₁ = 6.000 €, R₂ = 5.000 €, i = 5 %. C₀ = −10.000 + 6.000/1,05 + 5.000/1,05² ≈ 249,43 €. Die Investition ist nach diesem Kriterium vorteilhaft.
Die beiden Seiten, die den rechten Winkel einschließen, heißen Katheten. In der Standardbezeichnung sind dies a und b; c ist die Hypotenuse. Eine fehlende Kathete wird durch Subtraktion der Quadrate berechnet.
Formel
a² + b² = c²; a = √(c² − b²); b = √(c² − a²)
Größen und Zeichen
a, b
Katheten (Längeneinheit)
c
Hypotenuse (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme die Hypotenuse c als Seite gegenüber dem rechten Winkel.
Subtrahiere das Quadrat der bekannten Kathete vom Quadrat der Hypotenuse.
Ziehe die positive Quadratwurzel und kontrolliere, dass die Kathete kürzer als c ist.
Grafische Einordnung
Rechtwinkeliges Dreieck zum Winkel α: a ist die Gegenkathete, b die Ankathete und c die Hypotenuse.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für c = 13 cm und b = 5 cm ist a = √(13² − 5²) = √(169 − 25) = √144 = 12 cm.
Katheten sind die beiden Seiten, die im rechtwinkeligen Dreieck den rechten Winkel einschließen. Bezogen auf einen spitzen Winkel heißt eine davon Gegenkathete und die andere Ankathete. Welche Rolle eine Kathete hat, ändert sich mit dem betrachteten Winkel.
Formel
a² + b² = c²; a = √(c² − b²); b = √(c² − a²)
Größen und Zeichen
a, b
Katheten (Längeneinheit)
c
Hypotenuse (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Markiere zuerst die Hypotenuse c.
Ordne dem betrachteten Winkel Gegen- und Ankathete zu.
Wähle Pythagoras oder die passende Winkelfunktion und löse nach der Kathete.
Grafische Einordnung
Rechtwinkeliges Dreieck zum Winkel α: a ist die Gegenkathete, b die Ankathete und c die Hypotenuse.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei c = 17 cm und b = 8 cm ist a = √(17² − 8²) = √(289 − 64) = √225 = 15 cm.
Die Kettenregel wird verwendet, wenn eine Funktion in eine andere eingesetzt ist. Man leitet zuerst die äußere Funktion ab, lässt den inneren Ausdruck stehen und multipliziert anschließend mit der Ableitung der inneren Funktion.
Formel
h(x) = f(g(x)) ⇒ h′(x) = f′(g(x)) · g′(x)
Größen und Zeichen
f
äußere Funktion
g
innere Funktion
h = f ∘ g
verkettete Funktion
Vorgehen bei der Matura
Kennzeichne den inneren Ausdruck g(x) und die darum liegende äußere Funktion f.
Leite die äußere Funktion ab, wobei g(x) zunächst unverändert eingesetzt bleibt.
Multipliziere mit g′(x) und vereinfache das vollständige Ergebnis.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für h(x) = (3x − 2)⁴ ist die äußere Ableitung 4(3x − 2)³ und die innere Ableitung 3. Daher gilt h′(x) = 4(3x − 2)³ · 3 = 12(3x − 2)³.
Kilo- ist eine SI-Vorsilbe und steht für den Faktor 10³ = 1 000. Das Zeichen k wird ohne Abstand direkt vor das Einheitenzeichen gesetzt. Damit lassen sich sehr große oder sehr kleine Messwerte übersichtlich angeben.
Formel
1 kE = 10^3 E
Größen und Zeichen
k
Zeichen der Vorsilbe Kilo-
E
Einheit ohne Vorsilbe
Vorgehen bei der Matura
Ersetze die Vorsilbe Kilo- durch den Faktor 10³ = 1 000.
Multipliziere den Zahlenwert mit diesem Faktor, wenn du in die Einheit ohne Vorsilbe umrechnest.
Schreibe das Ergebnis mit Einheit und kontrolliere die Größenordnung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Laufstrecke von 4,8 km entspricht 4,8 · 1 000 m = 4 800 m. Beide Angaben beschreiben dieselbe Streckenlänge.
Komplexe Zahlen erweitern die reellen Zahlen um die imaginäre Einheit i mit i² = −1; in technischen Anwendungen wird dafür häufig j geschrieben. Jede komplexe Zahl besitzt einen Real- und einen Imaginärteil und kann als Punkt oder Vektor in der gaußschen Zahlenebene dargestellt werden. Dadurch lassen sich etwa Gleichungen wie x² + 1 = 0 lösen.
Formel
z = a + b · i (bzw. a + b · j) mit a, b ∈ ℝ und i² = j² = −1
Größen und Zeichen
z
komplexe Zahl
a = Re(z)
Realteil von z
b = Im(z)
Imaginärteil von z
i bzw. j
imaginäre Einheit
Vorgehen bei der Matura
Ersetze auftretende Quadrate der imaginären Einheit konsequent durch i² = −1.
Führe die verlangte Rechnung aus und sammle danach reelle sowie imaginäre Terme getrennt.
Gib das Ergebnis in der Standardform a + b · i an und prüfe beide Komponenten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für z₁ = 2 + 3i und z₂ = 1 − 4i gilt z₁ · z₂ = 2 − 8i + 3i − 12i² = 14 − 5i, weil i² = −1. Das Ergebnis hat Realteil 14 und Imaginärteil −5.
Die Komponentenform z = a + b · i zeigt Realteil und Imaginärteil einer komplexen Zahl unmittelbar. Sie eignet sich besonders zum Addieren und Subtrahieren sowie zum Ablesen der Koordinaten in der gaußschen Zahlenebene.
Formel
z = a + b · i; a = r · cos(φ); b = r · sin(φ)
Größen und Zeichen
a
Realteil beziehungsweise horizontale Koordinate
b
Imaginärteil beziehungsweise vertikale Koordinate
r
Betrag der komplexen Zahl
φ
Argument beziehungsweise Winkel
Vorgehen bei der Matura
Bestimme bei gegebener Polarform den Betrag r und das Argument φ einschließlich des richtigen Quadranten.
Berechne den Realteil mit a = r · cos(φ) und den Imaginärteil mit b = r · sin(φ).
Schreibe beide Werte als z = a + b · i und vereinfache Vorzeichen sowie Nullanteile.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für z = 5 · (cos(53,13°) + i · sin(53,13°)) erhält man a = 5 · 0,6 = 3 und b = 5 · 0,8 = 4. Die Komponentenform lautet daher z = 3 + 4i.
Konfidenzintervalle und lineare Regression · Seite 18
Konfidenzintervall
Bedeutung
Ein Konfidenzintervall liefert aus Stichprobendaten einen plausiblen Bereich für den unbekannten Erwartungswert μ einer normalverteilten Zufallsvariablen. Bei bekannter Populationsstandardabweichung σ wird das z-Quantil verwendet; ist σ unbekannt und wird durch die korrigierte Stichprobenstandardabweichung sₙ₋₁ geschätzt, ist das t-Quantil mit n − 1 Freiheitsgraden richtig. Das Zentrum des Intervalls ist in beiden Fällen der beobachtete Stichprobenmittelwert x̄.
Bestimme das Konfidenzniveau und ob die Populationsstandardabweichung σ bekannt oder unbekannt ist.
Wähle z oder bei unbekanntem σ das t-Quantil mit ν = n − 1 und berechne den Standardfehler.
Multipliziere Quantil und Standardfehler zur Fehlerspanne, bilde beide Grenzen und interpretiere das Intervall fachlich korrekt.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei n = 25 sind x̄ = 72 und sₙ₋₁ = 10 gegeben; σ ist unbekannt und die Grundgesamtheit wird als normalverteilt angenommen. Für 95 % gilt t₂₄;₀,₉₇₅ ≈ 2,064 und die Fehlerspanne ist 2,064·10/√25 = 4,128. Das Intervall lautet [72 − 4,128; 72 + 4,128] = [67,872; 76,128] ≈ [67,87; 76,13].
Ein geometrischer Körper ist dreidimensional und besitzt Volumen sowie äußere Flächen. Seine Bauart entscheidet, ob eine Prisma-, Pyramiden-, Zylinder-, Kegel- oder Kugelformel passt. Reale Objekte werden bei der Matura oft durch solche idealisierten Körper modelliert.
Formel
O = Summe aller äußeren Teilflächen
Größen und Zeichen
O
Oberflächeninhalt (Quadrateinheit)
V
Rauminhalt (Kubikeinheit)
Vorgehen bei der Matura
Ordne das reale Objekt einem Grundkörper oder einer Zusammensetzung von Körpern zu.
Markiere alle gegebenen Maße und gesuchten Flächen beziehungsweise Volumina.
Berechne Teilgrößen mit einheitlichen Einheiten und setze sie passend zusammen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine quaderförmige Schachtel mit 4 cm, 3 cm und 2 cm hat V = 4 · 3 · 2 = 24 cm³. Ihre Oberfläche ist O = 2 · (4 · 3 + 4 · 2 + 3 · 2) = 52 cm².
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Korrelationskoeffizient
Bedeutung
Der Pearson-Korrelationskoeffizient r misst Richtung und Stärke eines linearen Zusammenhangs zweier metrischer Merkmale. Er liegt zwischen −1 und 1 und ist einheitenlos. Ein Wert nahe 0 schließt einen nichtlinearen Zusammenhang nicht aus und Korrelation beweist keine Ursache.
Prüfe im Streudiagramm, ob ein ungefähr linearer Zusammenhang plausibel ist und ob starke Ausreißer vorliegen.
Berechne die Mittelwerte und die Summen aus Abweichungsprodukten und Abweichungsquadraten.
Berechne r und interpretiere Vorzeichen und Betrag, ohne daraus Kausalität abzuleiten.
Grafische Einordnung
Messpunkte mit der Ausgleichsgeraden nach der Methode der kleinsten Quadrate.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für die Paare (1; 2), (2; 3), (3; 5) gilt x̄ = 2 und ȳ = 10/3. Die Produktsumme ist 3, die Quadratsummen sind 2 und 14/3. Daher ist r = 3/√(2·14/3) = 3/√(28/3) ≈ 0,982; es besteht ein sehr starker positiver linearer Zusammenhang.
Die Kosten- und Preistheorie verbindet Kosten-, Preis-, Erlös- und Gewinnfunktionen mit ökonomischen Entscheidungen. Nullstellen, Ableitungen und Extremwerte erhalten dabei eine konkrete betriebliche Bedeutung.
Formel
E(x) = x · p(x); G(x) = E(x) − K(x)
Größen und Zeichen
x
Produktions- beziehungsweise Absatzmenge (Stück)
p(x)
Preis (€/Stück)
K,E,G
Kosten, Erlös und Gewinn (€)
Vorgehen bei der Matura
Lege den ökonomisch sinnvollen Definitionsbereich fest.
Stelle K(x), p(x), E(x) und G(x) sauber mit Einheiten auf.
Wähle je nach Frage Nullstellen, Ungleichungen oder Ableitungen und formuliere die betriebliche Interpretation.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Mit p(x) = 80 − x und K(x) = 20x + 500 entstehen E(x) = 80x − x² und G(x) = −x² + 60x − 500. Damit lassen sich Gewinnzone und Cournot-Punkt bestimmen.
Der kostendeckende Preis bezeichnet in der Matura-Formelsammlung die langfristige Preisuntergrenze. Er ist der minimale Wert der gesamten Stückkosten k(x) und wird bei der Betriebsoptimumsmenge x_opt erreicht. Zu diesem Preis werden langfristig variable und fixe Kosten gedeckt.
Bilde aus der Gesamtkostenfunktion die Stückkosten k(x) = K(x)/x für x > 0.
Bestimme die zulässige Minimumstelle x_opt von k, etwa mit k′(x_opt) = 0 und einer Minimumsprüfung.
Setze x_opt in k ein; der erhaltene Minimalwert ist der kostendeckende Preis.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für k(x) = 0,02x² − 1,2x + 30 + 640/x liegt das Betriebsoptimum bei x_opt = 40. Daher ist p_k = k(40) = 30 €/Stück; bei diesem niedrigsten langfristig kostendeckenden Preis sind auch die Fixkosten berücksichtigt.
Die Kostenfunktion ordnet jeder Produktionsmenge die gesamten Kosten zu. Sie setzt sich aus fixen und variablen Kosten zusammen und bildet die Grundlage für Stück- und Grenzkosten.
Formel
K(x) = F + Kᵥ(x)
Größen und Zeichen
K(x)
Gesamtkosten (€)
F
Fixkosten (€)
Kᵥ(x)
variable Kosten (€)
x
Produktionsmenge (Stück)
Vorgehen bei der Matura
Ordne konstante Kosten dem Fixkostenblock F und mengenabhängige Terme Kᵥ zu.
Stelle K(x) im vorgegebenen Bereich auf.
Kontrolliere K(0) = F und leite bei Bedarf Grenz- oder Stückkosten ab.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Fixkosten von 1.200 € und variable Kosten von 8 € je Stück ergeben K(x) = 1.200 + 8x. Für 250 Stück sind K(250) = 3.200 €.
Die Kostenkehre ist der Wendepunkt einer typischen ertragsgesetzlichen Kostenfunktion. Dort wechselt der Verlauf von degressiv zu progressiv und die Grenzkosten erreichen ihr Minimum.
Formel
K″(x_K) = 0 mit Vorzeichenwechsel; meist K‴(x_K) ≠ 0
Größen und Zeichen
x_K
Menge an der Kostenkehre (Stück)
K″(x)
Krümmung der Kostenfunktion
Vorgehen bei der Matura
Berechne K″(x) und löse K″(x) = 0.
Prüfe den Vorzeichenwechsel von negativ zu positiv oder verwende K‴(x_K) > 0.
Setze x_K in K ein, wenn die Koordinaten des Wendepunkts verlangt sind.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für K(x) = 0,01x³ − 0,6x² + 20x + 500 gilt K″(x) = 0,06x − 1,2. Daraus folgt x_K = 20; wegen K‴ = 0,06 > 0 liegt eine Kostenkehre vor.
Technisch-naturwissenschaftliche Grundlagen · Seite 22
Kraft
Bedeutung
Eine resultierende Kraft verändert nach dem zweiten Newtonschen Gesetz den Bewegungszustand eines Körpers. Sie ist das Produkt aus Masse und Beschleunigung; mehrere Einzelkräfte müssen zuvor unter Beachtung ihrer Richtungen zur resultierenden Kraft zusammengefasst werden.
Formel
F_res = m · a
Größen und Zeichen
F_res
resultierende Kraft (N)
m
Masse (kg)
a
Beschleunigung (m/s²)
Vorgehen bei der Matura
Zeichne bei mehreren Kräften ein Kräftebild und lege positive Richtungen fest.
Bilde die vektorielle beziehungsweise vorzeichenbehaftete resultierende Kraft.
Setze F_res = m · a ein, löse nach der gesuchten Größe und prüfe die Einheit N = kg·m/s².
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Körper mit 1.200 kg wird mit 2,0 m/s² beschleunigt. Die erforderliche resultierende Kraft beträgt F_res = 1.200 · 2,0 = 2.400 N beziehungsweise 2,4 kN.
Die Kreislinie besteht aus allen Punkten einer Ebene mit demselben Abstand r vom Mittelpunkt; die Kreisfläche umfasst auch alle Punkte im Inneren mit einem Abstand höchstens r. Der Umfang wächst proportional zu r, die Fläche proportional zu r² und der Durchmesser ist 2r.
Formel
A = πr²; u = 2πr = πd; d = 2r
Größen und Zeichen
r
Radius (Längeneinheit)
d
Durchmesser (Längeneinheit)
A, u
Flächeninhalt und Umfang
Vorgehen bei der Matura
Prüfe, ob Radius oder Durchmesser gegeben ist, und berechne nötigenfalls r = d/2.
Wähle je nach Frage Flächen- oder Umfangsformel.
Rechne mit π und runde erst beim Endergebnis.
Grafische Einordnung
Kreis mit Radius r – und ein Sektor mit Mittelpunktswinkel α.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für r = 5 cm gilt A = π · 5² = 25π cm² ≈ 78,54 cm². Der Umfang beträgt u = 2π · 5 = 10π cm ≈ 31,42 cm.
Ein Kreisbogen ist ein Teil des Kreisumfangs. Seine Länge entspricht demselben Anteil am Gesamtumfang wie der Mittelpunktswinkel am Vollwinkel. Im Bogenmaß vereinfacht sich die Beziehung zu b = rφ.
Formel
b = (α/360°) · 2πr; b = rφ
Größen und Zeichen
b
Bogenlänge (Längeneinheit)
r
Radius (Längeneinheit)
α
Mittelpunktswinkel im Gradmaß (Grad)
φ
Mittelpunktswinkel im Bogenmaß (Radiant)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Radius und Mittelpunktswinkel samt Winkelmaß.
Berechne beim Gradmaß den Anteil α/360° am Gesamtumfang.
Multipliziere mit 2πr und gib eine Längeneinheit an.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei r = 6 cm und α = 120° ist b = 120/360 · 2π · 6 = 4π cm ≈ 12,57 cm.
Die Kreisfrequenz ω beschreibt die Winkeländerung einer harmonischen Schwingung pro Zeit. Sie ist 2π-mal so groß wie die Frequenz f, weil eine volle Periode 2π rad umfasst. Ihre Einheit ist rad/s.
Formel
ω = 2πf = 2π/T
Größen und Zeichen
ω
Kreisfrequenz (rad/s)
f
Frequenz (Hz)
T
Periodendauer (s)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Frequenz f oder Periodendauer T.
Setze in ω = 2πf beziehungsweise ω = 2π/T ein.
Gib das Ergebnis in rad/s an und runde angemessen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für f = 50 Hz ist ω = 2π · 50 = 100π rad/s ≈ 314,16 rad/s. Die Phase wächst somit pro Sekunde um 100π rad.
Ein Kreissektor ist der von zwei Radien und einem Kreisbogen begrenzte Teil eines Kreises. Sein Flächenanteil entspricht dem Anteil des Mittelpunktswinkels am Vollwinkel. Im Bogenmaß gilt A_S = r²φ/2.
Formel
A_S = (α/360°) · πr²; A_S = r²φ/2
Größen und Zeichen
A_S
Flächeninhalt des Sektors (Quadrateinheit)
r
Radius (Längeneinheit)
α
Mittelpunktswinkel im Gradmaß (Grad)
φ
Mittelpunktswinkel im Bogenmaß (Radiant)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Radius und Mittelpunktswinkel.
Berechne den Winkelanteil α/360° beziehungsweise verwende φ im Bogenmaß.
Multipliziere mit der Kreisfläche und gib eine Quadrateinheit an.
Grafische Einordnung
Kreis mit Radius r – und ein Sektor mit Mittelpunktswinkel α.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für r = 6 cm und α = 120° gilt A_S = 120/360 · π · 6² = 12π cm² ≈ 37,70 cm².
Eine Kugel besteht aus allen Raumpunkten mit höchstens dem Abstand r vom Mittelpunkt; ihre Begrenzungsfläche heißt Kugeloberfläche. Volumen und Oberfläche hängen ausschließlich vom Radius ab. Das Volumen wächst mit r³, die Oberfläche mit r².
Formel
V = 4πr³ / 3; O = 4πr²
Größen und Zeichen
r
Kugelradius (Längeneinheit)
V
Kugelvolumen (Kubikeinheit)
O
Kugeloberfläche (Quadrateinheit)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme den Radius; halbiere einen gegebenen Durchmesser.
Wähle Volumen- oder Oberflächenformel.
Potenziere r korrekt, rechne mit π und ergänze die passende Einheit.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für r = 3 cm ist V = 4π · 3³/3 = 36π cm³ ≈ 113,10 cm³. Die Oberfläche ist O = 4π · 3² = 36π cm² ≈ 113,10 cm²; gleiche Zahlenwerte haben hier verschiedene Einheiten.
Die kurzfristige Preisuntergrenze ist das Minimum der variablen Stückkosten. Kurzfristig kann ein Betrieb Fixkosten als ohnehin anfallend betrachten, muss aber zumindest die zusätzlichen variablen Kosten decken.
Formel
p_kurz = min kᵥ(x)
Größen und Zeichen
p_kurz
kurzfristige Preisuntergrenze (€/Stück)
kᵥ(x)
variable Stückkosten (€/Stück)
Vorgehen bei der Matura
Bilde kᵥ(x) = Kᵥ(x)/x.
Bestimme das Minimum im zulässigen Bereich.
Vergleiche den Marktpreis mit p_kurz und interpretiere eine Produktion darunter als kurzfristig nicht sinnvoll.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Hat kᵥ(x) bei x = 30 sein Minimum von 12 €/Stück, beträgt die kurzfristige Preisuntergrenze 12 €. Ein Preis von 10 € deckt nicht einmal die variablen Kosten.
Lagemaße beschreiben, wo das Zentrum einer Datenverteilung liegt. Wichtige Lagemaße sind arithmetisches Mittel, Median und Modalwert; sie können bei schiefen Daten deutlich voneinander abweichen. Die Wahl soll zur Datenart und zur Fragestellung passen.
Größen und Zeichen
x̄
arithmetisches Mittel
x̃
Median
Vorgehen bei der Matura
Prüfe Skalenniveau, Verteilungsform und mögliche Ausreißer der Daten.
Berechne oder lies die passenden Lagemaße ab.
Vergleiche die Werte und begründe, welches Maß die typische Lage am besten beschreibt.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei den Einkommen 1 800 €, 1 900 €, 2 000 €, 2 100 € und 10 000 € ist das Mittel (17 800 €)/5 = 3 560 €, der Median aber 2 000 €. Wegen des hohen Ausreißers beschreibt der Median das typische Einkommen hier überzeugender.
Die langfristige Preisuntergrenze ist das Minimum der gesamten Stückkosten. Langfristig muss der Preis sowohl variable als auch fixe Kosten pro Einheit decken.
Formel
p_lang = min k(x)
Größen und Zeichen
p_lang
langfristige Preisuntergrenze (€/Stück)
k(x)
gesamte Stückkosten (€/Stück)
Vorgehen bei der Matura
Bilde k(x) = K(x)/x einschließlich Fixkosten.
Bestimme das Minimum und prüfe den Definitionsbereich.
Interpretiere den minimalen Wert als langfristig mindestens erforderlichen Preis.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Liegt das Minimum von k(x) bei x = 40 und beträgt k(40) = 30 €/Stück, ist 30 € die langfristige Preisuntergrenze.
Bei einem Laplace-Versuch sind alle elementaren Ergebnisse gleich wahrscheinlich. Dann kann eine Ereigniswahrscheinlichkeit als Anzahl günstiger durch Anzahl möglicher Ergebnisse berechnet werden. Sind die Elementarereignisse nicht gleich wahrscheinlich, ist diese Quotientenregel nicht zulässig.
Formel
P(A) = |A|/|Ω|
Größen und Zeichen
|A|
Anzahl der für A günstigen Elementarereignisse
|Ω|
Anzahl aller gleich wahrscheinlichen Elementarereignisse
Vorgehen bei der Matura
Beschreibe einen Ergebnisraum mit gleich wahrscheinlichen Elementarereignissen.
Zähle alle möglichen und alle für A günstigen Ergebnisse ohne Doppelzählung.
Bilde den Quotienten |A|/|Ω| und kürze oder wandle ihn in Prozent um.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Beim Werfen zweier fairer Würfel gibt es 6·6 = 36 geordnete, gleich wahrscheinliche Ergebnisse. Die Summe 8 entsteht bei (2,6), (3,5), (4,4), (5,3) und (6,2), also in 5 Fällen. Daher ist P(Summe 8) = 5/36 ≈ 0,1389 = 13,89 %.
Die leere Menge besitzt kein einziges Element. Sie wird mit ∅ oder {} bezeichnet und hat die Mächtigkeit null. Sie tritt etwa als Lösungsmenge einer unlösbaren Gleichung auf.
Formel
|∅| = 0
Größen und Zeichen
|M|
Anzahl der Elemente einer Menge M
Vorgehen bei der Matura
Bestimme alle Objekte, welche die vorgegebene Bedingung erfüllen könnten.
Zeige, dass keines davon die Bedingung erfüllt.
Gib die Lösungs- oder Ergebnismenge als ∅ an.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Über den reellen Zahlen hat x² + 1 = 0 keine Lösung, denn x² ≥ 0 und somit x² + 1 ≥ 1. Die Lösungsmenge ist L = ∅ und |L| = 0.
Technisch-naturwissenschaftliche Grundlagen · Seite 22
Leistung
Bedeutung
Die Leistung misst, wie viel Arbeit beziehungsweise Energie pro Zeit umgesetzt wird. Dieselbe Arbeit erfordert bei kürzerer Zeit eine größere mittlere Leistung.
Formel
P̄ = W/Δt; bei paralleler Kraft und konstanter Geschwindigkeit: P = F · v
Größen und Zeichen
P
Leistung (W = J/s)
W
Arbeit beziehungsweise umgesetzte Energie (J)
Δt
Zeitdauer (s)
F
Kraft (N)
v
Geschwindigkeit (m/s)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme die verrichtete Arbeit oder Energie und die dafür benötigte Zeit in Joule und Sekunden.
Berechne P = W/Δt; verwende F · v nur bei der angegebenen passenden Bewegungssituation.
Gib das Ergebnis in Watt oder einer passenden Vorsatzeinheit an und ordne seine Größenordnung ein.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Lift hebt eine Last und verrichtet dabei in 20 s eine Arbeit von 60.000 J. Seine mittlere Leistung ist P = 60.000/20 = 3.000 W = 3,0 kW.
Bei linearer Abnahme wird pro Zeiteinheit stets derselbe absolute Betrag k abgezogen. Der Graph ist eine fallende Gerade; ein negatives Ergebnis außerhalb des sinnvollen Zeitbereichs zeigt, dass das Modell dort nicht mehr verwendet werden darf.
Ein lineares Gleichungssystem fasst mehrere lineare Gleichungen zusammen, die gleichzeitig erfüllt sein müssen. In Matrizenschreibweise stehen die Koeffizienten in A, die Unbekannten in x und die rechten Seiten in b. Bei invertierbarem A besitzt das quadratische System die eindeutige Lösung x = A⁻¹b.
Formel
A · x = b; bei existierendem A⁻¹ gilt x = A⁻¹ · b
Größen und Zeichen
A
Koeffizientenmatrix
x
Vektor der unbekannten Größen
b
Vektor der rechten Seiten
Vorgehen bei der Matura
Ordne in allen Gleichungen die Variablen gleich und übertrage ihre Koeffizienten zeilenweise in A.
Schreibe die Unbekannten in x und die rechten Seiten in b und löse das System mit einem geeigneten Verfahren.
Setze die gefundene Lösung in die ursprünglichen Gleichungen ein und prüfe jede Gleichung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Aus x + y = 5 und 2x − y = 1 wird [[1, 1], [2, −1]] · (x | y) = (5 | 1). Addieren der Gleichungen ergibt 3x = 6, also x = 2 und y = 3; beide Ausgangsgleichungen sind erfüllt.
Konfidenzintervalle und lineare Regression · Seite 18
lineare Regression
Bedeutung
Die lineare Regression passt eine Gerade ŷ = a + bx an Beobachtungspaare an, sodass die Summe der quadrierten vertikalen Residuen minimal wird. Die Steigung b beschreibt die vorhergesagte Änderung von y je zusätzlicher x-Einheit. Vorhersagen weit außerhalb des beobachteten x-Bereichs sind Extrapolationen und besonders unsicher.
Formel
b = Σ(xᵢ − x̄)(yᵢ − ȳ)/Σ(xᵢ − x̄)², a = ȳ − b·x̄, ŷ = a + b·x
Größen und Zeichen
b
Steigung der Regressionsgeraden
a
y-Achsenabschnitt
ŷ
durch das Modell vorhergesagter y-Wert
yᵢ − ŷᵢ
Residuum des i-ten Punkts
Vorgehen bei der Matura
Zeichne oder prüfe das Streudiagramm und begründe, ob ein lineares Modell sinnvoll ist.
Berechne b und danach a = ȳ − bx̄ oder bestimme beide mit einer Regressionsfunktion.
Setze einen x-Wert zur Prognose ein und beurteile Ergebnis, Einheit und Lage innerhalb oder außerhalb des Datenbereichs.
Grafische Einordnung
Messpunkte mit der Ausgleichsgeraden nach der Methode der kleinsten Quadrate.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für (1; 2), (2; 3), (3; 5) gilt x̄ = 2, ȳ = 10/3, die Produktsumme 3 und Σ(xᵢ − x̄)² = 2. Somit ist b = 3/2 = 1,5 und a = 10/3 − 1,5·2 = 1/3 ≈ 0,333. Die Gerade lautet ŷ = 0,333 + 1,5x; für x = 4 ergibt sie ŷ ≈ 6,33.
Die lineare Substitution vereinfacht Integrale, in denen ein Ausdruck ax + b als inneres Argument vorkommt. Mit u = ax + b wird du = a dx, wodurch der konstante innere Ableitungsfaktor ausgeglichen wird. Bei bestimmten Integralen können entweder die Grenzen mittransformiert oder nach der Integration wieder x eingesetzt werden.
Formel
∫ f(ax + b) dx = (1/a)·F(ax + b) + C, a ≠ 0
Größen und Zeichen
u
neue Variable mit u = ax + b
a, b
Konstanten der linearen inneren Funktion
F
Stammfunktion von f
Vorgehen bei der Matura
Setze u = ax + b und forme dx = du/a um.
Ersetze den inneren Ausdruck und bei einem bestimmten Integral auch die Grenzen.
Integriere bezüglich u, setze bei Bedarf zurück und werte die Grenzen aus.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Berechne ∫₀¹ (2x + 1)³ dx. Mit u = 2x + 1 und dx = du/2 ändern sich die Grenzen von x = 0, 1 auf u = 1, 3. Daher gilt (1/2)∫₁³u³du = [u⁴/8]₁³ = (81 − 1)/8 = 10.
Der lineare Mittelwert einer Funktion ist jener konstante Funktionswert, der über dasselbe Intervall denselben vorzeichenbehafteten Flächeninhalt ergibt. Er verallgemeinert das arithmetische Mittel auf kontinuierlich verteilte Werte. Der Mittelwert kann bei negativen Funktionswerten auch kleiner als null sein.
Formel
m = (1/(b − a))·∫ₐᵇ f(x) dx
Größen und Zeichen
m
linearer Mittelwert der Funktion
a, b
Grenzen des betrachteten Intervalls
f(x)
zu mittelnde Funktion
Vorgehen bei der Matura
Berechne das bestimmte Integral von f über [a; b].
Bestimme die Intervalllänge b − a.
Dividiere den Integralwert durch b − a und interpretiere das Ergebnis in der Einheit von f.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für f(x) = x² auf [0; 3] ist ∫₀³x²dx = [x³/3]₀³ = 9. Die Intervalllänge beträgt 3, daher ist m = 9/3 = 3. Die konstante Funktion y = 3 besitzt auf [0; 3] denselben Flächeninhalt wie f.
Bei linearem Wachstum kommt in gleichen Zeitabständen immer derselbe absolute Betrag hinzu. Der Graph ist eine Gerade mit konstanter Steigung k; die relative prozentuelle Zunahme wird dabei mit wachsendem Bestand kleiner.
Potenzen, Logarithmen und quadratische Gleichungen · Seite 4
Linearfaktoren
Bedeutung
Ein Linearfaktor x − x₀ gehört zu einer Nullstelle x₀ eines Polynoms. Ein Polynom lässt sich, soweit es über dem betrachteten Zahlenbereich zerfällt, als Produkt seiner Linearfaktoren schreiben. Mehrfache Nullstellen führen zu mehrfach vorkommenden Faktoren.
Formel
f(x) = a · (x − x₁) · (x − x₂) · … · (x − xₙ)
Größen und Zeichen
x₁, …, xₙ
Nullstellen des Polynoms
a
führender Koeffizient, a ≠ 0
Vorgehen bei der Matura
Bestimme sämtliche Nullstellen des Polynoms.
Bilde zu jeder Nullstelle xᵢ den Faktor (x − xᵢ).
Bestimme den Vorfaktor a durch Vergleich des führenden Koeffizienten oder durch Einsetzen eines Punktes.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für f(x) = x² − 5x + 6 sind die Nullstellen x₁ = 2 und x₂ = 3. Daher ist f(x) = (x − 2)(x − 3); Ausmultiplizieren ergibt wieder x² − 5x + 6.
Potenzen, Logarithmen und quadratische Gleichungen · Seite 4
Logarithmen
Bedeutung
Ein Logarithmus gibt den Exponenten an, mit dem eine positive Basis potenziert werden muss, um einen positiven Wert zu erhalten. Er macht unbekannte Exponenten in Exponentialgleichungen zugänglich. Für die Basis gilt a > 0 und a ≠ 1, für das Argument b > 0.
Formel
x = logₐ(b) ⇔ aˣ = b; logₐ(uv) = logₐ(u) + logₐ(v); logₐ(uʳ) = r · logₐ(u)
Größen und Zeichen
a
positive Basis ungleich 1
b, u, v
positive Logarithmusargumente
x, r
Exponenten
Vorgehen bei der Matura
Isoliere die Potenz beziehungsweise den logarithmischen Ausdruck.
Logarithmiere beide Seiten und hole unbekannte Exponenten mit der Potenzregel nach vorne.
Löse nach der Unbekannten und führe eine Probe im ursprünglichen Ausdruck durch.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für 3^(x + 1) = 81 gilt x + 1 = ln(81) / ln(3) = 4. Somit ist x = 3; die Probe 3^(3 + 1) = 3⁴ = 81 stimmt.
Logistisches Wachstum startet bei 0 < N₀ < S, wird in der Nähe der positiven Kapazitätsgrenze S gebremst und nähert sich ihr in einer S-Kurve. Die Darstellungen mit aᵗ und e^(−λt) sind bei derselben Zeiteinheit genau dann gleichwertig, wenn λ = −ln(a) gilt.
Formel
N(t) = S/(1 + c · aᵗ) = S/(1 + c · e^(−λt)); c = (S − N₀)/N₀; S > 0; 0 < N₀ < S; 0 < a < 1; λ = −ln(a)
Größen und Zeichen
N₀
positiver Anfangsbestand unterhalb von S
S
positive Kapazitätsgrenze
c
aus S und N₀ bestimmter Formparameter
a
Faktor mit 0 < a < 1
λ
zu a gehörende positive Wachstumskonstante mit λ = −ln(a) (1/Zeiteinheit)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Anfangswert N₀ und Kapazitätsgrenze S und berechne c = (S − N₀)/N₀.
Ermittle den Zeitfaktor a oder die Konstante λ und verbinde beide bei Bedarf mit λ = −ln(a).
Berechne N(t) und prüfe Anfangswert, S-förmigen Verlauf sowie die langfristige Grenze S.
Grafische Einordnung
Logistisches Wachstum: erst fast exponentiell, dann Annäherung an S.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für S = 1 000, N₀ = 100 und a = 0,5 gilt c = (1 000 − 100)/100 = 9. Damit ist N(4) = 1 000/(1 + 9 · 0,5⁴) = 1 000/1,5625 = 640 Individuen.
Die lokale Änderungsrate beschreibt die Veränderung einer Funktion unmittelbar an einer bestimmten Stelle. Sie ist der Wert der Ableitung an dieser Stelle und entspricht geometrisch der Steigung der Tangente am Graphen.
Formel
lokale Änderungsrate an x₀: f′(x₀)
Größen und Zeichen
x₀
betrachtete Stelle
f′
Ableitungsfunktion
f′(x₀)
lokale Änderungsrate an x₀
Vorgehen bei der Matura
Leite die gegebene Funktion nach der unabhängigen Variable ab.
Setze die konkrete Stelle x₀ in die Ableitungsfunktion ein.
Deute Vorzeichen, Größe und Einheit als lokale Zu- oder Abnahme.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für f(x) = x³ ist f′(x) = 3x². An der Stelle x₀ = 2 gilt f′(2) = 3 · 2² = 12; die Tangente hat dort die Steigung 12.
Die Mantelfläche umfasst die seitlichen Flächen eines Körpers ohne Grund- und Deckfläche. Beim geraden Prisma ist sie Grundumfang mal Höhe; beim Zylinder ergibt das Abrollen ein Rechteck. Beim Kegel wird statt der Körperhöhe die Mantellinie verwendet.
Im Marktgleichgewicht stimmen Angebots- und Nachfragepreis bei derselben Menge überein. Der Schnittpunkt liefert Gleichgewichtsmenge und Gleichgewichtspreis.
Formel
p_A(x_G) = p_N(x_G); P_G = (x_G | p_G)
Größen und Zeichen
p_A(x)
Angebotspreis (€/Stück)
p_N(x)
Nachfragepreis (€/Stück)
x_G
Gleichgewichtsmenge (Stück)
Vorgehen bei der Matura
Setze Angebots- und Nachfragefunktion gleich.
Löse nach x_G und kontrolliere den gemeinsamen Definitionsbereich.
Setze x_G in eine Preisfunktion ein und gib den Punkt mit Menge und Preis an.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für p_A(x) = 10 + 0,5x und p_N(x) = 70 − x gilt 10 + 0,5x = 70 − x. Daher x_G = 40 und p_G = 30 €, also P_G = (40 | 30).
Technisch-naturwissenschaftliche Grundlagen · Seite 22
Masse
Bedeutung
Die Masse ist ein Maß für die Trägheit eines Körpers und wird in Kilogramm angegeben. Sie ist weder mit der Stoffmenge (Einheit mol) noch mit der Gewichtskraft in Newton gleichzusetzen. In den Formeln dieses Abschnitts kann sie etwa aus Dichte und Volumen oder aus Kraft und Beschleunigung bestimmt werden.
Formel
m = ρ · V; bei bekannter resultierender Kraft: m = F_res/a
Größen und Zeichen
m
Masse (kg)
ρ
Dichte (kg/m³)
V
Volumen (m³)
F_res
resultierende Kraft (N)
a
Beschleunigung (m/s²)
Vorgehen bei der Matura
Wähle anhand der gegebenen Größen die passende Beziehung und forme sie gegebenenfalls nach m um.
Vereinheitliche alle Einheiten, besonders Volumen- und Dichteeinheiten.
Setze ein und prüfe, ob die erhaltene Masse positiv und für das beschriebene Objekt plausibel ist.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Körper aus einem Material mit ρ = 7.800 kg/m³ hat ein Volumen von 0,0020 m³. Seine Masse beträgt m = 7.800 · 0,0020 = 15,6 kg.
Eine Matrix ist eine rechteckige Anordnung von Zahlen, mit der sich lineare Zusammenhänge und Daten kompakt darstellen lassen. Addition ist nur bei gleicher Dimension möglich; für A · B muss die Spaltenzahl von A gleich der Zeilenzahl von B sein. Die Matrixmultiplikation ist im Allgemeinen nicht vertauschbar.
Formel
C = A · B mit cᵢⱼ = Σₖ aᵢₖbₖⱼ; A (m × p) · B (p × n) = C (m × n)
Größen und Zeichen
aᵢⱼ
Eintrag von A in Zeile i und Spalte j
A, B
zu verknüpfende Matrizen
C
Produktmatrix
Vorgehen bei der Matura
Prüfe vor jeder Operation die Dimensionen und bestimme die Dimension der Ergebnismatrix.
Bei Addition rechne elementweise; bei Multiplikation bilde für jeden Eintrag Zeile von A mal Spalte von B.
Kontrolliere einzelne Einträge und vertausche die Faktoren nur, wenn dies ausdrücklich zulässig und geprüft ist.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für A = [[1, 2], [3, 4]] und B = [[2, 0], [1, 5]] gilt A · B = [[1 · 2 + 2 · 1, 1 · 0 + 2 · 5], [3 · 2 + 4 · 1, 3 · 0 + 4 · 5]] = [[4, 10], [10, 20]].
Der Median teilt eine geordnete Datenreihe so, dass mindestens die Hälfte der Werte nicht größer und mindestens die Hälfte nicht kleiner ist. Bei ungeradem n ist er der mittlere Wert, bei geradem n üblicherweise das Mittel der beiden mittleren Werte. Gegen Ausreißer ist er wesentlich robuster als das arithmetische Mittel.
Formel
x̃ = x₍ₙ₊₁₎⁄₂ bei ungeradem n; x̃ = (xₙ⁄₂ + xₙ⁄₂₊₁)/2 bei geradem n
Größen und Zeichen
x̃
Median
x₍ᵢ₎
i-ter Wert der geordneten Datenreihe
n
Anzahl der Beobachtungen
Vorgehen bei der Matura
Ordne alle Werte aufsteigend und bestimme n.
Wähle je nach geradem oder ungeradem n die mittlere Position beziehungsweise die beiden mittleren Positionen.
Lies den Wert ab oder bilde das Mittel der beiden mittleren Werte und interpretiere die Teilung der Daten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Die geordneten Werte 2, 4, 7, 9, 20 haben n = 5. Die mittlere Position ist (5 + 1)/2 = 3, daher ist x̃ = 7. Je zwei Beobachtungen liegen unterhalb und oberhalb des Medians.
Mega- ist eine SI-Vorsilbe und steht für den Faktor 10⁶ = 1 000 000. Das Zeichen M wird ohne Abstand direkt vor das Einheitenzeichen gesetzt. Damit lassen sich sehr große oder sehr kleine Messwerte übersichtlich angeben.
Formel
1 ME = 10^6 E
Größen und Zeichen
M
Zeichen der Vorsilbe Mega-
E
Einheit ohne Vorsilbe
Vorgehen bei der Matura
Ersetze die Vorsilbe Mega- durch den Faktor 10⁶ = 1 000 000.
Multipliziere den Zahlenwert mit diesem Faktor, wenn du in die Einheit ohne Vorsilbe umrechnest.
Schreibe das Ergebnis mit Einheit und kontrolliere die Größenordnung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Kraftwerk liefert 3,2 MW. Ohne Vorsilbe sind das 3,2 · 10⁶ W = 3 200 000 W.
Eine Menge fasst eindeutig bestimmbare Objekte zu einer Einheit zusammen. Die Reihenfolge und eine mehrfache Nennung der Elemente ändern die Menge nicht. Mengen können aufgezählt oder durch eine Eigenschaft beschrieben werden.
Formel
A = {x | x erfüllt eine vorgegebene Bedingung}
Größen und Zeichen
A
Name der Menge
x
mögliches Element der Menge
Vorgehen bei der Matura
Lege fest, welche Eigenschaft ein Objekt erfüllen muss.
Prüfe jedes betrachtete Objekt anhand dieser Eigenschaft.
Notiere die passenden Elemente ohne Wiederholungen in Mengenklammern.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Gesucht sind die positiven geraden Zahlen kleiner als 9. Die Werte 2, 4, 6 und 8 erfüllen beide Bedingungen; daher ist A = {2, 4, 6, 8} und |A| = 4.
Mikro- ist eine SI-Vorsilbe und steht für den Faktor 10⁻⁶ = 0,000001. Das Zeichen µ wird ohne Abstand direkt vor das Einheitenzeichen gesetzt. Damit lassen sich sehr große oder sehr kleine Messwerte übersichtlich angeben.
Formel
1 µE = 10^−6 E
Größen und Zeichen
µ
Zeichen der Vorsilbe Mikro-
E
Einheit ohne Vorsilbe
Vorgehen bei der Matura
Ersetze die Vorsilbe Mikro- durch den Faktor 10⁻⁶ = 0,000001.
Multipliziere den Zahlenwert mit diesem Faktor, wenn du in die Einheit ohne Vorsilbe umrechnest.
Schreibe das Ergebnis mit Einheit und kontrolliere die Größenordnung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Schicht ist 250 µm dick. In Metern ergibt sich 250 · 10⁻⁶ m = 0,00025 m.
Milli- ist eine SI-Vorsilbe und steht für den Faktor 10⁻³ = 0,001. Das Zeichen m wird ohne Abstand direkt vor das Einheitenzeichen gesetzt. Damit lassen sich sehr große oder sehr kleine Messwerte übersichtlich angeben.
Formel
1 mE = 10^−3 E
Größen und Zeichen
m
Zeichen der Vorsilbe Milli-
E
Einheit ohne Vorsilbe
Vorgehen bei der Matura
Ersetze die Vorsilbe Milli- durch den Faktor 10⁻³ = 0,001.
Multipliziere den Zahlenwert mit diesem Faktor, wenn du in die Einheit ohne Vorsilbe umrechnest.
Schreibe das Ergebnis mit Einheit und kontrolliere die Größenordnung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Flasche enthält 750 mL. Das sind 750 · 0,001 L = 0,75 L; die Flasche enthält somit drei Viertelliter.
Mit Mittelwert ist in deskriptiv-statistischen Aufgaben ohne weiteren Zusatz meist das arithmetische Mittel gemeint. Bei einer Häufigkeitsverteilung ist es ein gewichteter Durchschnitt aller Ausprägungen. Es beschreibt die Lage, aber nicht, wie stark die Einzelwerte schwanken.
Formel
x̄ = (Σⱼ xⱼ·Hⱼ)/n
Größen und Zeichen
xⱼ
mögliche Merkmalsausprägung
Hⱼ
absolute Häufigkeit von xⱼ
n
Summe aller Häufigkeiten
Vorgehen bei der Matura
Multipliziere jede Ausprägung mit ihrer absoluten Häufigkeit.
Addiere die Produkte und bestimme n als Summe der Häufigkeiten.
Dividiere die gewichtete Summe durch n und deute den Durchschnitt im Sachzusammenhang.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Die Noten 1 bis 5 treten mit den Häufigkeiten 2, 5, 7, 4 und 2 auf. Die gewichtete Summe ist 1·2 + 2·5 + 3·7 + 4·4 + 5·2 = 59 bei n = 20. Daher ist x̄ = 59/20 = 2,95; die durchschnittliche Note beträgt 2,95.
Die mittlere Änderungsrate beschreibt die durchschnittliche Änderung einer Größe je Einheit der unabhängigen Variable über ein Intervall. Geometrisch ist sie die Steigung der Sekante durch die beiden Randpunkte des Funktionsgraphen.
Formel
m = (f(b) − f(a))/(b − a), b ≠ a
Größen und Zeichen
a, b
Anfang und Ende des Intervalls
f(a), f(b)
Funktionswerte an den Grenzen
m
mittlere Änderungsrate
Vorgehen bei der Matura
Lies das betrachtete Intervall und berechne beide Randwerte der Funktion.
Teile die Änderung der Funktionswerte durch die Länge des Intervalls.
Formuliere das Ergebnis als durchschnittliche Änderung pro Einheit der unabhängigen Größe.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Die Temperatur steigt zwischen 8 Uhr und 14 Uhr von 14 °C auf 26 °C. Die mittlere Änderungsrate ist (26 − 14)/(14 − 8) = 12/6 = 2 °C pro Stunde.
Der modifizierte interne Zinssatz i_mod ist im Matura-Modell jener konstante Jahreszinssatz, mit dem die Anschaffungskosten A₀ bis zum Ende der Nutzungsdauer auf denselben Betrag wachsen wie der Endwert E der zum Zinssatz i_W wiederveranlagten Rückflüsse. Dadurch wird nicht unterstellt, dass Zwischenrückflüsse zum internen Zinssatz angelegt werden.
Formel
A₀ · (1 + i_mod)ⁿ = E; i_mod = ⁿ√(E/A₀) − 1
Größen und Zeichen
i_mod
modifizierter interner Zinssatz pro Jahr
A₀
Anschaffungskosten bei t = 0 (€)
E
Endwert der mit i_W wiederveranlagten Rückflüsse (€)
n
Nutzungsdauer in Jahren
Vorgehen bei der Matura
Berechne zuerst E, indem du alle Rückflüsse mit dem Wiederveranlagungszinssatz i_W bis t = n aufzinst.
Stelle die Gleichung A₀ · (1 + i_mod)ⁿ = E auf und dividiere durch A₀.
Ziehe die n-te Wurzel, subtrahiere 1 und vergleiche i_mod mit der in der Aufgabe verlangten Mindestverzinsung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Anschaffungskosten von 10.000 € stehen nach 3 Jahren einem Endwert der wiederveranlagten Rückflüsse von 12.597,12 € gegenüber. Daher gilt i_mod = ³√(12.597,12/10.000) − 1 = 0,08, also 8,0 % p. a.
Die momentane Änderungsrate gibt an, wie schnell sich eine Größe genau zu einem bestimmten Zeitpunkt oder an einer bestimmten Stelle ändert. Mathematisch ist sie der Ableitungswert; bei einer Wegfunktion entspricht sie beispielsweise der Momentangeschwindigkeit.
Formel
momentane Änderungsrate bei x₀: f′(x₀)
Größen und Zeichen
f
Bestands-, Weg- oder andere Ausgangsfunktion
x₀
betrachteter Zeitpunkt beziehungsweise Ort
f′(x₀)
momentane Änderungsrate
Vorgehen bei der Matura
Identifiziere die Funktion und die Stelle, auf die sich das Wort „momentan“ bezieht.
Bestimme die Ableitungsfunktion mit den passenden Ableitungsregeln.
Setze die Stelle ein und interpretiere den Wert samt Vorzeichen und Einheit.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für die Wegfunktion s(t) = 2t³ in Metern ist v(t) = s′(t) = 6t². Nach t = 2 s beträgt die momentane Geschwindigkeit v(2) = 6 · 2² = 24 m/s.
Im offenen Produktionsmodell enthält der Nachfragevektor n jene Produktmengen, die außerhalb des betrachteten Produktionssystems benötigt werden. Er ist daher der Teil des Produktionsvektors, der nach Abzug des innerbetrieblichen Verbrauchs A · x übrig bleibt.
Formel
n = (E − A) · x = x − A · x
Größen und Zeichen
n
externe Nachfrage nach den Produkten
x
gesamter Produktionsvektor
A
quadratische Verflechtungsmatrix
E
Einheitsmatrix passender Größe
Vorgehen bei der Matura
Berechne mit A · x zuerst, welche Mengen intern für die Produktion benötigt werden.
Subtrahiere diesen innerbetrieblichen Bedarf komponentenweise vom gesamten Produktionsvektor x.
Interpretiere jede Komponente von n als für den externen Markt verfügbare beziehungsweise verlangte Menge.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Seien A = [(0,2 | 0,1); (0,1 | 0,2)] und x = (100 | 80). Dann ist A · x = (28 | 26) und n = x − A · x = (100 | 80) − (28 | 26) = (72 | 54).
Nano- ist eine SI-Vorsilbe und steht für den Faktor 10⁻⁹ = 0,000000001. Das Zeichen n wird ohne Abstand direkt vor das Einheitenzeichen gesetzt. Damit lassen sich sehr große oder sehr kleine Messwerte übersichtlich angeben.
Formel
1 nE = 10^−9 E
Größen und Zeichen
n
Zeichen der Vorsilbe Nano-
E
Einheit ohne Vorsilbe
Vorgehen bei der Matura
Ersetze die Vorsilbe Nano- durch den Faktor 10⁻⁹ = 0,000000001.
Multipliziere den Zahlenwert mit diesem Faktor, wenn du in die Einheit ohne Vorsilbe umrechnest.
Schreibe das Ergebnis mit Einheit und kontrolliere die Größenordnung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Licht hat eine Wellenlänge von 85 nm. In Metern sind das 85 · 10⁻⁹ m = 8,5 · 10⁻⁸ m = 0,000000085 m.
Die natürlichen Zahlen werden zum Zählen verwendet und hier einschließlich null mit ℕ bezeichnet. Ohne null schreibt man häufig ℕ* oder ℕ⁺. Welche Konvention gilt, muss aus Angabe oder Formelheft hervorgehen.
Formel
ℕ = {0, 1, 2, 3, …}; ℕ* = {1, 2, 3, …}
Größen und Zeichen
ℕ
natürliche Zahlen einschließlich null
ℕ*
positive natürliche Zahlen ohne null
Vorgehen bei der Matura
Prüfe, ob der Wert ganzzahlig und nicht negativ ist.
Kläre anhand der verwendeten Schreibweise, ob null zugelassen ist.
Gib die Zugehörigkeit mit ∈ oder ∉ an.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für n ∈ ℕ und n < 4 sind bei ℕ = {0, 1, 2, …} die Werte n = 0, 1, 2, 3 möglich. Die Lösungsmenge ist {0, 1, 2, 3} und enthält vier Elemente.
Potenzen, Logarithmen und quadratische Gleichungen · Seite 4
natürlicher Logarithmus
Bedeutung
Der natürliche Logarithmus ln besitzt die Eulersche Zahl e als Basis. Er ist die Umkehrfunktion der Exponentialfunktion eˣ und tritt deshalb bei kontinuierlichem Wachstum und Zerfall auf. Das Argument von ln muss positiv sein.
Formel
y = ln(u) ⇔ eʸ = u für u > 0; ln(eˣ) = x für x ∈ ℝ; e^(ln(u)) = u für u > 0
Größen und Zeichen
e
Eulersche Zahl, ungefähr 2,71828
u
positives Argument des Logarithmus
x
beliebiger reeller Exponent
y
Exponent zur Basis e
Vorgehen bei der Matura
Isoliere den Ausdruck mit der e-Potenz.
Wende ln auf beide Seiten an und nutze ln(eʸ) = y.
Löse die verbleibende Gleichung und prüfe Einheit und Größenordnung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Bestand wächst nach N(t) = 500 · e^(0,04t). Für N(t) = 700 gilt e^(0,04t) = 1,4 und damit 0,04t = ln(1,4). Es folgt t = ln(1,4) / 0,04 ≈ 8,41 Zeiteinheiten.
Ein Normalvektor steht senkrecht auf einem gegebenen, von null verschiedenen Richtungsvektor oder auf einer Geraden. In der Ebene entsteht aus a = (a₁ | a₂) beispielsweise n = (−a₂ | a₁); jedes von null verschiedene Vielfache davon ist ebenfalls ein Normalvektor.
Formel
Für a = (a₁ | a₂) ≠ (0 | 0): n = k · (−a₂ | a₁), k ∈ ℝ ∖ {0}
Größen und Zeichen
a
gegebener, von null verschiedener Richtungsvektor
n
Normalvektor zu a
k
von null verschiedener Skalierungsfaktor
Vorgehen bei der Matura
Vertausche bei einem zweidimensionalen Richtungsvektor die beiden Komponenten.
Ändere bei genau einer der beiden Komponenten das Vorzeichen.
Kontrolliere mit dem Skalarprodukt a · n = 0, ob die Vektoren tatsächlich orthogonal sind.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Zu a = (3 | −2) kann n = (2 | 3) gewählt werden. Die Kontrolle ergibt a · n = 3 · 2 + (−2) · 3 = 6 − 6 = 0, also steht n senkrecht auf a.
Die Normalverteilung ist eine stetige, symmetrische Glockenverteilung, die durch Erwartungswert μ und Standardabweichung σ festgelegt wird. μ bestimmt die Lage und σ die Breite. Wahrscheinlichkeiten werden über die Verteilungsfunktion oder nach einer Standardisierung berechnet.
Formel
X ~ N(μ, σ²), z = (x − μ)/σ
Größen und Zeichen
μ
Erwartungswert und Symmetriezentrum (Einheit von X)
σ
Standardabweichung mit σ > 0 (Einheit von X)
z
standardisierter Wert ohne Einheit
Vorgehen bei der Matura
Identifiziere μ, σ und die gesuchte Grenze beziehungsweise den gesuchten Bereich.
Standardisiere Grenzen mit z = (x − μ)/σ oder verwende direkt eine Normalverteilungsfunktion.
Wähle die richtige Fläche, berechne sie und interpretiere die Wahrscheinlichkeit im Kontext.
Grafische Einordnung
Dichtekurve der Normalverteilung, symmetrisch um μ. Flächen sind Wahrscheinlichkeiten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Körpergrößen seien normalverteilt mit μ = 170 cm und σ = 6 cm. Für 176 cm ist z = (176 − 170)/6 = 1. Aus Φ(1) ≈ 0,8413 folgt P(X ≤ 176) ≈ 84,13 %; etwa 84,13 % sind höchstens 176 cm groß.
Der Nullphasenwinkel φ₀ legt fest, an welcher Stelle der Schwingungszyklus bei t = 0 beginnt. Für ω ≠ 0 bewirkt er in A · sin(ωt + φ₀) eine horizontale Verschiebung. Wegen der Periodizität sind Verschiebungen, die sich um eine ganze Periodendauer T unterscheiden, gleichwertig.
Formel
y(t) = d + A · sin(ωt + φ₀); t_V = −φ₀/ω für ω ≠ 0, bestimmt modulo T
Größen und Zeichen
φ₀
Nullphasenwinkel (Radiant)
ω
von null verschiedener Frequenzkoeffizient (rad pro Zeiteinheit)
t_V
horizontale Verschiebung (Zeiteinheit)
Vorgehen bei der Matura
Bringe das Argument der Sinusfunktion auf die Form ωt + φ₀.
Lies φ₀ einschließlich seines Vorzeichens ab.
Berechne die zeitliche Verschiebung mit t_V = −φ₀/ω und prüfe den Startwert.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für y(t) = 3 sin(2t − π/2) sind ω = 2 und φ₀ = −π/2. Daher ist t_V = −(−π/2)/2 = π/4. Außerdem gilt y(0) = 3 sin(−π/2) = −3.
Die Nutzungsdauer ist der Zeitraum, über den eine Investition wirtschaftlich betrachtet wird. Sie bestimmt Anzahl und Exponenten der Rückflüsse sowie den Zeitpunkt eines möglichen Restwerts.
Formel
t = 0, 1, …, n mit Nutzungsdauer n
Größen und Zeichen
n
Anzahl der Bewertungsperioden
t
Zeitpunkt eines Rückflusses
Vorgehen bei der Matura
Lege Beginn t = 0 und Ende t = n auf der Zeitachse fest.
Ordne alle laufenden Rückflüsse und einen möglichen Restwert den Perioden zu.
Vergleiche Projekte unterschiedlicher Dauer nur mit einer dafür vorgesehenen Methode oder einem gemeinsamen Betrachtungszeitraum.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Maschine wird zu t = 0 gekauft, liefert in den Jahren 1 bis 4 Rückflüsse und wird am Ende von Jahr 4 um 2.000 € verkauft. Die Nutzungsdauer ist n = 4; der Restwert gehört zusätzlich zu R₄.
Die Oberfläche ist die Summe aller außen liegenden Flächen eines Körpers. Bei Prisma und Zylinder besteht sie aus Mantel sowie Grund- und Deckfläche. Offene Flächen werden nur mitgezählt, wenn sie tatsächlich vorhanden sind.
Formel
O_Prisma/Zylinder = 2G + M; O_Pyramide/Kegel = G + M
Größen und Zeichen
O
Oberflächeninhalt (Quadrateinheit)
G
Grundfläche (Quadrateinheit)
M
Mantelfläche (Quadrateinheit)
Vorgehen bei der Matura
Markiere in einer Skizze jede tatsächlich vorhandene Außenfläche.
Berechne Grundflächen und Mantelfläche getrennt.
Addiere alle äußeren Flächen genau einmal.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für einen geschlossenen Zylinder mit r = 2 cm und h = 8 cm gilt G = 4π cm² und M = 32π cm². Daher ist O = 2G + M = 8π + 32π = 40π cm² ≈ 125,66 cm².
Zwei von null verschiedene Vektoren stehen genau dann senkrecht aufeinander, wenn ihr Skalarprodukt null ist. Das Kriterium eignet sich für Richtungs- und Normalvektoren sowie zum Nachweis eines rechten Winkels in geometrischen Aufgaben.
Formel
a · b = 0 ⇔ a ⟂ b, sofern |a| ≠ 0 und |b| ≠ 0
Größen und Zeichen
a, b
zu prüfende, von null verschiedene Vektoren
a · b
Skalarprodukt der Vektoren
Vorgehen bei der Matura
Prüfe zuerst, ob keiner der beiden Vektoren der Nullvektor ist.
Berechne das Skalarprodukt als Summe der Produkte entsprechender Komponenten.
Ist das Ergebnis genau null, folgere Orthogonalität; andernfalls liegt kein rechter Winkel vor.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = (2 | 1) und b = (1 | −2) gilt a · b = 2 · 1 + 1 · (−2) = 0. Da beide Vektoren von null verschieden sind, stehen sie orthogonal aufeinander.
Zwei von null verschiedene Vektoren sind parallel, wenn einer ein von null verschiedenes skalares Vielfaches des anderen ist. Ein negativer Faktor bedeutet entgegengesetzte Orientierung, ändert aber nichts an der Parallelität.
Formel
a ∥ b ⇔ a = k · b mit k ∈ ℝ ∖ {0}
Größen und Zeichen
a, b
zu prüfende, von null verschiedene Vektoren
k
gemeinsamer Proportionalitätsfaktor
Vorgehen bei der Matura
Vergleiche die entsprechenden Komponenten und bestimme daraus mögliche Quotienten.
Prüfe, ob für alle Komponenten derselbe Faktor k gilt; Nullkomponenten separat beachten.
Formuliere das Ergebnis und deute das Vorzeichen von k nur als gleiche oder entgegengesetzte Orientierung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = (6 | −3 | 9) und b = (2 | −1 | 3) gilt a = 3 · b. Somit sind die Vektoren parallel und wegen k = 3 auch gleich orientiert.
In einem Parallelogramm sind gegenüberliegende Seiten parallel und gleich lang. Der Flächeninhalt ist Grundseite mal zugehörige senkrechte Höhe. Eine schräge Seitenlänge ist nur dann eine Höhe, wenn sie normal auf der Grundseite steht.
Formel
A = a · hₐ = b · hᵦ; u = 2a + 2b
Größen und Zeichen
a, b
Seitenlängen (Längeneinheit)
hₐ, hᵦ
zugehörige senkrechte Höhen (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Wähle eine Seite als Grundseite.
Ordne ihr die senkrecht gemessene Höhe zu.
Multipliziere Grundseite und Höhe und ergänze die Quadrateinheit.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Parallelogramm hat a = 9 cm und hₐ = 4 cm. Sein Flächeninhalt ist A = 9 · 4 = 36 cm².
Die Parameterdarstellung erzeugt alle Punkte einer Geraden aus einem Stützpunkt und einem Richtungsvektor. Sie funktioniert sowohl in der Ebene als auch im Raum und ist besonders geeignet für Punktproben, Schnitt- und Lageaufgaben.
Formel
g: X = P + t · v mit t ∈ ℝ und v ≠ 0
Größen und Zeichen
P
Stützpunkt auf der Geraden
v
Richtungsvektor der Geraden
t
reeller Parameter
X
laufender Geradenpunkt
Vorgehen bei der Matura
Trage den bekannten Punkt P und einen von null verschiedenen Richtungsvektor v ein.
Schreibe die Vektorgleichung komponentenweise, wenn ein Parameter oder eine Punktprobe gesucht ist.
Löse alle Komponentengleichungen mit demselben t und kontrolliere das Ergebnis in der Ausgangsgleichung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für g: X = (1 | 2) + t · (3 | −1) liefert t = 2 den Punkt X = (1 + 6 | 2 − 2) = (7 | 0). Umgekehrt erfüllt (7 | 0) beide Koordinatengleichungen mit demselben t = 2.
Die Periodendauer T ist die Zeitspanne, nach der sich ein periodischer Vorgang vollständig wiederholt. Sie ist der Kehrwert der Frequenz. Bei y = sin(ωt) ergibt sie sich aus der Kreisfrequenz.
Formel
T = 1/f = 2π/|ω| für f > 0 und ω ≠ 0
Größen und Zeichen
T
Periodendauer (Zeiteinheit, meist s)
f
Frequenz (Hz)
ω
von null verschiedener Frequenzkoeffizient (rad/s)
Vorgehen bei der Matura
Lies f oder den Koeffizienten ω aus Angabe beziehungsweise Funktion ab.
Berechne T mit 1/f oder 2π/|ω|.
Prüfe das Ergebnis am Abstand zweier gleicher Phasenlagen im Graphen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für y(t) = sin(4πt) ist ω = 4π rad/s. Somit gilt T = 2π/(4π) = 0,5 s; die Funktion wiederholt sich zweimal pro Sekunde.
Pico- ist eine SI-Vorsilbe und steht für den Faktor 10⁻¹² = 0,000000000001. Das Zeichen p wird ohne Abstand direkt vor das Einheitenzeichen gesetzt. Damit lassen sich sehr große oder sehr kleine Messwerte übersichtlich angeben.
Formel
1 pE = 10^−12 E
Größen und Zeichen
p
Zeichen der Vorsilbe Pico-
E
Einheit ohne Vorsilbe
Vorgehen bei der Matura
Ersetze die Vorsilbe Pico- durch den Faktor 10⁻¹² = 0,000000000001.
Multipliziere den Zahlenwert mit diesem Faktor, wenn du in die Einheit ohne Vorsilbe umrechnest.
Schreibe das Ergebnis mit Einheit und kontrolliere die Größenordnung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Kondensator hat 40 pF. Das entspricht 40 · 10⁻¹² F = 4,0 · 10⁻¹¹ F.
Polarformen beschreiben eine komplexe Zahl durch ihren Betrag r und ihr Argument φ statt durch zwei kartesische Komponenten. Die trigonometrische Form kann mit klar gekennzeichnetem Grad- oder Bogenmaß verwendet werden; in der Eulerform e^(iφ) muss φ im Bogenmaß eingesetzt werden.
Formel
z = r · (cos(φ) + i · sin(φ)) = r · e^(iφ); r = √(a² + b²); in e^(iφ) gilt φ im Bogenmaß
Größen und Zeichen
r
Betrag von z mit r ≥ 0
φ
Argument von z; in der Eulerform im Bogenmaß und modulo 2π
a
Realteil von z
b
Imaginärteil von z
Vorgehen bei der Matura
Berechne aus z = a + b · i zuerst den Betrag r = √(a² + b²).
Bestimme φ mit atan2(b, a) oder über Tangens und korrigiere den Winkel anhand des Quadranten.
Setze r und φ in die trigonometrische Form ein; vor der Eulerform wandle φ nötigenfalls ins Bogenmaß um.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für z = −3 + 3i ist r = √(9 + 9) = 3√2 und der Punkt liegt im zweiten Quadranten. Daher ist φ = 135° und z = 3√2 · (cos(135°) + i · sin(135°)).
Eine Potenz aⁿ ist für positive ganzzahlige Exponenten eine Kurzschreibweise für die wiederholte Multiplikation derselben Basis. Potenzgesetze erlauben das sichere Zusammenfassen gleicher Basen. Bei einer Division oder einem negativen Exponenten darf die Basis a nicht null sein.
Formel
aᵐ · aⁿ = aᵐ⁺ⁿ; aᵐ / aⁿ = aᵐ⁻ⁿ für a ≠ 0; a⁻ⁿ = 1/aⁿ für a ≠ 0 und n > 0
Größen und Zeichen
a
Basis; bei Division oder negativem Exponenten ungleich null
m, n
ganzzahlige Exponenten
Vorgehen bei der Matura
Prüfe, ob die Potenzen dieselbe Basis besitzen.
Wähle je nach Multiplikation, Division oder Potenzieren das passende Potenzgesetz.
Vereinfache Exponent und Zahlenwert und beachte Definitionsbedingungen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Der Ausdruck 2³ · 2⁻¹ wird zu 2³⁻¹ = 2² = 4. Alternativ ist 2³ · 2⁻¹ = 8 · 1/2 = 4.
Die Preis-Absatz-Funktion gibt an, welcher Stückpreis bei einer bestimmten Absatzmenge am Markt erzielt werden kann. Im Standardmodell fällt der Preis mit wachsender Menge.
Formel
p_N(x), häufig p_N(x) = p_H − a · x
Größen und Zeichen
p_N(x)
Nachfragepreis (€/Stück)
p_H
Höchstpreis (€/Stück)
x
Absatzmenge (Stück)
a
Preisabnahme je zusätzlichem Stück
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Höchstpreis und Sättigungsmenge oder zwei gegebene Punkte.
Stelle die lineare oder vorgegebene Preisfunktion auf.
Begrenze x so, dass Menge und Preis nicht negativ werden, und bilde bei Bedarf E(x) = x · p_N(x).
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Höchstpreis 80 € und Sättigungsmenge 160 Stück ergeben die Gerade p_N(x) = 80 − 0,5x. Bei 100 Stück beträgt der Preis 30 €.
Die Preisfunktion der Nachfrage beschreibt die Zahlungsbereitschaft der Nachfragenden in Abhängigkeit von der angebotenen Menge. Sie ist in einfachen Modellen fallend und entspricht der Preis-Absatz-Funktion.
Formel
p_N(x) = p_H − a · x
Größen und Zeichen
p_N(x)
Nachfragepreis (€/Stück)
p_H
Höchstpreis (€/Stück)
a
Betrag der negativen Steigung
Vorgehen bei der Matura
Ordne die gegebenen Mengen-Preis-Paare der Nachfrage zu.
Berechne Steigung und Achsenabschnitt.
Bestimme aus p_N(0) den Höchstpreis und aus p_N(x) = 0 die Sättigungsmenge.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Durch die Punkte (20 | 60) und (100 | 20) verläuft p_N mit Steigung (20 − 60)/(100 − 20) = −0,5. Somit p_N(x) = 70 − 0,5x.
Die Preisfunktion des Angebots beschreibt, zu welchem Mindestpreis Anbieter eine bestimmte Menge bereitstellen. In einfachen Marktmodellen steigt dieser Preis mit der Menge.
Formel
p_A(x) = b + a · x mit a > 0
Größen und Zeichen
p_A(x)
Angebotspreis (€/Stück)
b
Angebotspreis bei x = 0 (€/Stück)
a
positive Steigung
Vorgehen bei der Matura
Ordne die gegebenen Punkte der Angebotsseite zu.
Bestimme positive Steigung und Achsenabschnitt.
Setze p_A für das Marktgleichgewicht gleich p_N und beschränke auf nichtnegative Mengen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Die Angebotsfunktion durch (0 | 10) und (40 | 30) hat die Steigung 0,5 und lautet p_A(x) = 10 + 0,5x.
Ein gerades Prisma besitzt zwei kongruente parallele Grundflächen und rechteckige Seitenflächen. Sein Volumen ist Grundfläche mal senkrechte Höhe. Der Mantel ist Grundumfang mal Höhe.
Formel
V = G · h; M = u_G · h; O = 2G + M
Größen und Zeichen
G
Flächeninhalt einer Grundfläche (Quadrateinheit)
u_G
Umfang der Grundfläche (Längeneinheit)
h
Prismahöhe (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Berechne Fläche G und gegebenenfalls Umfang u_G der Grundfigur.
Multipliziere G mit der senkrechten Körperhöhe für das Volumen.
Berechne für die Oberfläche zusätzlich M = u_Gh und addiere 2G.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein gerades Prisma hat G = 12 cm², u_G = 18 cm und h = 10 cm. Damit ist V = 12 · 10 = 120 cm³, M = 18 · 10 = 180 cm² und O = 2 · 12 + 180 = 204 cm².
Ein mehrstufiger Produktionsprozess kann durch ein Leontief-Modell beschrieben werden: Ein Teil der Gesamtproduktion wird innerhalb des Systems wieder als Vorleistung benötigt, der Rest deckt die externe Nachfrage. Die Bilanzgleichung x = A · x + n verbindet diese drei Größen.
Formel
x = A · x + n; x = (E − A)⁻¹ · n, sofern (E − A)⁻¹ existiert
Größen und Zeichen
A · x
innerbetrieblicher Bedarf
x
Gesamtproduktion aller Produkte
n
externe Nachfrage
E
Einheitsmatrix
Vorgehen bei der Matura
Übersetze die Produktionsbeziehungen in eine quadratische Verflechtungsmatrix A und ordne alle Produkte konsistent.
Stelle die Bilanz als (E − A) · x = n auf und löse sie nach dem gesuchten Vektor.
Kontrolliere mit x = A · x + n, ob interne Verwendung und externe Nachfrage genau die Produktion ergeben.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für A = [(0,2 | 0); (0,1 | 0,2)] und n = (80 | 70) ergibt sich x = (100 | 100): Denn A · x = (20 | 30) und damit A · x + n = (20 | 30) + (80 | 70) = (100 | 100) = x.
Der Produktionsvektor x enthält die insgesamt herzustellenden Mengen aller betrachteten Produkte. Er muss sowohl die externe Nachfrage als auch jene Vorleistungen abdecken, die während der Produktion innerhalb des Systems verbraucht werden.
Formel
x = (E − A)⁻¹ · n
Größen und Zeichen
x
gesuchte Gesamtproduktionsmengen
A
Verflechtungsmatrix des innerbetrieblichen Verbrauchs
n
externer Nachfragevektor
E
Einheitsmatrix
Vorgehen bei der Matura
Bilde die Matrix E − A in derselben Produktreihenfolge wie der Nachfragevektor.
Löse (E − A) · x = n nach x, sofern die Matrix invertierbar ist.
Berechne zur Kontrolle A · x + n und vergleiche das Ergebnis komponentenweise mit x.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für A = [(0,1 | 0,2); (0 | 0,25)] und n = (74 | 60) ist x = (100 | 80). Tatsächlich gilt A · x = (26 | 20) und (26 | 20) + (74 | 60) = (100 | 80).
Die Produktregel leitet das Produkt zweier x-abhängiger Funktionen ab. Dabei entstehen zwei Summanden: einmal wird der erste Faktor abgeleitet und einmal der zweite. Für einen konstanten Faktor genügt dagegen die einfachere Faktorregel.
Formel
(f · g)′ = f′ · g + f · g′
Größen und Zeichen
f, g
differenzierbare Faktoren
f′, g′
Ableitungen der beiden Faktoren
Vorgehen bei der Matura
Lege eindeutig fest, welcher Term f und welcher Term g ist, und berechne beide Ableitungen.
Bilde den ersten Summanden f′ · g und den zweiten Summanden f · g′.
Addiere die Summanden und klammere gemeinsame Faktoren zur Kontrolle aus.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für h(x) = x² · eˣ gilt h′(x) = 2x · eˣ + x² · eˣ = eˣ(x² + 2x). An x = 1 ist h′(1) = 3e ≈ 8,15.
Bei progressivem Kostenverlauf steigen die Gesamtkosten mit wachsender Menge immer schneller. Die Grenzkosten nehmen zu; geometrisch ist der Kostengraph linksgekrümmt.
Formel
K′(x) > 0 und K″(x) > 0
Größen und Zeichen
K′(x)
Grenzkosten (€/Stück)
K″(x)
Änderung der Grenzkosten
Vorgehen bei der Matura
Berechne erste und zweite Ableitung der Kostenfunktion.
Bestimme den Bereich mit K′ > 0 und K″ > 0.
Interpretiere steigende Grenzkosten als zunehmenden Kostendruck bei weiterer Produktion.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für K(x) = 0,1x² + 10x + 200 gilt K′(x) = 0,2x + 10 > 0 und K″(x) = 0,2 > 0. Die Kosten verlaufen für x ≥ 0 progressiv.
Die prozentuelle Änderung ist die relative Änderung, ausgedrückt in Prozent. Sie vergleicht die absolute Änderung mit dem Anfangswert und ermöglicht dadurch Vergleiche zwischen unterschiedlich großen Ausgangsbeständen.
Formel
p = (f(b) − f(a))/f(a) · 100 %, f(a) ≠ 0
Größen und Zeichen
f(a)
Anfangswert
f(b)
Endwert
p
prozentuelle Änderung (%)
Vorgehen bei der Matura
Berechne Endwert minus Anfangswert und behalte das Vorzeichen der Änderung bei.
Teile die Änderung durch den Anfangswert, sofern dieser nicht null ist.
Multipliziere die Dezimalzahl mit 100 % und deute positives oder negatives Vorzeichen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Preis steigt von 80 € auf 92 €. Die prozentuelle Änderung ist (92 − 80)/80 · 100 % = 12/80 · 100 % = 15 %; der Preis ist also um 15 % gestiegen.
Eine Pyramide besitzt eine polygonale Grundfläche und dreieckige Seitenflächen, die in einer Spitze zusammentreffen. Ihr Volumen ist ein Drittel von Grundfläche mal senkrechter Höhe. Für die Oberfläche werden die einzelnen Manteldreiecke ergänzt.
Formel
V = G · h / 3; O = G + M
Größen und Zeichen
G
Grundflächeninhalt (Quadrateinheit)
h
senkrechte Höhe zur Spitze (Längeneinheit)
M
Summe der seitlichen Dreiecksflächen (Quadrateinheit)
Vorgehen bei der Matura
Berechne die Grundfläche G.
Bestimme die senkrechte Höhe h und unterscheide sie von einer Seitenhöhe.
Setze für das Volumen in G · h/3 ein und ergänze bei Bedarf den Mantel.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Pyramide hat G = 36 cm² und h = 10 cm. Ihr Volumen beträgt V = 36 · 10 / 3 = 120 cm³.
Ein Quader besitzt sechs rechteckige Flächen und drei paarweise zueinander normale Kantenlängen. Das Volumen ist das Produkt von Länge, Breite und Höhe. Die Oberfläche enthält jedes der drei verschiedenen Seitenrechtecke zweimal.
Formel
V = a · b · c; O = 2(ab + ac + bc); d = √(a² + b² + c²)
Größen und Zeichen
a, b, c
drei Kantenlängen (Längeneinheit)
d
Raumdiagonale (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Bringe alle drei Kantenlängen auf dieselbe Einheit.
Multipliziere sie für das Volumen oder berechne die drei Seitenflächen für O.
Kontrolliere, ob eine Quadrat- oder Kubikeinheit verlangt ist.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = 4 cm, b = 3 cm und c = 2 cm ist V = 4 · 3 · 2 = 24 cm³. Die Oberfläche beträgt O = 2 · (12 + 8 + 6) = 52 cm².
Ein Quadrat hat vier gleich lange Seiten und vier rechte Winkel. Sein Flächeninhalt ist das Quadrat der Seitenlänge, sein Umfang die vierfache Seitenlänge. Aus einer gegebenen Fläche erhält man a durch Wurzelziehen.
Formel
A = a²; u = 4a; d = a√2
Größen und Zeichen
a
Seitenlänge (Längeneinheit)
d
Diagonale (Längeneinheit)
A
Flächeninhalt (Quadrateinheit)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme, ob Seite, Fläche, Umfang oder Diagonale gegeben ist.
Stelle die passende Quadratbeziehung nach der gesuchten Größe um.
Berechne und kontrolliere die Einheit.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Quadrat hat A = 81 cm². Daher ist a = √81 = 9 cm und der Umfang u = 4 · 9 = 36 cm.
Potenzen, Logarithmen und quadratische Gleichungen · Seite 4
quadratische Gleichungen
Bedeutung
Eine quadratische Gleichung lässt sich auf ax² + bx + c = 0 mit a ≠ 0 bringen. Die Diskriminante entscheidet, ob es zwei, eine doppelte oder keine reelle Lösung gibt. Lösungen sind zugleich die Nullstellen der zugehörigen quadratischen Funktion.
Formel
x₁,₂ = (−b ± √(b² − 4ac)) / (2a); D = b² − 4ac
Größen und Zeichen
a
quadratischer Koeffizient, a ≠ 0
b
linearer Koeffizient
c
konstanter Term
D
Diskriminante
Vorgehen bei der Matura
Bringe alle Terme auf eine Seite und ordne nach fallenden Potenzen.
Lies a, b und c samt Vorzeichen ab und berechne D.
Setze in die Lösungsformel ein und prüfe beide Lösungen in der Ausgangsgleichung.
Grafische Einordnung
Die Lösungen einer quadratischen Gleichung sind die Nullstellen der Parabel.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für 2x² − 3x − 2 = 0 sind a = 2, b = −3 und c = −2. Es ist D = (−3)² − 4 · 2 · (−2) = 25. Damit folgen x₁ = (3 + 5)/4 = 2 und x₂ = (3 − 5)/4 = −0,5.
Konfidenzintervalle und lineare Regression · Seite 18
Quantil
Bedeutung
Ein p-Quantil qₚ ist der kleinste Grenzwert, bei oder unter dem mindestens der Anteil p einer Verteilung liegt. Bei stetigen streng wachsenden Verteilungsfunktionen erfüllt es F(qₚ) = p eindeutig. Quantile werden für Streubereiche, Konfidenzintervalle und kritische Werte benötigt.
Formel
qₚ = inf{x | F(x) ≥ p}; bei stetig streng wachsendem F: qₚ = F⁻¹(p); bei X ~ N(μ,σ²): qₚ = μ + zₚ·σ
Größen und Zeichen
p
kumulierte Wahrscheinlichkeit zwischen 0 und 1
qₚ
p-Quantil der Verteilung
zₚ
p-Quantil der Standardnormalverteilung
Vorgehen bei der Matura
Übersetze den verlangten Prozentsatz in p und kläre, ob ein unteres oder oberes Quantil gemeint ist.
Bestimme das Quantil mit der inversen Verteilungsfunktion oder standardisiere bei einer Normalverteilung.
Setze gegebenenfalls in die ursprüngliche Skala zurück und interpretiere den Grenzwert.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für X ~ N(100, 15²) wird das 90-%-Quantil gesucht. Mit z₀,₉₀ ≈ 1,2816 gilt q₀,₉₀ = 100 + 1,2816·15 = 119,224 ≈ 119,22. Rund 90 % der Werte liegen höchstens bei 119,22.
Quartile teilen eine geordnete Datenreihe in vier Bereiche. Q₁ markiert ungefähr 25 %, Q₂ ist der Median und Q₃ markiert ungefähr 75 % der Daten. Da es mehrere gebräuchliche Berechnungsregeln gibt, ist bei kleinen Datensätzen die in der Aufgabe oder im verwendeten Hilfsmittel festgelegte Konvention entscheidend.
Formel
Q₁ = 25-%-Quantil, Q₂ = Median, Q₃ = 75-%-Quantil
Größen und Zeichen
Q₁
unteres Quartil
Q₂
Median
Q₃
oberes Quartil
Vorgehen bei der Matura
Ordne die Daten aufsteigend.
Bestimme zuerst Q₂ und teile die Daten nach der vorgegebenen Quartilsregel in eine untere und obere Hälfte.
Bestimme die Mediane der beiden Hälften als Q₁ und Q₃ und prüfe Q₁ ≤ Q₂ ≤ Q₃.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 ist Q₂ = (4 + 5)/2 = 4,5. Nach der Median-der-Hälften-Regel ist Q₁ = (2 + 3)/2 = 2,5 und Q₃ = (6 + 7)/2 = 6,5. Somit liegen die mittleren 50 % zwischen 2,5 und 6,5.
Der Quartilsabstand ist die Breite der Box in einem Boxplot und entspricht Q₃ − Q₁. Er misst die Streuung der mittleren Hälfte der Daten und blendet extreme Randwerte weitgehend aus. In vielen Darstellungen wird dafür auch die Abkürzung IQR verwendet.
Formel
QA = Q₃ − Q₁
Größen und Zeichen
QA
Quartilsabstand
Q₁
unteres Quartil
Q₃
oberes Quartil
Vorgehen bei der Matura
Bestimme oder lies Q₁ und Q₃ mit derselben Quartilsdefinition ab.
Berechne die positive Differenz Q₃ − Q₁.
Vergleiche bei mehreren Datensätzen die Boxbreiten und formuliere eine Streuungsinterpretation.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Boxplot besitzt Q₁ = 18 und Q₃ = 27. Dann ist QA = 27 − 18 = 9. Die mittleren 50 % der Messwerte verteilen sich somit über ein Intervall der Breite 9.
Die Quotientenregel wird für einen Bruch aus zwei x-abhängigen Funktionen verwendet. Der Nenner darf im betrachteten Bereich nicht null sein; nach dem Ableiten steht sein Quadrat im Nenner. Häufig kann ein Bruch vorab vereinfacht und dadurch leichter abgeleitet werden.
Formel
(f/g)′ = (f′ · g − f · g′)/g², g(x) ≠ 0
Größen und Zeichen
f
Zählerfunktion
g
Nennerfunktion mit g(x) ≠ 0
f′, g′
Ableitungen von Zähler und Nenner
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Zähler f, Nenner g sowie ihre Ableitungen und notiere die Definitionsausschlüsse.
Setze in der Reihenfolge f′g − fg′ ein und quadriere den unveränderten Nenner.
Vereinfache vorsichtig und prüfe einen verlangten Ableitungswert nur an zulässigen Stellen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für h(x) = (x² + 1)/(x − 1) gilt h′(x) = [2x(x − 1) − (x² + 1)]/(x − 1)² = (x² − 2x − 1)/(x − 1)². Daher ist h′(2) = −1; x = 1 bleibt ausgeschlossen.
Eine Rate ist eine regelmäßig wiederkehrende Zahlung in einer Renten- oder Kreditrechnung. Sie kann eine Einzahlung, Auszahlung oder eine Annuität sein und muss eindeutig einem Zeitpunkt pro Periode zugeordnet werden.
Formel
R = B · (q − 1)/(1 − q⁻ⁿ) für eine nachschüssige Rente
Größen und Zeichen
R
regelmäßige Rate (€)
B
Barwert der Raten (€)
q
Aufzinsungsfaktor
n
Anzahl der Raten
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Bar- oder Endwert, Zinssatz, Zahl der Raten und Zahlungszeitpunkt.
Wähle die passende Rentenformel und stelle sie nach R um.
Prüfe, ob Rate mal Anzahl ohne Zinsen kleiner beziehungsweise größer als der Zielwert plausibel ist.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Barwert von 5.000 € soll durch 4 nachschüssige Jahresraten bei 3 % ersetzt werden. R = 5.000 · 0,03/(1 − 1,03⁻⁴) ≈ 1.345,14 €.
Die Ratenhöhe ist der konkrete Geldbetrag einer gleichbleibenden periodischen Zahlung. Sie wird so bestimmt, dass Barwert oder Endwert der Zahlungsreihe dem vorgegebenen Zielwert entspricht.
Formel
R = E · (q − 1)/(qⁿ − 1) für nachschüssiges Ansparen
Größen und Zeichen
R
gesuchte Ratenhöhe (€)
E
gewünschter Endwert (€)
q
Aufzinsungsfaktor
n
Anzahl der Raten
Vorgehen bei der Matura
Ordne den gegebenen Zielbetrag als Barwert oder Endwert ein.
Stelle die zugehörige Rentenformel algebraisch nach R um.
Setze Periodenzins und Ratenanzahl konsistent ein und runde die Zahlung auf Cent.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für einen Endwert von 10.000 € nach 5 nachschüssigen Jahresraten bei 2 % gilt R = 10.000 · 0,02/(1,02⁵ − 1) ≈ 1.921,58 €.
Ein rationaler Exponent verbindet Potenzen und Wurzeln. Für eine positive Basis a gibt der positive Nenner n die Wurzel und der ganzzahlige Zähler m die anschließende Potenz an. Negative Basen sind im Reellen nur in passenden Sonderfällen zulässig und sollten erst nach vollständigem Kürzen des Exponenten behandelt werden.
Formel
a^(m/n) = ⁿ√(aᵐ) = (ⁿ√a)ᵐ für a > 0, m ∈ ℤ und n ∈ ℕ⁺
Größen und Zeichen
a
positive Basis beziehungsweise positiver Radikand
m
ganzzahliger Zähler des Exponenten
n
positiver ganzzahliger Nenner und Wurzelexponent
Vorgehen bei der Matura
Kürze den Exponenten m/n vollständig und prüfe den reellen Definitionsbereich der Basis.
Berechne nach Möglichkeit zuerst die n-te Wurzel.
Potenziere das Zwischenergebnis mit m und kontrolliere den Definitionsbereich.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für 27^(2/3) wird zuerst die dritte Wurzel gezogen: ³√27 = 3. Danach folgt 3² = 9, also ist 27^(2/3) = 9.
Rationale Zahlen sind alle Zahlen, die als Bruch zweier ganzer Zahlen geschrieben werden können. Ihr Dezimalausdruck endet oder ist periodisch. Die Menge wird mit ℚ bezeichnet.
Formel
ℚ = {p/q | p, q ∈ ℤ und q ≠ 0}
Größen und Zeichen
p
ganzzahliger Zähler
q
ganzzahliger Nenner ungleich null
Vorgehen bei der Matura
Vereinfache den gegebenen Wert.
Suche eine Darstellung als Bruch ganzer Zahlen.
Ist der Nenner ungleich null, gehört der Wert zu ℚ.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Die Dezimalzahl 0,125 ist rational, denn 0,125 = 125/1000 = 1/8. Daher gilt 0,125 ∈ ℚ.
Eine Raute ist ein Parallelogramm mit vier gleich langen Seiten. Ihre Diagonalen stehen senkrecht aufeinander und halbieren einander. Die Fläche kann über Seite und Höhe oder über die Diagonalen berechnet werden.
Formel
A = a · hₐ = e · f / 2; u = 4a
Größen und Zeichen
a
Seitenlänge (Längeneinheit)
hₐ
Höhe auf a (Längeneinheit)
e, f
Diagonalen (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Wähle je nach gegebenen Größen die Höhen- oder Diagonalenformel.
Setze vollständige Längen in derselben Einheit ein.
Berechne die Fläche und gib eine Quadrateinheit an.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Raute besitzt die Diagonalen e = 10 cm und f = 6 cm. Damit ist A = 10 · 6 / 2 = 30 cm².
In der Komponentenform z = a + b · i ist a der Realteil der komplexen Zahl. Er entspricht der horizontalen Koordinate in der gaußschen Zahlenebene und ist selbst eine reelle Zahl.
Formel
z = a + b · i; Re(z) = a
Größen und Zeichen
z
komplexe Zahl
a
Realteil von z
b
Imaginärteil von z
Vorgehen bei der Matura
Vereinfache den Ausdruck vollständig und ersetze dabei jedes i² durch −1.
Ordne das Ergebnis in der Form a + b · i mit getrennten reellen und imaginären Termen.
Lies den Term ohne i als Realteil a ab und kontrolliere sein Vorzeichen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für z = (2 + i)² gilt z = 4 + 4i + i² = 3 + 4i. Somit ist Re(z) = 3; der zugehörige Punkt hat die horizontale Koordinate 3.
Ein Rechteck hat vier rechte Winkel und paarweise gleich lange Gegenseiten. Sein Flächeninhalt ist das Produkt benachbarter Seiten. Der Umfang ist die Summe aller vier Seiten.
Formel
A = a · b; u = 2a + 2b; d = √(a² + b²)
Größen und Zeichen
a, b
benachbarte Seitenlängen (Längeneinheit)
d
Diagonale (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Bringe beide Seitenlängen auf dieselbe Einheit.
Multipliziere für die Fläche oder addiere die Seiten doppelt für den Umfang.
Gib das Ergebnis mit der passenden Längen- oder Quadrateinheit an.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = 7,5 m und b = 4 m gilt A = 7,5 · 4 = 30 m². Der Umfang beträgt u = 2 · 7,5 + 2 · 4 = 23 m.
Ein rechtwinkeliges Dreieck besitzt genau einen Winkel von 90°. Die gegenüberliegende Seite ist die Hypotenuse, die beiden anderen Seiten sind Katheten. Dadurch gelten Satz des Pythagoras und die elementaren Winkelfunktionen.
Formel
a² + b² = c²; A = a · b / 2
Größen und Zeichen
a, b
Katheten (Längeneinheit)
c
Hypotenuse (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Kennzeichne den rechten Winkel und benenne die gegenüberliegende Seite c.
Wähle Pythagoras für Seiten oder Sinus, Cosinus beziehungsweise Tangens für Winkel.
Prüfe, ob die Hypotenuse die längste Seite und die Winkelsumme 180° ist.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei den Katheten a = 9 cm und b = 12 cm gilt c = √(9² + 12²) = √225 = 15 cm. Die Fläche ist A = 9 · 12 / 2 = 54 cm².
Im rechtwinkeligen Dreieck verbinden Sinus, Cosinus und Tangens Seitenverhältnisse mit den beiden spitzen Winkeln. Die Hypotenuse liegt gegenüber 90°, die Katheten werden relativ zum betrachteten Winkel benannt. Zusätzlich gilt der Satz des Pythagoras.
Formel
a = c · sin(α); b = c · cos(α); tan(α) = a/b
Größen und Zeichen
a
Gegenkathete zu α (Längeneinheit)
b
Ankathete zu α (Längeneinheit)
c
Hypotenuse (Längeneinheit)
α
betrachteter spitzer Winkel (Grad oder Radiant)
Vorgehen bei der Matura
Markiere 90°, Hypotenuse und den betrachteten Winkel α.
Benenne Gegen- und Ankathete relativ zu α.
Wähle die Winkelfunktion mit den gegebenen und gesuchten Größen und löse die Gleichung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Gegeben sind c = 10 cm und α = 32°. Dann ist a = 10 · sin(32°) ≈ 5,30 cm und b = 10 · cos(32°) ≈ 8,48 cm.
Die reellen Zahlen ℝ umfassen alle rationalen und irrationalen Zahlen auf der Zahlengeraden. Dazu gehören etwa ganze Zahlen, Brüche, √2 und π. In vielen Matura-Aufgaben ist ℝ der vorausgesetzte Lösungsbereich.
Formel
ℝ = ℚ ∪ (ℝ \ ℚ)
Größen und Zeichen
ℝ
Menge der reellen Zahlen
ℚ
Menge der rationalen Zahlen
Vorgehen bei der Matura
Prüfe, ob der Ausdruck im Reellen definiert ist.
Beachte insbesondere Nenner, gerade Wurzeln und Logarithmen.
Gib nur Lösungen an, die im reellen Definitionsbereich liegen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
√2 ≈ 1,4142 liegt auf der Zahlengeraden und ist daher reell. Da √2 nicht als Bruch ganzer Zahlen darstellbar ist, gilt √2 ∈ ℝ, aber √2 ∉ ℚ.
Eine Reihe entsteht durch das Addieren von Folgengliedern. Bei einer endlichen Reihe wird eine feste Anzahl von Gliedern summiert; bei einer unendlichen Reihe untersucht man zusätzlich, ob die Partialsummen gegen einen endlichen Grenzwert konvergieren.
Formel
sₙ = Σᵢ₌₁ⁿ aᵢ
Größen und Zeichen
aᵢ
i-tes Glied der zugrunde liegenden Folge
sₙ
n-te Partialsumme
n
Anzahl der summierten Glieder
Vorgehen bei der Matura
Bestimme die zugrunde liegenden Folgenglieder und die untere sowie obere Summationsgrenze.
Wähle eine passende Summenformel oder addiere bei wenigen Gliedern direkt.
Unterscheide bei unendlich vielen Gliedern zwischen Partialsummen und ihrem möglichen Grenzwert.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für die Folge aᵢ = i lautet die Summe der ersten 20 Glieder s₂₀ = 1 + 2 + … + 20 = 20 · 21/2 = 210. Die Reihe erfasst somit die Gesamtsumme, nicht nur das 20. Glied a₂₀ = 20.
Ein rekursives Bildungsgesetz berechnet ein Folgenglied aus einem oder mehreren vorherigen Gliedern. Damit die Folge eindeutig festgelegt ist, müssen zusätzlich genügend Anfangswerte angegeben sein.
Die relative Änderung setzt die absolute Änderung ins Verhältnis zum Anfangswert. Sie ist dimensionslos und wird als Dezimalzahl oder nach Multiplikation mit 100 als Prozentsatz angegeben. Bei einem Anfangswert von null ist sie nicht definiert.
Formel
r = (f(b) − f(a))/f(a), f(a) ≠ 0
Größen und Zeichen
f(a)
Anfangswert und Bezugsgröße
f(b)
Endwert
r
relative Änderung ohne Einheit
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Anfangs- und Endwert und kontrolliere, dass der Anfangswert nicht null ist.
Bilde Endwert minus Anfangswert und teile durch den Anfangswert.
Deute das Vorzeichen und wandle den Wert bei Bedarf durch Multiplikation mit 100 in Prozent um.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Lagerbestand sinkt von 250 auf 225 Stück. Es gilt r = (225 − 250)/250 = −25/250 = −0,10; relativ ist der Bestand also um 0,10 beziehungsweise 10 % gesunken.
Die relative Häufigkeit ist der Anteil einer Ausprägung an allen Beobachtungen. Sie liegt zwischen 0 und 1 und kann als Prozentwert angegeben werden. Bei wachsendem Stichprobenumfang stabilisiert sie sich unter geeigneten Bedingungen in der Nähe der zugrunde liegenden Wahrscheinlichkeit.
Formel
hᵢ = Hᵢ/n
Größen und Zeichen
hᵢ
relative Häufigkeit der Ausprägung i
Hᵢ
absolute Häufigkeit der Ausprägung i
n
Stichprobenumfang
Vorgehen bei der Matura
Bestimme die absolute Häufigkeit Hᵢ und den Gesamtumfang n.
Dividiere Hᵢ durch n.
Wandle den Dezimalwert bei Bedarf durch Multiplikation mit 100 in Prozent um und prüfe bei vollständigen Kategorien die Summe 1 beziehungsweise 100 %.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Von 25 Lernenden kommen 7 mit dem Fahrrad. Daher ist h_Fahrrad = 7/25 = 0,28 = 28 %. In dieser Stichprobe beträgt der Fahrradanteil somit 28 %.
Die Rentenrechnung behandelt mehrere gleich hohe Zahlungen in gleichen Zeitabständen. Ihre Formeln entstehen aus der Summe einer geometrischen Folge, weil jede Rate unterschiedlich lange verzinst wird.
Formel
E_nach = R · (qⁿ − 1)/(q − 1); B_nach = E_nach/qⁿ
Größen und Zeichen
R
regelmäßige Zahlung (€)
E
Endwert (€)
B
Barwert (€)
q
Periodenfaktor
n
Ratenanzahl
Vorgehen bei der Matura
Zeichne Zahlungen und Bezugszeitpunkt auf einer Zeitachse.
Entscheide zwischen Barwert/Endwert und vor-/nachschüssig.
Setze in die passende geometrische Summenformel ein und interpretiere den Wert am markierten Zeitpunkt.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Vier nachschüssige Einzahlungen zu 750 € bei 2 % besitzen den Endwert 750 · (1,02⁴ − 1)/0,02 ≈ 3.091,21 € und den Barwert 3.091,21/1,02⁴ ≈ 2.855,80 €.
Die Restschuld ist der noch nicht zurückgezahlte Kreditbetrag zu einem bestimmten Zeitpunkt. Nach jeder Rate sinkt sie um den Tilgungsanteil, während vorher auf die alte Restschuld Zinsen anfallen.
Formel
Sₖ = K₀ · qᵏ − A · (qᵏ − 1)/(q − 1)
Größen und Zeichen
Sₖ
Restschuld nach k Raten (€)
A
Annuität (€)
K₀
ursprünglicher Kredit (€)
q
Periodenfaktor
k
bereits bezahlte Raten
Vorgehen bei der Matura
Lege fest, ob die Restschuld unmittelbar vor oder nach einer Rate gesucht ist.
Zinse den ursprünglichen Kredit bis k auf und ziehe den Endwert der bereits geleisteten Raten ab.
Kontrolliere alternativ zeilenweise: alte Restschuld plus Zinsen minus Rate.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei K₀ = 10.000 €, q = 1,04 und A = 2.246,27 € beträgt die Restschuld nach 2 Raten S₂ = 10.000 · 1,04² − 2.246,27 · (1,04² − 1)/0,04 ≈ 6.233,61 €.
Rhombus ist die fachsprachliche Bezeichnung für eine Raute. Alle vier Seiten sind gleich lang, gegenüberliegende Winkel sind gleich und die Diagonalen stehen normal aufeinander. Die Fläche ergibt sich aus Seite und Höhe oder aus den Diagonalen.
Formel
A = a · hₐ = e · f / 2; u = 4a
Größen und Zeichen
a
Seitenlänge (Längeneinheit)
hₐ
senkrechte Höhe (Längeneinheit)
e, f
Diagonalen (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Lies ab, ob Seite und Höhe oder beide Diagonalen gegeben sind.
Setze die Größen in die passende Flächenformel ein.
Berechne und kennzeichne das Ergebnis als Fläche.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Rhombus hat a = 5 cm und die zugehörige Höhe hₐ = 4 cm. Damit beträgt die Fläche A = 5 · 4 = 20 cm².
Ein Richtungsvektor gibt an, in welche Richtung eine Gerade verläuft. Aus zwei verschiedenen Punkten P und Q erhält man ihn als Q − P; jedes von null verschiedene Vielfache beschreibt dieselbe Richtung der Geraden.
Formel
v = PQ = Q − P
Größen und Zeichen
P
Ausgangspunkt
Q
zweiter, von P verschiedener Punkt
v
Richtungsvektor von P nach Q
Vorgehen bei der Matura
Lege fest, welcher Punkt als Anfang P und welcher als Ende Q verwendet wird.
Subtrahiere komponentenweise die Koordinaten von P von den Koordinaten von Q.
Kürze den Vektor bei Bedarf durch einen gemeinsamen Faktor und prüfe, dass er nicht null ist.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für P = (−1 | 2 | 4) und Q = (3 | 5 | 2) ist v = Q − P = (4 | 3 | −2). Auch (−4 | −3 | 2) ist ein Richtungsvektor derselben Geraden, zeigt aber in die Gegenrichtung.
Ein Rotationskörper entsteht, wenn eine Fläche um eine Achse gedreht wird. Bei Rotation des Graphen y = f(x) um die x-Achse ist jeder senkrechte Querschnitt eine Kreisscheibe mit Radius |f(x)|. Das Volumen ergibt sich aus der Summe dieser Kreisflächen.
Formel
V = π·∫ₐᵇ (f(x))² dx
Größen und Zeichen
V
Volumen des Rotationskörpers (VE)
f(x)
Radius des Querschnitts an der Stelle x (LE)
a, b
Grenzen entlang der Rotationsachse (LE)
Vorgehen bei der Matura
Identifiziere Rotationsachse, Intervall und den Abstand des Graphen von dieser Achse.
Quadriere den Radius und stelle das Integral der Querschnittsfläche π·f(x)² auf.
Berechne das bestimmte Integral und gib das Ergebnis in Volumeneinheiten an.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Die Fläche unter f(x) = x wird auf [0; 2] um die x-Achse gedreht. Dann ist V = π∫₀²x²dx = π·[x³/3]₀² = 8π/3 ≈ 8,38 VE. Es entsteht ein Kegel mit demselben bekannten Volumen.
Rückflüsse sind die periodischen Nettozahlungen, die eine Investition erzeugt. Sie ergeben sich aus projektbezogenen Einzahlungen minus projektbezogenen Auszahlungen und nicht aus buchhalterischen Gewinnen allein.
Formel
Rₜ = Einzahlungenₜ − Auszahlungenₜ
Größen und Zeichen
Rₜ
Netto-Rückfluss in Periode t (€)
Vorgehen bei der Matura
Erfasse für jede Periode alle zahlungswirksamen Ein- und Auszahlungen.
Bilde den Netto-Rückfluss mit korrektem Vorzeichen.
Ordne Rₜ dem tatsächlichen Zahlungszeitpunkt zu und zinse ihn für die gewünschte Kennzahl auf oder ab.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Im Jahr 2 entstehen 18.000 € Einzahlungen, 11.500 € Betriebsauszahlungen und 500 € Wartung. Der Rückfluss ist R₂ = 18.000 − 11.500 − 500 = 6.000 €.
Eine Sättigungsfunktion beschreibt beschränktes Wachstum von einem Anfangswert unterhalb des Sättigungswerts S. Der noch fehlende Abstand zur Grenze nimmt exponentiell ab, weshalb die Funktionswerte steigen, die Zuwächse aber kleiner werden.
Formel
N(t) = S − (S − N₀) · aᵗ, 0 < a < 1
Größen und Zeichen
N(t)
Bestand zum Zeitpunkt t
N₀
Anfangsbestand
S
Sättigungswert
a
verbleibender Anteil des Abstands je Zeiteinheit
Vorgehen bei der Matura
Bestimme den Sättigungswert und ziehe den Anfangswert ab, um den anfänglichen Abstand zu erhalten.
Multipliziere diesen Abstand mit aᵗ und ziehe den verbleibenden Abstand von S ab.
Kontrolliere N(0) = N₀ und die Annäherung der Werte an S von unten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein System nähert sich dem Wert S = 100 und startet bei N₀ = 20; der Abstand halbiert sich je Schritt. N(t) = 100 − 80 · 0,5ᵗ und N(3) = 100 − 80 · 0,125 = 90.
Die Sättigungsmenge ist jene theoretische Absatzmenge, bei der der Nachfragepreis auf null fällt. Sie bildet die rechte Grenze des üblichen Definitionsbereichs einer Preis-Absatz-Funktion.
Formel
p_N(x_S) = 0
Größen und Zeichen
x_S
Sättigungsmenge (Stück)
p_N(x)
Preisfunktion der Nachfrage (€/Stück)
Vorgehen bei der Matura
Setze die Nachfragefunktion gleich null.
Löse nach x und prüfe x ≥ 0.
Verwende 0 ≤ x ≤ x_S als ökonomischen Bereich, sofern keine engere Kapazität gilt.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für p_N(x) = 80 − 0,5x folgt 0 = 80 − 0,5x und damit x_S = 160 Stück.
Der Sättigungswert S ist jener Bestand, dem sich eine beschränkte oder logistische Entwicklung langfristig nähert. Er ist eine waagrechte Asymptote und wird bei den üblichen Modellen in endlicher Zeit nicht exakt erreicht.
Formel
S = lim(t→∞) N(t)
Größen und Zeichen
S
langfristiger Grenzwert des Bestands
N(t)
Bestandsfunktion
t
Zeit
Vorgehen bei der Matura
Untersuche, welcher konstante Wert in der Modellgleichung als langfristige Grenze erscheint.
Lasse für t → ∞ alle Potenz- oder Exponentialterme mit Faktor zwischen 0 und 1 gegen null gehen.
Gib S mit der Einheit des Bestands an und vergleiche konkrete Werte mit dieser Grenze.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für N(t) = 500 − 400 · 0,8ᵗ gilt 0,8ᵗ → 0 und damit S = 500. Nach zehn Perioden ist N(10) = 500 − 400 · 0,8¹⁰ ≈ 457,05 und liegt bereits nahe unter dem Sättigungswert.
Der Satz des Pythagoras verknüpft die drei Seiten eines rechtwinkeligen Dreiecks. Die Summe der Kathetenquadrate ist gleich dem Hypotenusenquadrat. Umgekehrt kann die Gleichung auch zum Nachweis eines rechten Winkels dienen.
Formel
a² + b² = c²
Größen und Zeichen
a, b
Katheten (Längeneinheit)
c
Hypotenuse gegenüber dem rechten Winkel (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Identifiziere c als längste Seite gegenüber dem rechten Winkel.
Setze die bekannten Seitenquadrate ein und stelle nach der fehlenden Seite um.
Ziehe die positive Wurzel und kontrolliere die Seitenlängen.
Grafische Einordnung
Rechtwinkeliges Dreieck zum Winkel α: a ist die Gegenkathete, b die Ankathete und c die Hypotenuse.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = 5 cm und b = 12 cm gilt c² = 5² + 12² = 25 + 144 = 169. Daher ist c = √169 = 13 cm.
Der Satz von Bayes kehrt eine bedingte Wahrscheinlichkeit um und verbindet Vorwissen mit einer neuen Beobachtung. Der Nenner berücksichtigt alle Wege, auf denen die beobachtete Bedingung eintreten kann. Das Ergebnis wird auch als aktualisierte oder nachträgliche Wahrscheinlichkeit bezeichnet.
Formel
P(A|B) = P(B|A)·P(A)/P(B)
Größen und Zeichen
P(A)
Ausgangswahrscheinlichkeit von A
P(B|A)
Wahrscheinlichkeit der Beobachtung B unter A
P(B)
Gesamtwahrscheinlichkeit der Beobachtung B
Vorgehen bei der Matura
Definiere Ursache A und beobachtetes Ereignis B und trage die gegebenen Wahrscheinlichkeiten in einen Baum oder eine Vierfeldertafel ein.
Berechne P(A ∩ B) = P(A)·P(B|A) und P(B) als Summe aller zu B führenden Pfade.
Dividiere P(A ∩ B) durch P(B) und interpretiere die aktualisierte Wahrscheinlichkeit.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Krankheit betrifft 1 % der Bevölkerung. Ein Test ist bei Kranken zu 95 % positiv und bei Gesunden zu 5 % falsch positiv. Es gilt P(K ∩ +) = 0,01·0,95 = 0,0095 und P(+) = 0,0095 + 0,99·0,05 = 0,0590. Daher ist P(K|+) = 0,0095/0,0590 ≈ 0,1610, also nur etwa 16,10 %.
Potenzen, Logarithmen und quadratische Gleichungen · Seite 4
Satz von Vieta
Bedeutung
Der Satz von Vieta verbindet Summe und Produkt der Nullstellen mit den Koeffizienten einer quadratischen Gleichung. In der normierten Form x² + px + q = 0 ist die Summe −p und das Produkt q. Er eignet sich besonders, wenn ganzzahlige Lösungen leicht erkennbar sind.
Formel
x₁ + x₂ = −p; x₁ · x₂ = q
Größen und Zeichen
p
Koeffizient von x in der normierten Gleichung
q
konstanter Term der normierten Gleichung
x₁, x₂
Lösungen beziehungsweise Nullstellen
Vorgehen bei der Matura
Dividiere gegebenenfalls durch den Koeffizienten von x², sodass vor x² eine 1 steht.
Suche zwei Zahlen mit Summe −p und Produkt q.
Prüfe beide Werte in der Ausgangsgleichung oder durch Ausmultiplizieren der Linearfaktoren.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für x² − 7x + 12 = 0 werden zwei Zahlen mit Summe 7 und Produkt 12 gesucht. Das sind 3 und 4. Somit lauten die Lösungen x₁ = 3 und x₂ = 4, denn (x − 3)(x − 4) = x² − 7x + 12.
Die Schwingungsdauer ist die Zeit für eine vollständige Hin- und Herbewegung und entspricht der Periodendauer T. Mehr Schwingungen pro Sekunde bedeuten eine kürzere Schwingungsdauer. Sie ist der Kehrwert der Frequenz.
Formel
T = Δt/n = 1/f
Größen und Zeichen
T
Schwingungsdauer (s)
Δt
beobachtete Gesamtzeit (s)
n
Anzahl vollständiger Schwingungen
f
Frequenz (Hz)
Vorgehen bei der Matura
Zähle nur vollständige Schwingungen im beobachteten Zeitintervall.
Dividiere die Gesamtzeit Δt durch ihre Anzahl n.
Kontrolliere das Ergebnis mit f = 1/T.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
In 30 s werden 120 vollständige Schwingungen gezählt. Daher ist T = 30/120 = 0,25 s und f = 1/0,25 = 4 Hz.
Sigma-Umgebungen sind symmetrische Intervalle um den Erwartungswert einer Normalverteilung. Innerhalb von μ ± σ, μ ± 2σ und μ ± 3σ liegen ungefähr 68,27 %, 95,45 % und 99,73 % der Werte. Diese Prozentwerte gelten speziell für normalverteilte Zufallsvariablen.
Formel
Uₖ = [μ − kσ; μ + kσ], k = 1, 2, 3
Größen und Zeichen
Uₖ
k-Sigma-Umgebung
μ
Erwartungswert
σ
Standardabweichung
k
Anzahl der Standardabweichungen
Vorgehen bei der Matura
Bestimme μ, σ und die verlangte Anzahl k der Standardabweichungen.
Berechne die Grenzen μ − kσ und μ + kσ.
Ordne bei einer Normalverteilung die passende ungefähre Abdeckung zu und formuliere die Aussage in der Einheit von X.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für X ~ N(50, 4²) ist die 2-Sigma-Umgebung [50 − 2·4; 50 + 2·4] = [42; 58]. In diesem Bereich liegen ungefähr 95,45 % der Werte.
Im rechtwinkeligen Dreieck ist der Sinus eines spitzen Winkels das Verhältnis von Gegenkathete zu Hypotenuse. Im Einheitskreis ist sin(α) die y-Koordinate des zugehörigen Punktes. Der Sinus eignet sich daher für Höhen und andere gegenüberliegende Strecken.
Formel
sin(α) = Gegenkathete (a) / Hypotenuse (c) = a / c
Größen und Zeichen
α
betrachteter Winkel (Grad oder Radiant)
a
Gegenkathete zu α (Längeneinheit)
c
Hypotenuse (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Markiere Winkel α, Gegenkathete a und Hypotenuse c.
Setze in sin(α) = a/c ein.
Stelle nach der Seite um oder verwende arcsin für einen gesuchten Winkel.
Grafische Einordnung
Rechtwinkeliges Dreieck zum Winkel α: a ist die Gegenkathete, b die Ankathete und c die Hypotenuse.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = 6 cm und c = 10 cm ist sin(α) = 6/10 = 0,6. Somit folgt α = arcsin(0,6) ≈ 36,87°.
Eine Sinusfunktion modelliert glatte periodische Vorgänge. In der üblichen Darstellung wird A ≥ 0 als Amplitude gewählt; ist der Sinuskoeffizient negativ, beträgt die tatsächliche Amplitude sein Betrag. Kreisfrequenz ω, Nullphasenwinkel φ₀ und Mittellage d bestimmen Lage und Periodendauer.
Formel
f(t) = d + A · sin(ωt + φ₀) mit A ≥ 0; T = 2π/|ω| für ω ≠ 0
Größen und Zeichen
A
nichtnegative Amplitude; allgemein Betrag des Sinuskoeffizienten
ω
Kreisfrequenz (rad pro Zeiteinheit)
φ₀
Nullphasenwinkel (Radiant)
d
Mittellage
Vorgehen bei der Matura
Lies Mittellage und Amplitude aus Funktion oder Extremwerten ab.
Bestimme aus ω die Periodendauer und aus φ₀ die Phasenverschiebung.
Setze einen verlangten Zeitpunkt ein und interpretiere Funktionswert und Einheit.
Grafische Einordnung
Sinusfunktion über eine volle Periode von 0 bis 2π.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für f(t) = 1 + 2 sin(πt) sind d = 1, A = 2 und T = 2π/π = 2. Bei t = 0,5 ist f(0,5) = 1 + 2 sin(π/2) = 3; dort liegt ein Maximum.
Der Sinussatz setzt in einem allgemeinen Dreieck jede Seite ins Verhältnis zum Sinus ihres Gegenwinkels. Er ist besonders geeignet, wenn ein vollständiges Gegenüberpaar sowie eine weitere Seite oder ein weiterer Winkel bekannt sind. Bei zwei Seiten und einem nicht eingeschlossenen Winkel kann es zwei Lösungen geben.
Formel
a / sin(α) = b / sin(β) = c / sin(γ)
Größen und Zeichen
a, b, c
Seiten gegenüber α, β und γ (Längeneinheit)
α, β, γ
Innenwinkel (Grad oder Radiant)
Vorgehen bei der Matura
Ordne jede Seite ihrem Gegenwinkel zu.
Wähle ein vollständig bekanntes Paar und das Paar mit der gesuchten Größe.
Löse die Verhältnisgleichung und prüfe Winkelsumme sowie einen möglichen zweiten Winkel.
Grafische Einordnung
Allgemeines Dreieck: Jede Seite liegt dem gleichnamigen Winkel gegenüber.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Gegeben sind a = 8 cm, α = 40° und β = 65°. Dann gilt b = 8 · sin(65°)/sin(40°) ≈ 11,28 cm. Außerdem ist γ = 180° − 40° − 65° = 75°.
Das Skalarprodukt zweier gleichdimensionaler Vektoren ist eine reelle Zahl. Es verbindet die Komponentenrechnung mit geometrischen Aussagen über Winkel und Orthogonalität: Bei zwei von null verschiedenen Vektoren bedeutet a · b = 0 einen rechten Winkel.
Formel
a · b = a₁b₁ + a₂b₂ + … + aₙbₙ = |a| · |b| · cos(φ)
Größen und Zeichen
a, b
gleichdimensionale Vektoren
aᵢ, bᵢ
zugehörige Komponenten
φ
Winkel zwischen den Vektoren
Vorgehen bei der Matura
Multipliziere jeweils die Komponenten an derselben Position miteinander.
Addiere sämtliche Komponentenprodukte zu einer reellen Zahl.
Interpretiere das Ergebnis: null bedeutet orthogonal; für einen Winkel durch |a| · |b| teilen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = (2 | −1 | 3) und b = (1 | 4 | 0) ist a · b = 2 · 1 + (−1) · 4 + 3 · 0 = −2. Das negative Ergebnis zeigt, dass der Winkel zwischen a und b größer als 90° ist.
Die Spannweite ist die Differenz zwischen größtem und kleinstem beobachtetem Wert. Sie ist rasch berechnet, berücksichtigt aber ausschließlich die beiden Randwerte. Daher reagiert sie stark auf Ausreißer und beschreibt die Verteilung im Inneren nicht.
Formel
R = x_max − x_min
Größen und Zeichen
R
Spannweite
x_max
größter beobachteter Wert
x_min
kleinster beobachteter Wert
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Minimum und Maximum der Daten.
Subtrahiere das Minimum vom Maximum.
Gib die Spannweite in der Dateneinheit an und beurteile, ob Ausreißer ihre Aussagekraft einschränken.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für die Messwerte 12, 15, 16, 18 und 31 ist x_min = 12 und x_max = 31. Somit ist R = 31 − 12 = 19. Der hohe Wert 31 vergrößert die Spannweite deutlich.
Eine Funktion F heißt Stammfunktion von f, wenn ihre Ableitung wieder f ergibt. Alle Stammfunktionen derselben Funktion unterscheiden sich nur durch eine additive Konstante, weil Konstanten beim Ableiten verschwinden.
Formel
F′(x) = f(x); alle Stammfunktionen: F(x) + C
Größen und Zeichen
f
gegebene Funktion
F
eine Stammfunktion von f
C
beliebige reelle Konstante
Vorgehen bei der Matura
Suche zu jedem Term von f eine Funktion, deren Ableitung diesen Term ergibt.
Fasse die gefundenen Terme zu F zusammen und ergänze bei der allgemeinen Lösung eine Konstante C.
Leite F zur Kontrolle ab; das Ergebnis muss exakt f sein.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Zu f(x) = 6x − 4 ist F(x) = 3x² − 4x + 7 eine Stammfunktion, denn F′(x) = 6x − 4. Ebenso funktionieren 3x² − 4x + C für alle reellen C.
Auf der Statistikseite beschreibt die Standardabweichung die typische Entfernung empirischer Daten vom arithmetischen Mittel. Sie ist die Quadratwurzel der empirischen Varianz und besitzt deshalb wieder dieselbe Einheit wie die Daten. Für die Beschreibung der vollständig vorliegenden Daten wird durch n dividiert; soll aus einer Stichprobe die Streuung der Grundgesamtheit geschätzt werden, wird die korrigierte Größe sₙ₋₁ mit Divisor n − 1 verwendet.
korrigierte Stichprobenstandardabweichung zur Schätzung
xᵢ
beobachteter Wert
x̄
arithmetisches Mittel
n
Anzahl der Beobachtungen
Vorgehen bei der Matura
Berechne x̄ und für jeden Wert die Abweichung xᵢ − x̄.
Quadriere die Abweichungen, summiere sie und dividiere für die deskriptive Varianz durch n.
Ziehe die Quadratwurzel und interpretiere s in der ursprünglichen Einheit.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für 2, 4, 4, 6 ist x̄ = 4. Die quadrierten Abweichungen sind 4, 0, 0 und 4; ihre Summe ist 8. Damit gilt s = √(8/4) = √2 ≈ 1,41, die Werte liegen also typischerweise etwa 1,41 Einheiten vom Mittel entfernt.
Auf dieser Seite wird die Standardabweichung einer diskreten Zufallsvariablen aus ihren möglichen Werten und Punktwahrscheinlichkeiten berechnet. Sie misst die typische Entfernung der Werte vom Erwartungswert und ist die positive Quadratwurzel der Varianz. Für stetige Verteilungen gilt weiterhin σ = √Var(X), die Varianz wird dort jedoch mit einem Integral bestimmt.
Formel
σ = √(Σᵢ(xᵢ − μ)²·P(X = xᵢ)) = √Var(X)
Größen und Zeichen
σ
Standardabweichung der Zufallsvariablen
μ
Erwartungswert von X
xᵢ
möglicher Wert von X
Vorgehen bei der Matura
Berechne zuerst den Erwartungswert μ der Verteilung.
Gewichte jede quadrierte Abweichung (xᵢ − μ)² mit ihrer Wahrscheinlichkeit und addiere.
Ziehe die positive Quadratwurzel und interpretiere σ in der Einheit der Zufallsvariablen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für X = 0, 1, 2 mit Wahrscheinlichkeiten 0,25, 0,50, 0,25 ist μ = 1. Die Varianz ist (0 − 1)²·0,25 + 0²·0,50 + (2 − 1)²·0,25 = 0,50. Somit ist σ = √0,50 ≈ 0,71.
Die Standardnormalverteilung ist die Normalverteilung mit Erwartungswert 0 und Standardabweichung 1. Durch Standardisieren wird jeder normalverteilte Wert in seine Anzahl von Standardabweichungen über oder unter dem Mittelwert umgerechnet. Ihre Verteilungsfunktion wird meist mit Φ bezeichnet.
Formel
Z = (X − μ)/σ ~ N(0,1), Φ(z) = P(Z ≤ z)
Größen und Zeichen
Z
standardnormalverteilte Zufallsvariable
z
konkreter standardisierter Wert
Φ
Verteilungsfunktion von N(0,1)
Vorgehen bei der Matura
Subtrahiere vom betrachteten Wert den Erwartungswert μ.
Dividiere die Differenz durch die Standardabweichung σ.
Lies Φ(z) beziehungsweise die benötigte Gegen- oder Intervallwahrscheinlichkeit ab und übersetze zurück in den Kontext.
Grafische Einordnung
Dichtekurve der Normalverteilung, symmetrisch um μ. Flächen sind Wahrscheinlichkeiten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für X ~ N(80, 10²) und x = 95 ergibt sich z = (95 − 80)/10 = 1,5. Aus Φ(1,5) ≈ 0,9332 folgt P(X ≤ 95) ≈ 93,32 %. Der Wert 95 liegt 1,5 Standardabweichungen über dem Mittelwert.
Statistik umfasst das planvolle Erheben, Aufbereiten, Darstellen und Auswerten von Daten. Die deskriptive Statistik beschreibt eine vorliegende Datenmenge, während die schließende Statistik von einer Stichprobe auf eine Grundgesamtheit folgert. Jede Aussage muss erkennen lassen, auf welche Population und welches Merkmal sie sich bezieht.
Vorgehen bei der Matura
Formuliere Grundgesamtheit, Stichprobe und untersuchtes Merkmal eindeutig.
Bereite die Daten mit passenden Tabellen, Grafiken sowie Lage- und Streuungsmaßen auf.
Interpretiere die Ergebnisse im Kontext und trenne beobachtete Stichprobenergebnisse von Schlussfolgerungen über die Population.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
In einer zufällig ausgewählten Stichprobe von 40 Jugendlichen befürworten 26 eine Maßnahme. Die beobachtete relative Häufigkeit ist 26/40 = 0,65 = 65 %. Deskriptiv gilt diese Aussage sicher für die Stichprobe; eine Aussage über alle Jugendlichen benötigt zusätzlich ein geeignetes Schätzverfahren.
Die Steigung k beschreibt bei einer nicht vertikalen Geraden die Änderung von y pro Änderung von x. Ein positives k bedeutet Anstieg, ein negatives k Abfall; k = 0 kennzeichnet eine horizontale Gerade.
Formel
k = Δy / Δx = (y₂ − y₁) / (x₂ − x₁), x₂ ≠ x₁
Größen und Zeichen
k
Steigung der Geraden
Δx
horizontale Änderung
Δy
vertikale Änderung
Vorgehen bei der Matura
Ordne die beiden Punkte in derselben Reihenfolge als P₁ und P₂ an.
Berechne Δy = y₂ − y₁ und Δx = x₂ − x₁ und bilde den Quotienten.
Interpretiere Vorzeichen und Einheit der Steigung im gegebenen Sachzusammenhang.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Durch P₁ = (1 | 2) und P₂ = (5 | 10) verläuft eine Gerade mit k = (10 − 2)/(5 − 1) = 8/4 = 2. Pro zusätzlicher x-Einheit steigt y daher um 2 Einheiten.
Der Steigungswinkel α beschreibt die Richtung einer nicht vertikalen Geraden relativ zur positiven x-Achse. Im Hauptintervall −90° < α < 90° liefert α = arctan(k) den eindeutigen Wert. Wird stattdessen ein Richtungswinkel zwischen 0° und 180° verlangt, muss ein negativer Hauptwert um 180° ergänzt werden.
Formel
k = tan(α); α = arctan(k) für −90° < α < 90° beziehungsweise −π/2 < α < π/2
Größen und Zeichen
k
Steigung der Geraden
α
Steigungswinkel zur positiven x-Achse (° oder rad)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme zuerst die Steigung k aus der Geradengleichung oder aus zwei Punkten.
Berechne den Hauptwert α = arctan(k) im zur Aufgabe passenden Winkelmodus.
Prüfe das verlangte Winkelintervall und ergänze bei einem Richtungswinkel nötigenfalls 180°.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Hat eine Gerade die Steigung k = √3 ≈ 1,732, so ist α = arctan(√3) = 60°. Die Gerade steigt daher unter einem Winkel von 60° zur positiven x-Achse an.
Eine Stichprobe ist eine untersuchte Teilmenge der Grundgesamtheit. Auf dieser Seite steht ihre beschreibende Auswertung im Vordergrund: Die erhobenen Werte liefern empirische Häufigkeiten und Kennzahlen. Zufällige, ausreichend breite Auswahl reduziert systematische Verzerrungen, beseitigt sie aber nicht automatisch.
Formel
n = Anzahl der Elemente der Stichprobe
Größen und Zeichen
n
Stichprobenumfang
Vorgehen bei der Matura
Lege die Grundgesamtheit und das Auswahlverfahren fest.
Erhebe bei den ausgewählten Einheiten dasselbe klar definierte Merkmal.
Berechne Stichprobenkennzahlen und benenne mögliche Auswahl- oder Messfehler.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Aus einer Produktion von 1 000 Teilen werden zufällig 50 geprüft; 3 sind fehlerhaft. Die Stichprobe hat n = 50 und eine Fehlerhäufigkeit von 3/50 = 0,06 = 6 %. Das beschreibt die Stichprobe exakt, den wahren Ausschussanteil der gesamten Produktion aber nur näherungsweise.
Konfidenzintervalle und lineare Regression · Seite 18
Stichprobe
Bedeutung
Im Kontext der schließenden Statistik liefert eine Stichprobe Informationen über eine größere Grundgesamtheit. Zufälligkeit und Repräsentativität sind entscheidend, damit Unsicherheitsangaben wie Konfidenzintervalle sinnvoll sind. Eine Stichprobenkennzahl ist eine Zufallsgröße, weil eine andere zufällige Auswahl einen anderen Wert liefern kann.
Formel
x̄ = (1/n)·Σᵢ₌₁ⁿxᵢ
Größen und Zeichen
n
Stichprobenumfang
x̄
beobachteter Stichprobenmittelwert
Vorgehen bei der Matura
Definiere Zielpopulation, Auswahlrahmen und Merkmal.
Wähle die Untersuchungseinheiten möglichst zufällig und erhebe die Werte nach einem einheitlichen Verfahren.
Berechne eine passende Stichprobenkennzahl und quantifiziere bei einer Schlussfolgerung ihre Unsicherheit.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Aus einer Produktion werden zufällig die fünf Füllmengen 498 g, 501 g, 500 g, 499 g und 502 g geprüft. Die Stichprobe hat n = 5 und x̄ = (498 + 501 + 500 + 499 + 502)/5 = 2 500/5 = 500 g. Dieser Mittelwert schätzt den unbekannten mittleren Füllwert der gesamten Produktion.
Konfidenzintervalle und lineare Regression · Seite 18
Stichprobenmittelwert
Bedeutung
Der Stichprobenmittelwert X̄ ist der Durchschnitt der n zufällig gezogenen Beobachtungen und dient als Schätzer für den Populationsmittelwert μ. Über wiederholte Stichproben ist E(X̄) = μ. Seine Streuung, der Standardfehler, beträgt bei unabhängigen Beobachtungen σ/√n und wird mit wachsendem n kleiner.
Formel
X̄ = (1/n)·Σᵢ₌₁ⁿXᵢ, E(X̄) = μ, σ_X̄ = σ/√n
Größen und Zeichen
X̄
zufälliger Stichprobenmittelwert
μ, σ
Mittelwert und Standardabweichung der Population
n
Stichprobenumfang
Vorgehen bei der Matura
Addiere die n Stichprobenwerte und dividiere durch n.
Berechne für die Verteilung von X̄ den Standardfehler σ/√n oder bei unbekanntem σ die Schätzung s/√n.
Standardisiere bei einer Wahrscheinlichkeits- oder Intervallfrage und interpretiere den Mittelwert als Schätzer von μ.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für n = 36 wird x̄ = 52 gemessen; die Population habe μ = 50 und σ = 12. Der Standardfehler ist σ/√n = 12/6 = 2. Der beobachtete Mittelwert liegt mit z = (52 − 50)/2 = 1 genau einen Standardfehler über μ.
Konfidenzintervalle und lineare Regression · Seite 18
Stichprobenumfang
Bedeutung
Der Stichprobenumfang n ist die Zahl der tatsächlich ausgewerteten unabhängigen Beobachtungen. Ein größerer Umfang verkleinert den Standardfehler typischerweise proportional zu 1/√n. Für eine vorgegebene Fehlerspanne kann der nötige Umfang berechnet und muss immer auf die nächste ganze Zahl aufgerundet werden.
Formel
n ≥ (z₁₋α⁄₂·σ/E)² für einen Mittelwert bei bekanntem σ
Größen und Zeichen
n
erforderlicher Stichprobenumfang
E
maximal gewünschte halbe Intervallbreite
σ
bekannte oder planerisch angenommene Populationsstandardabweichung
z₁₋α⁄₂
zweiseitiges z-Quantil zum Konfidenzniveau
Vorgehen bei der Matura
Lege Konfidenzniveau, gewünschte Fehlerspanne E und eine plausible Standardabweichung σ fest.
Setze die Werte in (zσ/E)² ein.
Runde das Ergebnis stets auf die nächste ganze Zahl auf und prüfe praktische Ausfälle oder fehlende Antworten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für ein 95-%-Intervall mit σ = 12 und höchstens E = 3 Einheiten Fehlerspanne gilt n ≥ (1,96·12/3)² = 7,84² = 61,4656. Daher werden mindestens n = 62 auswertbare Beobachtungen benötigt.
Die Störfunktion ist die rechte Seite einer inhomogenen linearen Differenzialgleichung und beschreibt eine äußere Einwirkung auf das System. Sie ist keine zufällige Störung, sondern eine vorgegebene Funktion. Ihre Form bestimmt wesentlich, welcher Ansatz für eine partikuläre Lösung geeignet ist.
Formel
y′ + a·y = s(x), Störfunktion: s(x), a ∈ ℝ
Größen und Zeichen
s(x)
äußere Anregung oder Störfunktion
a
konstanter systemeigener Koeffizient
y(x)
Reaktion des Systems
Vorgehen bei der Matura
Bringe die Differenzialgleichung in lineare Standardform und lies s(x) auf der rechten Seite ab.
Wähle passend zur Form von s(x) eine partikuläre Lösung oder verwende einen integrierenden Faktor.
Addiere homogene und partikuläre Lösung und bestimme die Konstante aus den Anfangsdaten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei y′ + y = 3 mit y(0) = 1 ist s(x) = 3 die konstante Störfunktion. Es gilt yₕ = C·e^(−x) und yₚ = 3, also y = C·e^(−x) + 3. Aus 1 = C + 3 folgt C = −2; damit ist y(1) = 3 − 2/e ≈ 2,26.
Der Strahlensatz beschreibt proportionale Strecken, die entstehen, wenn parallele Geraden zwei Strahlen schneiden. Entsprechende Strecken besitzen dasselbe Verhältnis. Er ist eine direkte Anwendung ähnlicher Dreiecke.
Formel
SA′/SA = SB′/SB = A′B′/AB
Größen und Zeichen
S
gemeinsamer Scheitelpunkt der Strahlen
A, A′, B, B′
Schnittpunkte auf den Strahlen beziehungsweise Parallelen
Vorgehen bei der Matura
Markiere Scheitelpunkt, parallele Geraden und entsprechende Strecken.
Stelle eine Verhältnisgleichung in durchgehend gleicher Reihenfolge auf.
Löse durch Kreuzmultiplikation und prüfe den Vergrößerungsfaktor.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein 1,8 m hoher Stab wirft einen 1,2 m langen Schatten; gleichzeitig ist der Baumschatten 8 m lang. Wegen gleicher Sonnenstrahlen gilt h/8 = 1,8/1,2. Somit ist h = 8 · 1,8/1,2 = 12 m.
Streuungsmaße beschreiben, wie stark Daten um ihre Lage verteilt sind. Dazu zählen Spannweite, Quartilsabstand, Varianz und Standardabweichung; sie reagieren unterschiedlich stark auf Ausreißer. Erst die gemeinsame Betrachtung von Lage und Streuung ermöglicht einen aussagekräftigen Vergleich.
Größen und Zeichen
R
Spannweite
IQR
Interquartilsabstand
s², s
Varianz und Standardabweichung
Vorgehen bei der Matura
Bestimme, ob ein robustes oder ein alle Werte berücksichtigendes Streuungsmaß benötigt wird.
Berechne das gewählte Maß für jeden zu vergleichenden Datensatz mit derselben Definition.
Vergleiche die Werte zusammen mit einem Lagemaß und formuliere die Bedeutung im Kontext.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
A = {4, 5, 6} und B = {0, 5, 10} haben beide Mittelwert 5. Für A ist s = √((1 + 0 + 1)/3) ≈ 0,82, für B ist s = √((25 + 0 + 25)/3) ≈ 4,08. B streut daher wesentlich stärker, obwohl die Lage gleich ist.
Die Stückkostenfunktion gibt die durchschnittlichen Gesamtkosten pro Einheit an. Sie ist identisch mit der Durchschnittskostenfunktion und berücksichtigt Fixkosten über den Term F/x.
Formel
k(x) = K(x)/x, x > 0
Größen und Zeichen
k(x)
Stückkosten (€/Stück)
K(x)
Gesamtkosten (€)
x
Menge (Stück)
Vorgehen bei der Matura
Teile jeden Term von K(x) durch x.
Gib den Definitionsbereich x > 0 an.
Setze eine Menge ein oder minimiere k(x) zur Bestimmung des Betriebsoptimums.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Aus K(x) = 500 + 20x wird k(x) = 500/x + 20. Bei 50 Stück gilt k(50) = 30 €/Stück.
Nach der Summenregel werden Summen und Differenzen gliedweise abgeleitet. Das Vorzeichen jedes Terms bleibt erhalten; Konstanten haben die Ableitung null. Die Regel lässt sich mit Faktor-, Produkt- und Kettenregel kombinieren.
Formel
(f ± g)′ = f′ ± g′
Größen und Zeichen
f, g
differenzierbare Funktionen
f′, g′
Ableitungen der Summanden
Vorgehen bei der Matura
Zerlege den Funktionsterm an Plus- und Minuszeichen in einzelne Summanden.
Leite jeden Summanden getrennt mit der jeweils passenden Regel ab.
Setze die abgeleiteten Terme mit ihren ursprünglichen Plus- oder Minuszeichen wieder zusammen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für h(x) = x³ − 4x + 7 gilt h′(x) = 3x² − 4 + 0 = 3x² − 4. Insbesondere ist h′(2) = 12 − 4 = 8.
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t-Verteilung
Bedeutung
Bei einer unabhängigen Stichprobe aus einer normalverteilten Grundgesamtheit wird die t-Verteilung für Aussagen über den Mittelwert verwendet, wenn die Populationsstandardabweichung σ unbekannt und durch die Stichprobenstandardabweichung s ersetzt wird. Sie ist symmetrisch, besitzt aber schwerere Randbereiche als die Standardnormalverteilung. Mit wachsendem Freiheitsgrad nähert sie sich N(0,1) an.
Formel
T = (X̄ − μ)/(Sₙ₋₁/√n), ν = n − 1
Größen und Zeichen
T
t-standardisierte Prüfgröße
Sₙ₋₁
korrigierte Stichprobenstandardabweichung als Schätzer für σ
ν
Freiheitsgrad
μ
angenommener Populationsmittelwert
Vorgehen bei der Matura
Prüfe, dass σ unbekannt ist und das t-Modell für die Stichprobe angemessen ist.
Berechne ν = n − 1 und die Prüfgröße t = (x̄ − μ)/(s/√n).
Vergleiche mit dem passenden t-Quantil oder berechne die zugehörige Wahrscheinlichkeit und formuliere die Schlussfolgerung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Gegeben sind n = 10, x̄ = 20,4 und sₙ₋₁ = 1,5. Für ein 95-%-Konfidenzintervall gilt ν = 9 und t₉;₀,₉₇₅ ≈ 2,262. Die Fehlerspanne ist 2,262·1,5/√10 ≈ 1,07, daher ergibt sich [20,4 − 1,07; 20,4 + 1,07] = [19,33; 21,47].
Im rechtwinkeligen Dreieck ist der Tangens eines spitzen Winkels das Verhältnis von Gegenkathete zu Ankathete. Die Hypotenuse kommt in diesem Verhältnis nicht vor. Tangens eignet sich daher besonders, wenn beide Katheten beteiligt sind.
Formel
tan(α) = Gegenkathete (a) / Ankathete (b) = a / b
Größen und Zeichen
α
betrachteter Winkel (Grad oder Radiant)
a
Gegenkathete zu α (Längeneinheit)
b
Ankathete zu α (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Gegen- und Ankathete relativ zu α.
Setze die Längen in tan(α) = a/b ein.
Stelle nach einer Kathete um oder verwende arctan für den Winkel.
Grafische Einordnung
Rechtwinkeliges Dreieck zum Winkel α: a ist die Gegenkathete, b die Ankathete und c die Hypotenuse.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = 5 cm und b = 12 cm ist tan(α) = 5/12 ≈ 0,4167. Daher ist α = arctan(5/12) ≈ 22,62°.
Tera- ist eine SI-Vorsilbe und steht für den Faktor 10¹² = 1 000 000 000 000. Das Zeichen T wird ohne Abstand direkt vor das Einheitenzeichen gesetzt. Damit lassen sich sehr große oder sehr kleine Messwerte übersichtlich angeben.
Formel
1 TE = 10^12 E
Größen und Zeichen
T
Zeichen der Vorsilbe Tera-
E
Einheit ohne Vorsilbe
Vorgehen bei der Matura
Ersetze die Vorsilbe Tera- durch den Faktor 10¹² = 1 000 000 000 000.
Multipliziere den Zahlenwert mit diesem Faktor, wenn du in die Einheit ohne Vorsilbe umrechnest.
Schreibe das Ergebnis mit Einheit und kontrolliere die Größenordnung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Speicherkapazität von 1,5 TB entspricht in dezimaler SI-Schreibweise 1,5 · 10¹² Byte = 1 500 000 000 000 Byte.
Der Tilgungsanteil ist jener Teil einer Kreditrate, der die Restschuld tatsächlich vermindert. Bei konstanter Annuität wächst er im Zeitverlauf, weil der Zinsanteil mit sinkender Restschuld kleiner wird.
Formel
Tₖ = A − Zₖ; Zₖ = i · Sₖ₋₁
Größen und Zeichen
Tₖ
Tilgungsanteil der k-ten Rate (€)
A
Annuität (€)
Zₖ
Zinsanteil (€)
Sₖ₋₁
Restschuld vor der Rate (€)
Vorgehen bei der Matura
Berechne den Zinsanteil aus der Restschuld zu Periodenbeginn.
Ziehe diesen Zinsanteil von der konstanten Rate A ab.
Vermindere die Restschuld um Tₖ und verwende den neuen Wert in der nächsten Periode.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei 8.000 € Restschuld, 5 % Periodenzins und 1.500 € Rate gilt Z = 400 € und T = 1.500 − 400 = 1.100 €. Die neue Restschuld ist 6.900 €.
Ein Tilgungsplan zeigt für jede Kreditperiode Anfangsschuld, Zinsen, Rate, Tilgung und verbleibende Restschuld. Er macht die zeitliche Entwicklung eines Darlehens transparent.
Formel
Zₖ = i · Sₖ₋₁; Tₖ = A − Zₖ; Sₖ = Sₖ₋₁ − Tₖ
Größen und Zeichen
Sₖ
Restschuld nach Periode k (€)
Zₖ
Zinsanteil (€)
Tₖ
Tilgungsanteil (€)
A
Rate beziehungsweise Annuität (€)
Vorgehen bei der Matura
Beginne die erste Zeile mit der ursprünglichen Kreditschuld.
Berechne nacheinander Zinsanteil, Tilgungsanteil und neue Restschuld mit ungerundeten Zwischenwerten.
Übernimm die neue Restschuld als Anfangsschuld der nächsten Zeile und prüfe am Ende den Sollwert null.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei S₀ = 1.000 €, i = 10 % und A = 600 € gilt im ersten Jahr: Z₁ = 100 €, T₁ = 500 €, S₁ = 500 €. Im zweiten Jahr: Z₂ = 50 €, T₂ = 550 €, rechnerisch entstünde eine Überzahlung von 50 €, daher wird die Schlussrate auf 550 € angepasst.
Beim Transponieren werden Zeilen und Spalten einer Matrix vertauscht. Aus einer m × n-Matrix wird dadurch eine n × m-Matrix; der Eintrag aᵢⱼ steht in Aᵀ an der Position aⱼᵢ.
Formel
(Aᵀ)ᵢⱼ = Aⱼᵢ; (A · B)ᵀ = Bᵀ · Aᵀ
Größen und Zeichen
A
Ausgangsmatrix
Aᵀ
transponierte Matrix
aᵢⱼ
Eintrag in Zeile i und Spalte j
Vorgehen bei der Matura
Lies die erste Zeile von A und schreibe sie als erste Spalte von Aᵀ.
Wiederhole dies für alle weiteren Zeilen und kontrolliere die vertauschten Dimensionen.
Prüfe stichprobenartig, ob jeder Eintrag aᵢⱼ an der Position (j, i) gelandet ist.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Aus A = [[1, 2, 3], [4, 5, 6]] mit Dimension 2 × 3 wird Aᵀ = [[1, 4], [2, 5], [3, 6]] mit Dimension 3 × 2. Beispielsweise wandert a₂₃ = 6 nach Position (3, 2).
Ein Trapez besitzt mindestens ein Paar paralleler Seiten. Der Flächeninhalt ist die mittlere Länge dieser parallelen Seiten mal senkrechter Höhe. Die Höhe ist der Normalabstand der Parallelen.
Formel
A = (a + c) · h / 2
Größen und Zeichen
a, c
parallele Seiten (Längeneinheit)
h
senkrechter Abstand der parallelen Seiten (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Identifiziere die beiden parallelen Seiten a und c.
Addiere ihre Längen und halbiere die Summe.
Multipliziere mit der senkrechten Höhe h.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = 8 cm, c = 14 cm und h = 5 cm gilt A = (8 + 14) · 5 / 2 = 22 · 2,5 = 55 cm².
Bei einer Differenzialgleichung mit trennbaren Variablen lassen sich alle Terme mit y auf eine Seite und alle Terme mit x auf die andere Seite bringen. Danach werden beide Seiten integriert. Konstante Lösungen, die beim Dividieren durch einen y-Term verloren gehen könnten, müssen gesondert geprüft werden.
Formel
y′ = g(x)·h(y) ⇒ ∫(1/h(y)) dy = ∫g(x) dx
Größen und Zeichen
g(x)
nur von x abhängiger Faktor
h(y)
nur von y abhängiger Faktor
C
Integrationskonstante
Vorgehen bei der Matura
Schreibe y′ als dy/dx und trenne die x- und y-Terme algebraisch.
Integriere beide Seiten und fasse die Integrationskonstanten zu einer Konstante C zusammen.
Löse möglichst nach y auf, setze Anfangswerte ein und prüfe eventuell verlorene konstante Lösungen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für y′ = 2xy mit y(0) = 1 gilt dy/y = 2x dx. Integration ergibt ln|y| = x² + C und damit y = C₁e^(x²). Aus y(0) = 1 folgt C₁ = 1; daher ist y(1) = e ≈ 2,72.
Trigonometrie verbindet Winkel mit Seitenverhältnissen und periodischen Funktionen. Im rechtwinkeligen Dreieck helfen Sinus, Cosinus und Tangens; im allgemeinen Dreieck Sinus- und Cosinussatz. In Modellierungsaufgaben beschreiben Sinusfunktionen regelmäßig wiederkehrende Vorgänge.
Formel
sin(α) = G/H; cos(α) = A/H; tan(α) = G/A
Größen und Zeichen
G
Gegenkathete zum betrachteten Winkel (Längeneinheit)
A
Ankathete zum betrachteten Winkel (Längeneinheit)
H
Hypotenuse (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Fertige eine Skizze an und kennzeichne Winkel sowie bekannte Seiten.
Entscheide zwischen rechtwinkeligem und allgemeinem Dreieck beziehungsweise periodischem Modell.
Wähle eine Beziehung mit möglichst nur einer Unbekannten und interpretiere das Ergebnis.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine 5 m lange Leiter lehnt unter 70° zum Boden an einer Wand. Die erreichte Höhe ist h = 5 · sin(70°) ≈ 4,70 m; der Wandabstand beträgt 5 · cos(70°) ≈ 1,71 m.
Die trigonometrische Flächenformel berechnet den Inhalt eines Dreiecks aus zwei Seiten und ihrem eingeschlossenen Winkel. Sie folgt aus Grundseite mal Höhe, wobei die Höhe mit einer Sinusbeziehung ausgedrückt wird. Der Winkel muss zwischen den beiden eingesetzten Seiten liegen.
Formel
A = ½ · b · c · sin(α)
Größen und Zeichen
b, c
Seiten, die den Winkel α einschließen (Längeneinheit)
α
eingeschlossener Winkel (Grad oder Radiant)
A
Dreiecksfläche (Quadrateinheit)
Vorgehen bei der Matura
Identifiziere zwei bekannte Seiten und ihren eingeschlossenen Winkel.
Setze sie in A = ½bc sin(α) ein.
Berechne mit korrektem Winkelmaß und gib eine Quadrateinheit an.
Grafische Einordnung
Allgemeines Dreieck: Jede Seite liegt dem gleichnamigen Winkel gegenüber.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für b = 8 cm, c = 11 cm und α = 30° ist A = ½ · 8 · 11 · sin(30°) = 44 · 0,5 = 22 cm².
Der Umfang einer ebenen Figur ist die gesamte Länge ihres Randes. Er entsteht durch Addition aller äußeren Seiten beziehungsweise Randstücke. Das Ergebnis trägt eine Längeneinheit.
Formel
u = Summe aller Randlängen
Größen und Zeichen
u
Umfang (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Markiere den vollständigen äußeren Rand der Figur.
Bestimme fehlende Randlängen und bringe alle Werte auf dieselbe Einheit.
Addiere jeden äußeren Abschnitt genau einmal.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Rechteck mit a = 7,5 m und b = 4 m hat den Umfang u = 2a + 2b = 2 · 7,5 + 2 · 4 = 23 m.
Im Körperkapitel bezeichnet der Umfang häufig den Rand der Grundfläche und wird als u_G verwendet. Er bestimmt bei geraden Prismen und Zylindern gemeinsam mit der Höhe die Mantelfläche. Der Umfang bleibt eine eindimensionale Länge.
Formel
M_Prisma = u_G · h; u_Kreis = 2πr
Größen und Zeichen
u_G
Umfang der Grundfläche (Längeneinheit)
h
Körperhöhe (Längeneinheit)
M
Mantelfläche (Quadrateinheit)
Vorgehen bei der Matura
Erkenne die Form der Grundfläche.
Addiere ihre Randlängen oder verwende bei einem Kreis u_G = 2πr.
Nutze u_G bei Bedarf als Faktor für die Mantelfläche.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Die Grundfläche eines Zylinders hat r = 3 cm. Ihr Umfang ist u_G = 2π · 3 = 6π cm ≈ 18,85 cm. Bei h = 5 cm wäre der Mantel M = u_G · h = 30π cm² ≈ 94,25 cm².
Das unbestimmte Integral bezeichnet die Menge aller Stammfunktionen eines Integranden. Weil die Ableitung einer Konstanten null ist, muss die Integrationskonstante C angegeben werden. Anders als ein bestimmtes Integral liefert es keinen einzelnen Zahlenwert.
Formel
∫ f(x) dx = F(x) + C mit F′(x) = f(x)
Größen und Zeichen
f(x)
Integrand
F(x)
eine Stammfunktion des Integranden
C
beliebige Integrationskonstante
dx
Integration nach der Variable x
Vorgehen bei der Matura
Integriere den Funktionsterm gliedweise mit den passenden Stammfunktionsregeln.
Ergänze genau einmal die allgemeine Integrationskonstante + C.
Leite das Ergebnis ab und prüfe, ob wieder der ursprüngliche Integrand entsteht.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Es gilt ∫(4x³ − 2x)dx = x⁴ − x² + C. Die Kontrolle liefert (x⁴ − x² + C)′ = 4x³ − 2x und bestätigt damit die gesamte Stammfunktionsfamilie.
Bei einem von null verschiedenen ersten Summanden besitzt eine unendliche geometrische Reihe genau dann einen endlichen Grenzwert, wenn |q| < 1 ist. Dann nähern sich die Partialsummen der Summe b₁/(1 − q). Ist b₁ = 0, besteht die Reihe nur aus Nullen und konvergiert unabhängig von q gegen 0.
Formel
Σₙ₌₁^∞ b₁ · qⁿ⁻¹ = b₁/(1 − q) für |q| < 1; bei b₁ = 0 gilt s = 0 für jedes q
Größen und Zeichen
b₁
erster Summand
q
konstanter geometrischer Faktor
s
Grenzwert der Partialsummen
Vorgehen bei der Matura
Identifiziere erstes Glied b₁ und den Quotienten q aufeinanderfolgender Summanden.
Prüfe bei b₁ ≠ 0 vor dem Einsetzen zwingend die Konvergenzbedingung |q| < 1.
Berechne s = b₁/(1 − q) und deute den Grenzwert im Kontext der Aufgabe.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für 12 + 4 + 4/3 + … gilt b₁ = 12 und q = 1/3. Weil |q| < 1 ist, konvergiert die Reihe gegen s = 12/(1 − 1/3) = 12/(2/3) = 18.
Bei unterjähriger Verzinsung werden Zinsen mehrmals pro Jahr gutgeschrieben oder verrechnet. Zinssatz und Anzahl der Perioden müssen deshalb auf Monat, Quartal oder eine andere Teilperiode bezogen werden.
Formel
K = K₀ · (1 + iₚ)ᵐⁿ
Größen und Zeichen
iₚ
Zinssatz je Teilperiode
m
Teilperioden pro Jahr
n
Laufzeit in Jahren
K₀
Anfangskapital (€)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme die Zahl m der Zinsperioden pro Jahr.
Ermittle den tatsächlich wirksamen Zinssatz iₚ je Teilperiode aus der Angabe.
Verwende insgesamt m · n Perioden und kontrolliere den daraus folgenden effektiven Jahreszins.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
1.000 € werden 2 Jahre lang quartalsweise mit 1 % je Quartal verzinst. K = 1.000 · 1,01⁸ ≈ 1.082,86 €.
Die variable Durchschnittskostenfunktion gibt die variablen Kosten pro produzierter Einheit an. Sie ist gleichbedeutend mit der variablen Stückkostenfunktion und enthält keine Fixkosten.
Formel
kᵥ(x) = Kᵥ(x)/x, x > 0
Größen und Zeichen
kᵥ(x)
variable Durchschnittskosten (€/Stück)
Kᵥ(x)
variable Gesamtkosten (€)
Vorgehen bei der Matura
Entferne aus K(x) den Fixkostenanteil F und erhalte Kᵥ(x).
Teile Kᵥ(x) durch x.
Minimiere kᵥ bei Bedarf für Betriebsminimum und kurzfristige Preisuntergrenze.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Aus K(x) = 800 + 12x + 0,1x² folgt Kᵥ(x) = 12x + 0,1x² und kᵥ(x) = 12 + 0,1x. Bei x = 20 sind es 14 €/Stück.
Die variable Kostenfunktion enthält alle Gesamtkosten, die von der Produktionsmenge abhängen. Sie ergibt sich aus Gesamtkosten minus Fixkosten und ist bei x = 0 im Standardmodell null.
Formel
Kᵥ(x) = K(x) − F = K(x) − K(0)
Größen und Zeichen
Kᵥ(x)
variable Kosten (€)
K(x)
Gesamtkosten (€)
F
Fixkosten (€)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme die Fixkosten über den Funktionswert F = K(0).
Subtrahiere F von K(x) und fasse den Term zusammen.
Kontrolliere Kᵥ(0) = 0 und teile bei Bedarf durch x für variable Stückkosten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für K(x) = 0,2x² + 10x + 600 gilt F = 600 und Kᵥ(x) = 0,2x² + 10x. Bei x = 50 sind die variablen Kosten 1.000 €.
Die variable Stückkostenfunktion verteilt die variablen Gesamtkosten auf die produzierte Menge. Ihr Minimum bestimmt das Betriebsminimum und die kurzfristige Preisuntergrenze.
Formel
kᵥ(x) = Kᵥ(x)/x
Größen und Zeichen
kᵥ(x)
variable Stückkosten (€/Stück)
Kᵥ(x)
variable Gesamtkosten (€)
x
Menge (Stück)
Vorgehen bei der Matura
Ermittle zuerst Kᵥ(x) ohne Fixkosten.
Teile durch x und vereinfache für x > 0.
Bestimme bei einer Optimierungsfrage das Minimum über kᵥ′(x) = 0.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei Kᵥ(x) = 0,02x³ − 1,2x² + 30x ist kᵥ(x) = 0,02x² − 1,2x + 30. Das Minimum liegt bei x = 30 und beträgt 12 €/Stück.
Auf der Statistikseite ist die Varianz die mittlere quadrierte Abweichung der beobachteten Werte vom empirischen Mittelwert. Durch das Quadrieren heben sich positive und negative Abweichungen nicht auf. Zur Beschreibung der vorliegenden Daten hat s² den Divisor n; zur Schätzung der Populationsvarianz aus einer Stichprobe wird sₙ₋₁² mit Divisor n − 1 verwendet. Die Einheit ist jeweils das Quadrat der Dateneinheit.
Auf der Verteilungsseite ist die Varianz einer diskreten Zufallsvariablen der erwartete quadratische Abstand ihrer möglichen Werte vom Erwartungswert. Die Punktwahrscheinlichkeiten dienen als Gewichte. Alternativ kann sie oft schneller mit E(X²) − E(X)² berechnet werden; bei stetigen Verteilungen tritt an die Stelle der Summe ein Integral.
Formel
Var(X) = Σᵢ(xᵢ − μ)²·P(X = xᵢ) = E(X²) − μ²
Größen und Zeichen
Var(X)
Varianz der Zufallsvariablen X
μ
Erwartungswert E(X)
E(X²)
Erwartungswert der quadrierten Zufallsvariablen
Vorgehen bei der Matura
Berechne μ = E(X) und gegebenenfalls E(X²).
Verwende entweder die gewichteten quadrierten Abweichungen oder E(X²) − μ².
Kontrolliere ein nichtnegatives Ergebnis und gib die quadrierte Einheit an.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
X nimmt 0, 1, 2 mit Wahrscheinlichkeiten 0,20, 0,50, 0,30 an. Dann ist μ = 0·0,20 + 1·0,50 + 2·0,30 = 1,10 und E(X²) = 0 + 1·0,50 + 4·0,30 = 1,70. Also Var(X) = 1,70 − 1,10² = 1,70 − 1,21 = 0,49.
Ein Vektor beschreibt eine gerichtete Größe durch seine Komponenten, etwa eine Verschiebung, Geschwindigkeit oder Kraft. Vektoren werden komponentenweise addiert und mit Skalaren multipliziert; der Verbindungsvektor von P nach Q entsteht als Q − P.
Formel
PQ = Q − P; a ± b = (a₁ ± b₁ | … | aₙ ± bₙ); k · a = (ka₁ | … | kaₙ)
Größen und Zeichen
P, Q
Anfangs- und Endpunkt
PQ
Vektor von P nach Q
a, b
Vektoren gleicher Dimension
k
reeller Skalierungsfaktor
Vorgehen bei der Matura
Lege Richtung und Dimension fest; beim Verbindungsvektor wird stets Endpunkt minus Anfangspunkt gerechnet.
Führe Addition, Subtraktion oder Skalierung für jede Komponente an derselben Position aus.
Deute das Ergebnis geometrisch und kontrolliere, ob Richtung sowie Größenordnung zur Aufgabe passen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Von P = (−1 | 2) nach Q = (4 | 5) führt PQ = (4 − (−1) | 5 − 2) = (5 | 3). Nach einer weiteren Verschiebung b = (−2 | 1) liegt der Gesamtvektor bei (5 | 3) + (−2 | 1) = (3 | 4).
Das Vektorprodukt zweier dreidimensionaler Vektoren liefert einen Vektor, der auf beiden Ausgangsvektoren senkrecht steht. Sein Betrag entspricht der Fläche des von den Vektoren aufgespannten Parallelogramms; die Richtung folgt der Rechte-Hand-Regel.
Formel
a × b = (a₂b₃ − a₃b₂ | a₃b₁ − a₁b₃ | a₁b₂ − a₂b₁)
Größen und Zeichen
a, b
Vektoren im dreidimensionalen Raum
a × b
zu a und b orthogonaler Ergebnisvektor
|a × b|
Fläche des aufgespannten Parallelogramms
Vorgehen bei der Matura
Setze die Komponenten in der festgelegten Reihenfolge in die drei Kreuzprodukt-Komponenten ein.
Berechne jede Differenz sorgfältig und beachte besonders das Vorzeichen der mittleren Komponente.
Kontrolliere das Ergebnis mit (a × b) · a = 0 und (a × b) · b = 0.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = (1 | 2 | 3) und b = (0 | 1 | 4) ist a × b = (8 − 3 | 0 − 4 | 1 − 0) = (5 | −4 | 1). Die Kontrollen ergeben (5 | −4 | 1) · a = 0 und · b = 0.
Die Vereinigungsmenge A ∪ B enthält alle Elemente, die in A oder in B oder in beiden Mengen liegen. Doppelt vorkommende Elemente werden nur einmal notiert. In der Logik entspricht ∪ dem einschließenden „oder“.
Die Verflechtungsmatrix A beschreibt den innerbetrieblichen Verbrauch in einem Produktionssystem. Der Eintrag aᵢⱼ gibt an, wie viele Einheiten von Produkt i zur Herstellung einer Einheit von Produkt j benötigt werden; deshalb ist die Bedeutung von Zeile und Spalte wesentlich.
Formel
Interner Bedarf = A · x; aᵢⱼ = Bedarf von Produkt i je Einheit Produkt j
Größen und Zeichen
A
quadratische Verflechtungsmatrix
aᵢⱼ
Input von Produkt i je Einheit Produkt j
x
Produktionsvektor
A · x
gesamter innerbetrieblicher Bedarf
Vorgehen bei der Matura
Lege für Zeilen und Spalten dieselbe feste Produktreihenfolge fest.
Übertrage jeden spezifischen Verbrauch als Eintrag aᵢⱼ mit Input in der Zeile und Output in der Spalte.
Multipliziere A mit einem Produktionsvektor und prüfe, ob die resultierenden internen Bedarfe sachlich plausibel sind.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei A = [(0,2 | 0,1); (0,3 | 0,2)] und x = (100 | 50) beträgt der interne Bedarf A · x = (0,2 · 100 + 0,1 · 50 | 0,3 · 100 + 0,2 · 50) = (25 | 40).
Die Verteilungsfunktion F(x) gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass eine Zufallsvariable höchstens den Wert x annimmt. Sie ist monoton nicht fallend, nähert sich links 0 und rechts 1. Bei diskreten Verteilungen besitzt sie Sprünge, bei stetigen Verteilungen entsteht sie durch Integration der Dichte.
Formel
F(x) = P(X ≤ x); P(a < X ≤ b) = F(b) − F(a)
Größen und Zeichen
F(x)
kumulierte Wahrscheinlichkeit bis x
X
Zufallsvariable
a, b
Grenzen eines Wahrscheinlichkeitsintervalls
Vorgehen bei der Matura
Übersetze die gesuchte Aussage in eine kumulierte Bedingung X ≤ x oder in ein Intervall.
Lies F an den benötigten Grenzen ab oder berechne es aus Wahrscheinlichkeiten beziehungsweise Dichte.
Bilde bei Intervallen die passende Differenz und beachte bei diskreten Variablen die Randpunkte.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für einen fairen Würfel gilt F(3) = P(X ≤ 3) = 3/6 = 0,50. Außerdem ist P(2 < X ≤ 5) = F(5) − F(2) = 5/6 − 2/6 = 3/6 = 0,50. Das Intervall umfasst die Ergebnisse 3, 4 und 5.
Verzinsung beschreibt die zeitabhängige Veränderung eines Kapitals durch Zinsen. Je nach Modell erfolgt sie einfach, mit Zinseszins oder in regelmäßigen Zahlungsreihen.
Formel
Zinseszins: Kₙ = K₀ · (1 + i)ⁿ
Größen und Zeichen
K₀
Kapital zum Zeitpunkt 0 (€)
Kₙ
Kapital nach n Zinsperioden (€)
i
Zinssatz pro Periode als Dezimalzahl
q
Aufzinsungsfaktor q = 1 + i
n
Anzahl gleich langer Zinsperioden
Vorgehen bei der Matura
Identifiziere Kapital, Zinssatz, Zinsperiode und Laufzeit.
Entscheide anhand des Textes zwischen einfacher Verzinsung, Zinseszins und Rentenrechnung.
Berechne den Wert am gefragten Zeitpunkt und trenne bei Bedarf Kapital und Zinsbetrag.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei 1.500 € und 2 % Zinseszins beträgt das Kapital nach 2 Jahren 1.500 · 1,02² = 1.560,60 €; die gesamten Zinsen sind 60,60 €.
Ein Viereck ist eine ebene Figur mit vier Seiten und vier Eckpunkten. Die Summe seiner Innenwinkel beträgt 360°. Für Flächenberechnungen wird ein allgemeines Viereck häufig durch eine Diagonale in zwei Dreiecke zerlegt.
Formel
α + β + γ + δ = 360°; A = A₁ + A₂
Größen und Zeichen
α, β, γ, δ
Innenwinkel (Grad)
A₁, A₂
Flächen der Teildreiecke (Quadrateinheit)
Vorgehen bei der Matura
Prüfe, ob ein spezielles Viereck mit einer einfacheren Formel vorliegt.
Nutze für Winkel die Summe 360° oder zerlege die Fläche entlang einer Diagonale.
Berechne die gesuchte Größe und kontrolliere die geometrische Plausibilität.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Drei Innenwinkel eines Vierecks sind 90°, 110° und 85°. Der vierte Winkel ist δ = 360° − 90° − 110° − 85° = 75°.
Das Volumen misst den Rauminhalt eines Körpers und wird in Kubikeinheiten angegeben. Für Prismen und Zylinder gilt Grundfläche mal Höhe, für Pyramiden und Kegel ein Drittel davon. Bei Flüssigkeiten ist 1 dm³ genau 1 Liter.
Formel
V_Prisma/Zylinder = G · h; V_Pyramide/Kegel = G · h / 3; 1 dm³ = 1 L
Größen und Zeichen
V
Volumen (Kubikeinheit)
G
Grundflächeninhalt (Quadrateinheit)
h
senkrechte Höhe (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Modelliere den Körper und vereinheitliche alle Längeneinheiten.
Berechne die Grundfläche und setze sie in die passende Volumenformel ein.
Wandle bei Bedarf Kubikeinheiten in Liter um und interpretiere das Ergebnis.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein quaderförmiges Aquarium misst innen 80 cm · 35 cm · 40 cm. Sein Volumen ist 80 · 35 · 40 = 112 000 cm³. Wegen 1 000 cm³ = 1 L fasst es 112 L.
Auf dieser Seite wird das Volumen eines Rotationskörpers durch Aufsummieren kreisförmiger Querschnittsflächen berechnet. Bei einer Drehung um die x-Achse wird nach x, bei einer Drehung um die y-Achse nach y integriert. Der jeweilige Abstand des Graphen von der Rotationsachse ist der Radius.
Formel
Vₓ = π·∫ₐᵇ y² dx; Vᵧ = π·∫𝑐ᵈ x² dy
Größen und Zeichen
Vₓ, Vᵧ
Volumen bei Rotation um die x- beziehungsweise y-Achse (VE)
y, x
Radius als Abstand zur jeweiligen Rotationsachse (LE)
a, b, c, d
Integrationsgrenzen entlang der Rotationsachse (LE)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Rotationsachse, Radiusfunktion und Grenzen in der dazu passenden Variable.
Stelle für die x-Achse π∫y²dx oder für die y-Achse π∫x²dy auf.
Berechne das Integral, kontrolliere ein positives Ergebnis und gib Volumeneinheiten an.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Der Graph x = √y wird für 0 ≤ y ≤ 4 um die y-Achse gedreht. Dann gilt x² = y und Vᵧ = π∫₀⁴y dy = π·[y²/2]₀⁴ = 8π ≈ 25,13 VE. Das ist das Volumen des entstehenden Rotationskörpers.
Technisch-naturwissenschaftliche Grundlagen · Seite 22
Volumen
Bedeutung
Im physikalischen Kontext bezeichnet das Volumen den Rauminhalt eines Körpers. Über die Dichte lässt es sich aus der Masse bestimmen; bei geometrisch gegebenen Körpern wird es zunächst mit der passenden Körperformel berechnet.
Formel
V = m/ρ
Größen und Zeichen
V
Volumen (m³, dm³ oder cm³)
m
Masse (kg oder g)
ρ
Dichte in dazu passender Einheit (kg/m³ oder g/cm³)
Vorgehen bei der Matura
Prüfe, ob das Volumen aus Geometrie oder aus Masse und Dichte zu bestimmen ist.
Verwende zusammenpassende Einheiten und berechne bei Dichteaufgaben V = m/ρ.
Gib eine kubische Einheit an und wandle sie bei Bedarf in Liter um.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Öl mit der Dichte ρ = 0,80 kg/L hat eine Masse von 12 kg. Das Volumen beträgt V = 12/0,80 = 15 L, also 0,015 m³.
Vorschüssige Zahlungen erfolgen jeweils am Beginn einer Periode. Gegenüber einer nachschüssigen Rente wird daher jede Rate genau eine Periode länger verzinst.
Formel
E_vor = q · E_nach; B_vor = q · B_nach
Größen und Zeichen
E_vor
vorschüssiger Endwert (€)
B_vor
vorschüssiger Barwert (€)
q
Periodenfaktor
Vorgehen bei der Matura
Markiere die erste Zahlung bei t = 0 und die letzte bei t = n − 1.
Berechne den entsprechenden nachschüssigen Wert als Grundformel.
Multipliziere mit q, weil jede Zahlung eine zusätzliche Zinsperiode erhält.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Drei vorschüssige Jahresraten zu 100 € bei 2 % ergeben E = 1,02 · 100 · (1,02³ − 1)/0,02 ≈ 312,16 €.
SI-Vorsilben ersetzen Zehnerpotenzen vor Einheiten und machen Messwerte leichter lesbar. Jede Vorsilbe besitzt einen festgelegten Faktor und ein groß- oder kleingeschriebenes Zeichen. Die physikalische Größe selbst ändert sich beim Umrechnen nicht.
Formel
Zahlenwert mit Vorsilbe · Vorsilbenfaktor = Zahlenwert in der Basiseinheit
Größen und Zeichen
Vorsilbenfaktor
zugehörige Zehnerpotenz, zum Beispiel 10³ für Kilo-
Vorgehen bei der Matura
Bestimme die Zehnerpotenz der vorhandenen Vorsilbe.
Multipliziere den Zahlenwert mit dieser Zehnerpotenz.
Wähle bei Bedarf eine neue Vorsilbe und kontrolliere das Einheitenzeichen.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Der Strom 0,0000032 A wird durch Division durch 10⁻⁶ in Mikroampere umgerechnet: 0,0000032 / 0,000001 = 3,2. Somit gilt 0,0000032 A = 3,2 µA.
Eine Wahrscheinlichkeit quantifiziert, wie plausibel ein Ereignis in einem Zufallsvorgang ist. Sie liegt zwischen 0 und 1; 0 bedeutet unmöglich und 1 sicher. Für disjunkte Ereignisse werden Wahrscheinlichkeiten addiert, für aufeinanderfolgende unabhängige Ereignisse multipliziert.
Formel
0 ≤ P(A) ≤ 1, P(Ω) = 1
Größen und Zeichen
A
Ereignis als Teilmenge des Ergebnisraums
Ω
Ergebnisraum aller möglichen Ausgänge
P(A)
Wahrscheinlichkeit des Ereignisses A
Vorgehen bei der Matura
Lege Ergebnisraum und gesuchtes Ereignis eindeutig fest.
Wähle je nach Modell eine Laplace-Regel, ein Baumdiagramm, eine Vierfeldertafel oder eine bekannte Verteilung.
Berechne P(A), prüfe 0 ≤ P(A) ≤ 1 und formuliere das Ergebnis im Kontext.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Urne enthält 3 rote und 2 blaue gleichartige Kugeln. Bei einer zufälligen Ziehung ist P(rot) = 3/(3 + 2) = 3/5 = 0,60. Die Chance auf eine rote Kugel beträgt somit 60 %.
Im Kontext von Wahrscheinlichkeitsverteilungen wird die Wahrscheinlichkeit aus den Werten einer Zufallsvariablen und ihrer Verteilung bestimmt. Bei diskreten Variablen werden Punktwahrscheinlichkeiten addiert, bei stetigen Variablen Dichteflächen integriert. Die gewählte Rechenart hängt daher vom Typ der Zufallsvariablen ab.
Formel
diskret: P(X ∈ A) = Σₓ∈A P(X = x); stetig: P(a ≤ X ≤ b) = ∫ₐᵇ f(x) dx
Größen und Zeichen
X
Zufallsvariable
A
gesuchter Wertebereich
f
Dichte bei einer stetigen Verteilung
Vorgehen bei der Matura
Entscheide zuerst, ob X diskret oder stetig verteilt ist.
Übersetze den Text in einen Wertebereich für X.
Addiere die passenden Punktwahrscheinlichkeiten oder integriere die Dichte und interpretiere das Resultat.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für X ~ Bin(3; 0,40) ist P(X ≤ 1) = P(X = 0) + P(X = 1) = 0,60³ + 3·0,40·0,60² = 0,216 + 0,432 = 0,648. Mit 64,8 % Wahrscheinlichkeit gibt es höchstens einen Treffer.
Der Wiederveranlagungszinssatz gibt an, zu welchem Zinssatz positive Zwischenrückflüsse bis zum Ende der Nutzungsdauer angelegt werden können. Er wird vor allem beim Endwert und beim modifizierten internen Zinssatz benötigt.
Formel
EW(Rₜ) = Rₜ · (1 + i_W)ⁿ⁻ᵗ
Größen und Zeichen
i_W
Wiederveranlagungszinssatz
Rₜ
positiver Rückfluss in t (€)
n − t
verbleibende Anlageperioden
Vorgehen bei der Matura
Markiere den Zahlungszeitpunkt t des positiven Rückflusses und den Endzeitpunkt n.
Berechne die verbleibenden Perioden n − t.
Zinse Rₜ mit dem Wiederveranlagungsfaktor bis n auf und addiere die Endwerte.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Ein Rückfluss von 4.000 € am Ende von Jahr 2 wird bis zum Ende von Jahr 5 zu 3 % wiederveranlagt. Sein Endwert ist 4.000 · 1,03³ ≈ 4.370,91 €.
Ein Winkel beschreibt die Drehung zwischen zwei Strahlen mit gemeinsamem Scheitelpunkt. Er kann im Grad- oder Bogenmaß angegeben und als spitz, recht, stumpf, gestreckt oder überstumpf klassifiziert werden. Bei geometrischen Rechnungen liefern Winkelbedingungen wichtige Kontrollen.
Bestimme Ausgangsstrahl, Endstrahl und Drehsinn beziehungsweise lies die Markierung ab.
Ermittle die Winkelgröße durch Messen, Winkelsummen oder trigonometrische Beziehungen.
Gib Winkelmaß und passende Klassifikation an.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Der kleinere Winkel zwischen dem Minutenzeiger auf 12 und dem Stundenzeiger auf 2 umfasst zwei von zwölf gleich großen Vollwinkelabschnitten. Daher ist α = 2 · 360°/12 = 60° und der Winkel ist spitz.
Ein Würfel ist ein Quader mit sechs kongruenten quadratischen Flächen und zwölf gleich langen Kanten. Volumen und Oberfläche hängen nur von der Kantenlänge a ab. Seine Raumdiagonale hat die Länge a√3.
Formel
V = a³; O = 6a²; d = a√3
Größen und Zeichen
a
Kantenlänge (Längeneinheit)
d
Raumdiagonale (Längeneinheit)
Vorgehen bei der Matura
Bestimme die Kantenlänge a in der gewünschten Einheit.
Potenziere a für Volumen mit 3 oder für eine Seitenfläche mit 2.
Multipliziere für die Oberfläche die Seitenfläche mit 6.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für a = 4 cm gilt V = 4³ = 64 cm³. Die Oberfläche ist O = 6 · 4² = 6 · 16 = 96 cm².
Die n-te Wurzel aus a ist der eindeutig festgelegte reelle Wurzelwert. Bei geradem n muss a nichtnegativ sein und die Hauptwurzel x ist ebenfalls nichtnegativ; bei ungeradem n ist auch für negative a genau eine reelle Wurzel möglich.
Formel
x = ⁿ√a ⇔ xⁿ = a und bei geradem n zusätzlich x ≥ 0; bei geradem n gilt a ≥ 0; √(a²) = |a|
Größen und Zeichen
a
Radikand
n
positiver ganzzahliger Wurzelexponent
x
eindeutiger reeller Wurzelwert
Vorgehen bei der Matura
Bestimme Wurzelexponent und Radikand.
Prüfe, ob die Wurzel im verlangten Zahlenbereich definiert ist.
Berechne die Wurzel und kontrolliere sie durch Potenzieren.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Gesucht ist √144. Da 12² = 144, gilt √144 = 12. Für die Gleichung x² = 144 ergeben sich dagegen zwei Lösungen, nämlich x = −12 und x = 12.
Zahlenmengen ordnen Zahlen nach gemeinsamen Eigenschaften. Es gilt die Einbettung ℕ ⊆ ℤ ⊆ ℚ ⊆ ℝ. Der gewählte Zahlenbereich entscheidet, welche Rechenoperationen und Lösungen zulässig sind.
Formel
ℕ ⊆ ℤ ⊆ ℚ ⊆ ℝ
Größen und Zeichen
ℕ
natürliche Zahlen
ℤ
ganze Zahlen
ℚ
rationale Zahlen
ℝ
reelle Zahlen
Vorgehen bei der Matura
Vereinfache die zu klassifizierende Zahl.
Suche die kleinste der Mengen ℕ, ℤ, ℚ oder ℝ, welche die Zahl enthält.
Nutze die Teilmengenbeziehungen, um weitere Zugehörigkeiten abzuleiten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Die Zahl −3 liegt in ℤ, ℚ und ℝ, aber nicht in ℕ. Für 2/5 gilt 2/5 ∈ ℚ und √2 liegt nur in der hier betrachteten Kette in ℝ, weil √2 irrational ist.
Zenti- ist eine SI-Vorsilbe und steht für den Faktor 10⁻² = 0,01. Das Zeichen c wird ohne Abstand direkt vor das Einheitenzeichen gesetzt. Damit lassen sich sehr große oder sehr kleine Messwerte übersichtlich angeben.
Formel
1 cE = 10^−2 E
Größen und Zeichen
c
Zeichen der Vorsilbe Zenti-
E
Einheit ohne Vorsilbe
Vorgehen bei der Matura
Ersetze die Vorsilbe Zenti- durch den Faktor 10⁻² = 0,01.
Multipliziere den Zahlenwert mit diesem Faktor, wenn du in die Einheit ohne Vorsilbe umrechnest.
Schreibe das Ergebnis mit Einheit und kontrolliere die Größenordnung.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Länge von 245 cm entspricht 245 · 0,01 m = 2,45 m. Der Zahlenwert wird beim Wechsel zur größeren Einheit Meter kleiner.
Der Zinsanteil einer Kreditrate ist die Vergütung für das noch ausstehende Kapital in einer Periode. Er sinkt bei einem Annuitätendarlehen, weil die Restschuld laufend kleiner wird.
Formel
Zₖ = i · Sₖ₋₁
Größen und Zeichen
Zₖ
Zinsanteil der k-ten Periode (€)
i
Periodenzinssatz
Sₖ₋₁
Restschuld zu Periodenbeginn (€)
Vorgehen bei der Matura
Lies die Restschuld vor der betreffenden Rate ab.
Multipliziere sie mit dem Periodenzinssatz i.
Ziehe den Zinsanteil von der Rate ab, um den Tilgungsanteil zu erhalten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Vor der dritten Rate beträgt die Restschuld 12.500 € und der Jahreszins 3 %. Dann ist Z₃ = 12.500 · 0,03 = 375 €.
Zinsen sind der absolute Geldbetrag, der für die Überlassung von Kapital innerhalb einer Periode anfällt. Der Zinssatz ist relativ, der Zinsbetrag besitzt dagegen die Einheit Euro.
Formel
Z = K · i
Größen und Zeichen
Z
Zinsbetrag einer Periode (€)
K
verzinstes Kapital zu Periodenbeginn (€)
i
Zinssatz der Periode
Vorgehen bei der Matura
Bestimme das Kapital, auf das in dieser Periode tatsächlich Zinsen berechnet werden.
Wandle p % in i = p/100 um und multipliziere K · i.
Unterscheide anschließend zwischen Zinsbetrag Z und neuem Kapital K + Z.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Für 3.200 € Kapital und 2,5 % Jahreszins gilt Z = 3.200 · 0,025 = 80 €. Nach einem Jahr stehen ohne weitere Zahlungen 3.280 € zur Verfügung.
Beim Zinseszins werden bereits gutgeschriebene Zinsen in späteren Perioden mitverzinst. Dadurch wächst das Kapital exponentiell mit dem konstanten Faktor q.
Formel
Kₙ = K₀ · (1 + i)ⁿ = K₀ · qⁿ
Größen und Zeichen
K₀
Kapital zum Zeitpunkt 0 (€)
Kₙ
Kapital nach n Zinsperioden (€)
i
Zinssatz pro Periode als Dezimalzahl
q
Aufzinsungsfaktor q = 1 + i
n
Anzahl gleich langer Zinsperioden
Vorgehen bei der Matura
Wandle den Prozentzinssatz in i um und bilde q = 1 + i.
Bestimme die Anzahl n der gleich langen Zinsperioden.
Berechne K₀ · qⁿ und ziehe für die gesamten Zinsen gegebenenfalls K₀ ab.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
1.000 € werden drei Jahre mit 4 % verzinst: K₃ = 1.000 · 1,04³ = 1.124,864 €, gerundet 1.124,86 €. Die Zinseszinsen sind im Faktor der zweiten und dritten Periode enthalten.
Der Zinssatz beschreibt die relative Verzinsung eines Kapitals pro festgelegter Periode. Er kann aus Anfangs- und Endkapital bestimmt und als Dezimalzahl oder Prozentwert angegeben werden.
Formel
i = ⁿ√(Kₙ/K₀) − 1; p = 100 · i
Größen und Zeichen
i
Zinssatz pro Periode als Dezimalzahl
p
Zinssatz in Prozent (%)
K₀
Anfangskapital (€)
Kₙ
Endkapital (€)
Vorgehen bei der Matura
Teile Endkapital durch Anfangskapital und erhalte den Gesamtfaktor.
Ziehe bei n Perioden die n-te Wurzel und anschließend 1 ab.
Multipliziere i mit 100 und nenne die zugehörige Zinsperiode.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Aus 5.000 € werden in 4 Jahren 5.627,54 €. i = ⁴√(5.627,54/5.000) − 1 ≈ 0,03, also beträgt der Jahreszinssatz rund 3 %.
Konfidenzintervalle und lineare Regression · Seite 18
Zufallsstreubereich
Bedeutung
Ein Zufallsstreubereich gibt bei bekannten Populationsparametern einen Bereich an, in dem eine zukünftige Zufallsgröße mit vorgegebener Wahrscheinlichkeit liegt. Für einen normalverteilten Einzelwert ist die Halbbreite z·σ, für den Mittelwert aus n normalverteilten Werten wegen des kleineren Standardfehlers z·σ/√n. Das ist die Blickrichtung vor der Beobachtung und damit nicht dasselbe wie ein Konfidenzintervall für unbekanntes μ.
noch zufälliger Einzelwert beziehungsweise Stichprobenmittelwert
μ, σ
bekannte Parameter der Population
n
Stichprobenumfang
1 − α
Abdeckungswahrscheinlichkeit
Vorgehen bei der Matura
Bestimme die Verteilung der betrachteten Zufallsgröße und ihren Standardfehler.
Wähle das z-Quantil zur vorgegebenen zweiseitigen Wahrscheinlichkeit.
Berechne μ minus beziehungsweise plus Quantil mal Standardfehler und deute den Bereich für zukünftige Stichprobenwerte.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Eine Population hat μ = 100 und σ = 12; betrachtet werden Mittelwerte aus n = 36 Beobachtungen. Für 95 % ist der Standardfehler 12/6 = 2 und die Halbbreite 1,96·2 = 3,92. Der Zufallsstreubereich ist [100 − 3,92; 100 + 3,92] = [96,08; 103,92]; etwa 95 % solcher Stichprobenmittelwerte liegen darin.
Eine Zufallsvariable ordnet jedem Ergebnis eines Zufallsvorgangs eine reelle Zahl zu. Dadurch können Ereignisse numerisch beschrieben und mit einer Wahrscheinlichkeitsverteilung untersucht werden. Die Zuordnung selbst ist eine Funktion; zufällig ist, welches Ergebnis und damit welcher Zahlenwert eintritt.
Formel
X: Ω → ℝ
Größen und Zeichen
Ω
Ergebnisraum des Zufallsvorgangs
X
numerische Zuordnung zu jedem Ergebnis
ℝ
Menge der reellen Zahlen
Vorgehen bei der Matura
Beschreibe den Zufallsvorgang und seinen Ergebnisraum Ω.
Lege fest, welche Zahl X jedem Ergebnis zuordnet.
Fasse Ergebnisse mit demselben X-Wert zusammen und bestimme deren Wahrscheinlichkeiten.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei zwei Münzwürfen sei X die Zahl der Köpfe. Die Ergebnisse ZZ, ZK, KZ, KK erhalten die Werte 0, 1, 1, 2. Daher gilt P(X = 0) = 1/4, P(X = 1) = 2/4 und P(X = 2) = 1/4; X ist eine diskrete Zufallsvariable.
Die Schreibweise σ-Umgebungen bezeichnet dieselben symmetrischen Bereiche um μ wie der ausgeschriebene Begriff Sigma-Umgebungen. Bei einer Normalverteilung charakterisieren sie den Anteil typischer Werte in einem, zwei oder drei Standardabweichungsabständen. Die Grenzen besitzen dieselbe Einheit wie die Zufallsvariable.
Multipliziere σ mit k und ziehe den Betrag von μ ab beziehungsweise addiere ihn.
Ordne der Umgebung bei Normalverteilung die passende Näherungswahrscheinlichkeit zu.
Durchgerechnetes Matura-Beispiel
Bei Testergebnissen mit μ = 100 Punkten und σ = 15 Punkten lautet die 1-σ-Umgebung [100 − 15; 100 + 15] = [85; 115]. Unter einem Normalmodell liegen ungefähr 68,27 % der Ergebnisse in diesem Bereich.