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Durchsuchbarer Prüfungstext

Kompensationsprüfung Mathematik – Mai/Juni 2018 · AHS · Kompi 6

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13 Seiten · 12 127 auslesbare Zeichen · zuletzt geprüft am 2026-08-11

Kompensationsprüfung zur
standardisierten kompetenzorientierten
schriftlichen Reifeprüfung
AHS
Juni 2018
Mathematik
Kompensationsprüfung 6
Angabe für Prüfer/innen
Exemplar für Prüfer/innen

Kompensationsprüfung 6 / Juni 2018 / MAT / Prüfer/in S. 2/13
Hinweise zur Kompensationsprüfung
Die vorliegenden Unterlagen zur Kompensationsprüfung umfassen fünf Aufgaben, die unabhängig
voneinander bearbeitbar sind.
Jede Aufgabe gliedert sich in zwei Aufgabenteile: Bei der „Aufgabenstellung“ muss die Kandida
tin / der Kandidat die jeweilige Grundkompetenz nachweisen und bei der Beantwortung der an
schließenden „Leitfrage“ ihre/seine Kommunikationsfähigkeit unter Beweis stellen.
Die Prüfer/innen finden im Anschluss an die Aufgabenstellungen auch die Lösungserwartungen
und die Lösungsschlüssel.
Die Vorbereitungszeit beträgt mindestens 30 Minuten, die Prüfungszeit maximal 25 Minuten.
Beurteilung
Jede Aufgabe wird mit null, einem oder zwei Punkten bewertet. Dabei ist für jede Aufgabenstellung
ein Grundkompetenzpunkt und für jede Leitfrage ein Leitfragenpunkt zu erreichen. Insgesamt kön
nen maximal zehn Punkte erreicht werden.
Für die Beurteilung der Prüfung ergibt sich folgendes Schema:
Note zumindest erreichte Punkte
„Genügend“
4 Grundkompetenzpunkte + 0 Leitfragenpunkte
3 Grundkompetenzpunkte + 1 Leitfragenpunkt
„Befriedigend“
5 Grundkompetenzpunkte + 0 Leitfragenpunkte
4 Grundkompetenzpunkte + 1 Leitfragenpunkt
3 Grundkompetenzpunkte + 2 Leitfragenpunkte
„Gut“
5 Grundkompetenzpunkte + 1 Leitfragenpunkt
4 Grundkompetenzpunkte + 2 Leitfragenpunkte
3 Grundkompetenzpunkte + 3 Leitfragenpunkte
„Sehr gut“
5 Grundkompetenzpunkte + 2 Leitfragenpunkte
4 Grundkompetenzpunkte + 3 Leitfragenpunkte
Über die Gesamtbeurteilung entscheidet die Prüfungskommission; jedenfalls werden sowohl die
von der Kandidatin / vom Kandidaten im Rahmen der Kompensationsprüfung erbrachte Leistung
als auch das Ergebnis der Klausurarbeit dafür herangezogen.

Kompensationsprüfung 6 / Juni 2018 / MAT / Prüfer/in S. 3/13
Bewertungsraster zur Kompensationsprüfung
Dieser Bewertungsraster liegt zur optionalen Verwendung vor und dient als Hilfestellung bei der
Beurteilung.
Grundkompetenzpunkt
erreicht
Leitfragenpunkt
erreicht
Aufgabe 1
Aufgabe 2
Aufgabe 3
Aufgabe 4
Aufgabe 5

Aufgabe 1: Drachensteigen

Im Original auf Seite 4 öffnen

Kompensationsprüfung 6 / Juni 2018 / MAT / Prüfer/in S. 4/13
Aufgabe 1
Drachensteigen
Ein Kind lässt einen Drachen steigen. Die Positionen von Kind ( K ) und Drachen ( D ) zu einem be
stimmten Zeitpunkt sind in der nachstehenden Abbildung modellhaft dargestellt.
l
D
F K
h
α
Der Standpunkt K des Kindes sowie der Punkt F liegen in einer waagrechten Ebene. Das Kind
hält den Drachen in einer Höhe h von 1,5 m über dem Boden, die Länge der gespannten Drachen
schnur beträgt l = 50 m.
Aufgabenstellung:
Geben Sie eine Formel zur Berechnung der Höhe FD des Drachens über der Ebene (in Metern) in
Abhängigkeit vom Winkel α an!
Leitfrage:
Geben Sie eine Gleichung an, mit der derjenige Winkel α , für den die waagrechte Entfernung KF
gleich der Höhe FD des Drachens ist, berechnet werden kann, und ermitteln Sie α !

Kompensationsprüfung 6 / Juni 2018 / MAT / Prüfer/in S. 5/13
Lösung zur Aufgabe 1
Drachensteigen
Lösungserwartung zur Aufgabenstellung:
FD = 50 ∙ sin( α ) + 1,5
Lösungsschlüssel:
Der Grundkompetenzpunkt ist genau dann zu geben, wenn eine korrekte Formel angegeben
wird. Äquivalente Formeln sind als richtig zu werten.
Lösungserwartung zur Leitfrage:
KF = FD ⇒ 50 ∙ cos( α ) = 50 ∙ sin( α ) + 1,5
α ≈ 43,78°
Lösungsschlüssel:
Der Leitfragenpunkt ist genau dann zu geben, wenn sowohl eine korrekte Gleichung zur Berech
nung von α als auch der Winkel α korrekt angegeben ist.
Toleranzintervall: [43°; 44°]

Aufgabe 2: Schneefall

Im Original auf Seite 6 öffnen

Kompensationsprüfung 6 / Juni 2018 / MAT / Prüfer/in S. 6/13
Aufgabe 2
Schneefall
Die Höhe einer Schneedecke während eines fünfstündigen Schneefalls kann mithilfe einer linearen
Funktion h modelliert werden. Dabei ist h ( t ) die Höhe der Schneedecke in cm und t die Zeit in
Stunden mit 0 ≤ t ≤ 5.
Aufgabenstellung:
Der nachstehend dargestellte Graph veranschaulicht die Höhe der Schneedecke während dieses
fünfstündigen Schneefalls. Die Koordinaten der eingezeichneten Punkte sind ganzzahlig.
h ( t ) in cm
t in Stunden
6 5 4 3 2 1 0 7
40
30
20
10
0
50
h
Beschreiben Sie die Abhängigkeit der Schneedeckenhöhe h von der Zeit t durch eine Funktions
gleichung und geben Sie die Bedeutung der in dieser Funktionsgleichung auftretenden Zahlen
werte an!
Leitfrage:
Geben Sie für eine Funktion h
1
alle Bedingungen an, die erfüllt sein müssen, damit durch h
1
eine
direkte Proportionalität zwischen der Schneedeckenhöhe h
1
( t ) (in cm) und der Zeit t (in Stunden)
beschrieben wird!
Geben Sie eine Funktionsgleichung derjenigen Funktion h
1
an, die eine derartige direkte Proporti
onalität beschreibt, wenn die Schneedecke nach einem fünfstündigen Schneefall 20 cm hoch ist!

Kompensationsprüfung 6 / Juni 2018 / MAT / Prüfer/in S. 7/13
Lösung zur Aufgabe 2
Schneefall
Lösungserwartung zur Aufgabenstellung:
h ( t ) = 30 + 2,5 · t
Zu Beginn der Beobachtung ( t = 0) beträgt die Höhe der Schneedecke 30 cm.
Pro Stunde nimmt die Höhe der Schneedecke um 2,5 cm zu.
Lösungsschlüssel:
Der Grundkompetenzpunkt ist genau dann zu geben, wenn eine korrekte Funktionsgleichung und
die Bedeutung der Zahlenwerte (sinngemäß) korrekt angegeben werden.
Lösungserwartung zur Leitfrage:
Zu Beginn der Beobachtungen (bei t = 0) muss die Schneehöhe null sein und der (absolute) Höhen
zuwachs pro Zeiteinheit muss konstant sein.
h
1
( t ) = 4 · t
Lösungsschlüssel:
Der Leitfragenpunkt ist genau dann zu geben, wenn sowohl beide in der Lösungserwartung
genannten Bedingungen (sinngemäß) korrekt angegeben werden als auch die Funktionsgleichung
korrekt angegeben wird.

Aufgabe 3: Polynomfunktion vierten Grades

Im Original auf Seite 8 öffnen

Kompensationsprüfung 6 / Juni 2018 / MAT / Prüfer/in S. 8/13
Aufgabe 3
Polynomfunktion vierten Grades
In der nachstehenden Abbildung ist der Graph einer Polynomfunktion f vierten Grades mit der
Funktionsgleichung f ( x ) = a ∙ x
4
+ b ∙ x
2
+ c mit a , b , c ∈ ℝ dargestellt. Die Koordinaten der
eingezeichneten Punkte sind ganzzahlig.
f ( x )
f
x
0 2 1 3 5 4 6 7 –2 –3 –1 –5 –6 –7 –4
2
1
–2
–3
–4
–5
–6
–1
–7
0
3
4
6
5
7
Aufgabenstellung:
Ermitteln Sie die Parameter a , b und c der Funktion f !
Geben Sie diejenigen Intervalle an, in denen f ′ ( x ) > 0 gilt, und erläutern Sie Ihre Vorgehensweise!
Leitfrage:
Geben Sie ein k ∈ ℝ mit k > 2 so an, dass die nachstehende Gleichung allgemeingültig ist, und
erläutern Sie Ihre Vorgehensweise!

0
–3
f ( x ) d x –

k
0
f ( x ) d x = f ′ (0)
Es gibt einen weiteren Wert h ∈ ℝ , 0 ≤ h ≤ 2, für den die Gleichung

0
–3
f ( x ) d x –

h
0
f ( x ) d x = f ′ (0)
erfüllt ist. Berechnen Sie diesen Wert!

Kompensationsprüfung 6 / Juni 2018 / MAT / Prüfer/in S. 9/13
Lösung zur Aufgabe 3
Polynomfunktion vierten Grades
Lösungserwartung zur Aufgabenstellung:
a ≈ 0,0295 b ≈ –1,1181 c = 4
Intervalle: (–4,35; 0) und (4,35; ∞)
Mögliche Vorgehensweise:
In einem Intervall ( x
1
; x
2
) gilt f ′ ( x ) > 0, wenn an jeder Stelle x ∈ ( x
1
; x
2
) die Tangente an den
Graphen der Funktion f steigend ist. Durch die Ermittlung der Extremstellen können die Grenzen
dieser Intervalle festgelegt werden.
Lösungsschlüssel:
Der Grundkompetenzpunkt ist genau dann zu geben, wenn sowohl die Parameter a , b und c als
auch beide Intervalle korrekt angegeben werden und eine korrekte Vorgehensweise erläutert wird.
Halboffene oder geschlossene Intervalle sowie andere korrekte Schreibweisen sind ebenfalls als
richtig zu werten.
Toleranzintervalle für die beiden unteren Intervallgrenzen: [–4,4; –4,3] bzw. [4,3; 4,4]
Lösungserwartung zur Leitfrage:
Für k = 3 ist die Gleichung allgemeingültig.
Mögliche Vorgehensweise:
Es gilt: f ′ (0) = 0, da x = 0 eine lokale Maximumstelle ist. Damit auch die Differenz der bestimm
ten Integrale null ergibt, müssen die beiden von null verschiedenen Integralgrenzen (unter der
Bedingung k > 2) symmetrisch zum Ursprung liegen (da die Funktion f eine gerade Funktion ist
bzw. der Funktionsgraph symmetrisch zur senkrechten Achse ist).
Auch für h ≈ 0,91 ist die Gleichung allgemeingültig.
Lösungsschlüssel:
Der Leitfragenpunkt ist genau dann zu geben, wenn sowohl k korrekt angegeben und eine kor
rekte Vorgehensweise erläutert als auch h richtig berechnet wird.

Aufgabe 4: Bevölkerungszahl

Im Original auf Seite 10 öffnen

Kompensationsprüfung 6 / Juni 2018 / MAT / Prüfer/in S. 10/13
Aufgabe 4
Bevölkerungszahl
Die Bevölkerungszahl eines bestimmten Landes im Jahr t wird im Folgenden mit B ( t ) bezeichnet.
Aufgabenstellung:
Interpretieren Sie die beiden nachstehenden Gleichungen im Hinblick auf die Bevölkerungszahl
dieses Landes!

B (2015)
B (1950)
= 2

B (2015) – B (2000)
B (2000)
= 0,1
Leitfrage:
Interpretieren Sie die Gleichung
B (2015) – B (2000)
15
= 100 000 im gegebenen Kontext!
Ermitteln Sie anhand der gegebenen Gleichungen die Bevölkerungszahl dieses Landes im
Jahr 2015 und erklären Sie Ihre Vorgehensweise!

Kompensationsprüfung 6 / Juni 2018 / MAT / Prüfer/in S. 11/13
Lösung zur Aufgabe 4
Bevölkerungszahl
Lösungserwartung zur Aufgabenstellung:
Mögliche Interpretationen:
• Die Bevölkerungszahl des Landes ist 2015 doppelt so hoch wie 1950.
• Die Bevölkerungszahl des Landes ist 2015 um 10 % höher als 2000.
Lösungsschlüssel:
Der Grundkompetenzpunkt ist genau dann zu geben, wenn beide Gleichungen (sinngemäß) kor
rekt interpretiert werden.
Lösungserwartung zur Leitfrage:
Die Bevölkerungszahl des Landes hat im Zeitraum von 2000 bis 2015 um durchschnittlich
100 000 Einwohner/innen pro Jahr zugenommen.
Die Bevölkerungszahl im Jahr 2015 beträgt 16,5 Millionen.
Mögliche Vorgehensweise:
In den 15 Jahren hat die Bevölkerungszahl somit um 1,5 Millionen zugenommen.
Da dies laut der Gleichung
B (2015) – B (2000)
B (2000)
= 0,1 einer 10%igen Zunahme entspricht, muss
B (2000) = 15 Millionen gelten.
B (2015) = B (2000) + 1,5 = 16,5
Lösungsschlüssel:
Der Leitfragenpunkt ist genau dann zu geben, wenn sowohl die Gleichung im Kontext korrekt
interpretiert als auch die Bevölkerungszahl im Jahr 2015 richtig ermittelt und eine korrekte Vor
gehensweise erklärt wird.

Aufgabe 5: Rabattwürfeln

Im Original auf Seite 12 öffnen

Kompensationsprüfung 6 / Juni 2018 / MAT / Prüfer/in S. 12/13
Aufgabe 5
Rabattwürfeln
Ein Geschäft veranstaltet ein Gewinnspiel. Ziel dieses Gewinnspiels ist es, mit einem „fairen“ Würfel
eine möglichst hohe Zahl zu würfeln. (Ein Würfel ist „fair“, wenn die Wahrscheinlichkeit, nach einem
Wurf nach oben zu zeigen, für alle sechs Seitenflächen gleich groß ist.)
Würfelt man eine Zahl von 1 bis 5, so entspricht diese gewürfelte Zahl dem Rabatt in Prozent.
Würfelt man beim ersten Mal einen Sechser, darf man ein zweites Mal würfeln, und die Summe
der beiden gewürfelten Zahlen ergibt den Rabatt in Prozent.
Aufgabenstellung:
Ermitteln Sie die Wahrscheinlichkeit P , dass ein Kunde 10 % Rabatt erhält!
Erläutern Sie Ihre Vorgehensweise!
Leitfrage:
Die Zufallsvariable X beschreibt den Rabatt in Prozent, den ein Kunde erhalten kann.
Geben Sie alle möglichen Werte samt den dazugehörigen Wahrscheinlichkeiten an, die die Zu
fallsvariable X annehmen kann!
Ermitteln Sie den Erwartungswert E ( X ) der Zufallsvariable X und deuten Sie den ermittelten Wert
im gegebenen Kontext!

Kompensationsprüfung 6 / Juni 2018 / MAT / Prüfer/in S. 13/13
Lösung zur Aufgabe 5
Rabattwürfeln
Lösungserwartung zur Aufgabenstellung:
Ein Kunde erhält 10 % Rabatt, wenn er beim ersten Wurf einen Sechser und beim zweiten Wurf
einen Vierer würfelt.
P =
1
6

1
6
=
1
36
≈ 0,0278 = 2,78 %
Lösungsschlüssel:
Der Grundkompetenzpunkt ist genau dann zu geben, wenn die Wahrscheinlichkeit richtig an
gegeben und eine korrekte Vorgehensweise erläutert wird.
Lösungserwartung zur Leitfrage:
Werte der Zufallsvariablen:
1, 2, 3, 4, 5 mit einer Wahrscheinlichkeit von jeweils
1
6
≈ 0,1667 = 16,67 %
7, 8, 9, 10, 11, 12 mit einer Wahrscheinlichkeit von jeweils
1
36
≈ 0,0278 = 2,78 %
E ( X ) = (1 + 2 + 3 + 4 + 5) ∙
1
6
+ (7 + 8 + 9 + 10 + 11 + 12) ∙
1
36
≈ 4,08
Im Durchschnitt ist ein Rabatt von 4 % zu erwarten.
Lösungsschlüssel:
Der Leitfragenpunkt ist genau dann zu geben, wenn die Werte, die die Zufallsvariable annehmen
kann, und die dazugehörigen Wahrscheinlichkeiten richtig angegeben werden. Weiters muss der
Erwartungswert richtig ermittelt und korrekt gedeutet werden.