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Kompensationsprüfung Mathematik – Mai/Juni 2017 · AHS · Kompi 5
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PDF-Seite 1
Im Original auf Seite 1 öffnenKompensationsprüfung zur
standardisierten kompetenzorientierten
schriftlichen Reifeprüfung
AHS
Mai 2017
Mathematik
Kompensationsprüfung 5
Angabe für Prüfer/innen
Exemplar für Prüfer/innen
PDF-Seite 2
Im Original auf Seite 2 öffnenKompensationsprüfung 5 / Mai 2017 / MAT / Prüfer/in S. 2/13
Hinweise zur Kompensationsprüfung
Die vorliegenden Unterlagen zur Kompensationsprüfung umfassen fünf Aufgaben, die unabhängig
voneinander bearbeitbar sind.
Jede Aufgabe gliedert sich in zwei Aufgabenteile: Bei der „Aufgabenstellung“ muss die Kandida
tin / der Kandidat die jeweilige Grundkompetenz nachweisen und bei der Beantwortung der an
schließenden „Leitfrage“ ihre/seine Kommunikationsfähigkeit unter Beweis stellen.
Die Prüfer/innen finden im Anschluss an die Aufgabenstellungen auch die Lösungserwartungen
und die Lösungsschlüssel.
Die Vorbereitungszeit beträgt mindestens 30 Minuten, die Prüfungszeit maximal 25 Minuten.
Beurteilung
Jede Aufgabe wird mit null, einem oder zwei Punkten bewertet. Dabei ist für jede Aufgabenstellung
ein Grundkompetenzpunkt und für jede Leitfrage ein Leitfragenpunkt zu erreichen. Insgesamt kön
nen maximal zehn Punkte erreicht werden.
Für die Beurteilung der Prüfung ergibt sich folgendes Schema:
Note zumindest erreichte Punkte
„Genügend“
4 Grundkompetenzpunkte + 0 Leitfragenpunkte
3 Grundkompetenzpunkte + 1 Leitfragenpunkt
„Befriedigend“
5 Grundkompetenzpunkte + 0 Leitfragenpunkte
4 Grundkompetenzpunkte + 1 Leitfragenpunkt
3 Grundkompetenzpunkte + 2 Leitfragenpunkte
„Gut“
5 Grundkompetenzpunkte + 1 Leitfragenpunkt
4 Grundkompetenzpunkte + 2 Leitfragenpunkte
3 Grundkompetenzpunkte + 3 Leitfragenpunkte
„Sehr gut“
5 Grundkompetenzpunkte + 2 Leitfragenpunkte
4 Grundkompetenzpunkte + 3 Leitfragenpunkte
Über die Gesamtbeurteilung entscheidet die Prüfungskommission; jedenfalls werden sowohl die
von der Kandidatin / vom Kandidaten im Rahmen der Kompensationsprüfung erbrachte Leistung
als auch das Ergebnis der Klausurarbeit dafür herangezogen.
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Im Original auf Seite 3 öffnenKompensationsprüfung 5 / Mai 2017 / MAT / Prüfer/in S. 3/13
Bewertungsraster zur Kompensationsprüfung
Dieser Bewertungsraster liegt zur optionalen Verwendung vor und dient als Hilfestellung bei der
Beurteilung.
Grundkompetenzpunkt
erreicht
Leitfragenpunkt
erreicht
Aufgabe 1
Aufgabe 2
Aufgabe 3
Aufgabe 4
Aufgabe 5
Aufgabe 1: Zahlenmengen
Im Original auf Seite 4 öffnenKompensationsprüfung 5 / Mai 2017 / MAT / Prüfer/in S. 4/13
Aufgabe 1
Zahlenmengen
Aufgabenstellung:
Geben Sie zu jeder der nachstehenden Aussagen an, ob sie wahr oder falsch ist, und begründen
Sie Ihre Antwort!
Aussage 1: √ 9 ∈ ℤ
Aussage 2: –5,3 liegt in ℚ , aber nicht in ℤ .
Aussage 3:
π
4
ist eine rationale Zahl.
Leitfrage:
Geben Sie einen Überblick über den Zusammenhang der Zahlenmengen ℕ , ℤ , ℚ , ℝ und ℂ und
erklären Sie die Eigenschaft derjenigen Zahlen, die zwar in ℝ , aber nicht in ℚ enthalten sind!
Geben Sie zu den folgenden Aussagen jeweils eine zutreffende Gleichung (in der Variablen x ) an!
a) Die Gleichung ist in ℤ , aber nicht in ℕ lösbar.
b) Die Gleichung ist in ℂ , aber nicht in ℝ lösbar.
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Im Original auf Seite 5 öffnenKompensationsprüfung 5 / Mai 2017 / MAT / Prüfer/in S. 5/13
Lösung zur Aufgabe 1
Zahlenmengen
Lösungserwartung zur Aufgabenstellung:
Die Aussagen 1 und 2 sind wahr, die Aussage 3 ist falsch.
Mögliche Begründungen:
Aussage 1: √ 9 = 3 und 3 ist eine ganze Zahl.
Aussage 2: –5,3 kann als Bruch zweier ganzer Zahlen dargestellt werden, ist somit ein Element
der Menge der rationalen Zahlen, ist aber keine ganze Zahl.
Aussage 3: Da π eine irrationale Zahl ist, kann
π
4
nicht als Bruch zweier ganzer Zahlen dargestellt
werden und ist somit nicht rational.
Lösungsschlüssel:
Der Grundkompetenzpunkt ist genau dann zu geben, wenn der Wahrheitswert der drei Aussagen
richtig angegeben und jeweils eine korrekte Begründung angeführt wird.
Lösungserwartung zur Leitfrage:
Es gilt folgender Zusammenhang: ℕ ⊂ ℤ ⊂ ℚ ⊂ ℝ ⊂ ℂ .
Die irrationalen Zahlen (in ℝ , aber nicht in ℚ enthalten) sind Dezimalzahlen, die nicht als Bruch
zweier ganzer Zahlen geschrieben werden können.
Mögliche Gleichungen:
a) x + 3 = 1
b) x
2
= –4
Lösungsschlüssel:
Der Leitfragenpunkt ist genau dann zu geben, wenn die Teilmengenbeziehungen formal oder
verbal korrekt angegeben werden, die Eigenschaft der irrationalen Zahlen richtig erklärt wird und
zu den Aussagen aus a und b jeweils eine passende Gleichung angegeben wird.
Aufgabe 2: Parallelogramm
Im Original auf Seite 6 öffnenKompensationsprüfung 5 / Mai 2017 / MAT / Prüfer/in S. 6/13
Aufgabe 2
Parallelogramm
Von einem Parallelogramm ABCD sind die Eckpunkte A = (–1|2) und B = (5|1) und der Schnitt
punkt der Diagonalen M = (3|3) gegeben.
Aufgabenstellung:
Bestimmen Sie die Koordinaten des Eckpunkts C rechnerisch!
Leitfrage:
Geben Sie die Koordinaten eines Punktes B 1 so an, dass die Punkte A und B 1 die Eckpunkte sind
und M der Mittelpunkt eines Quadrats ist! Erläutern Sie Ihre Vorgehensweise!
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Im Original auf Seite 7 öffnenKompensationsprüfung 5 / Mai 2017 / MAT / Prüfer/in S. 7/13
Lösung zur Aufgabe 2
Parallelogramm
Lösungserwartung zur Aufgabenstellung:
Möglicher Lösungsweg:
C = M + AM =
( )
3
3
+
( )
4
1
=
( )
7
4
Lösungsschlüssel:
Der Grundkompetenzpunkt ist genau dann zu geben, wenn der Punkt C richtig berechnet wird.
Lösungserwartung zur Leitfrage:
Die Diagonalen eines Quadrats sind gleich lang und stehen normal aufeinander, somit gilt:
MA =
( )
–4
–1
⇒ MB
1
=
( )
1
–4
bzw.
( )
–1
4
(je nach Umlaufsinn)
B
1
= M + MB
1
=
( )
4
–1
bzw.
( )
2
7
Lösungsschlüssel:
Der Leitfragenpunkt ist genau dann zu geben, wenn ein Eckpunkt B
1
richtig angegeben und eine
korrekte Vorgehensweise erläutert wird. (Auf den Umlaufsinn muss dabei nicht eingegangen wer
den.)
Aufgabe 3: Punkte einer Exponentialfunktion
Im Original auf Seite 8 öffnenKompensationsprüfung 5 / Mai 2017 / MAT / Prüfer/in S. 8/13
Aufgabe 3
Punkte einer Exponentialfunktion
Die in der nachstehenden Abbildung dargestellten Punkte A und B haben ganzzahlige Koordi
naten. Der Graph einer Exponentialfunktion f mit f ( x ) = a · b
x
mit a , b ∈ ℝ
+
verläuft durch die
Punkte A und B .
8 7 6 5 4 3 2 1 0 9
x
f ( x )
6
5
4
3
2
1
0
7
A
B
Aufgabenstellung:
Geben Sie an, ob die nachstehenden Aussagen über diese durch A und B verlaufende Exponen
tialfunktion f zutreffen, und begründen Sie jeweils Ihre Entscheidungen!
• f (0) ≤ 5
• b < 1
• Der Änderungsfaktor
f ( x + 1)
f ( x )
ist konstant.
Leitfrage:
Die gegebene Funktion f beschreibt einen Zerfallsprozess mit x in Stunden.
Ermitteln Sie die Funktionsgleichung und die Halbwertszeit der Funktion f !
Ergänzen Sie im nachstehenden Koordinatensystem einen Punkt A 1 so, dass A 1 und B auf dem
Graphen einer Exponentialfunktion liegen, deren Halbwertszeit zwei Stunden beträgt!
8 7 6 5 4 3 2 1 0 9
x
f ( x )
6
5
4
3
2
1
0
7
B
PDF-Seite 9
Im Original auf Seite 9 öffnenKompensationsprüfung 5 / Mai 2017 / MAT / Prüfer/in S. 9/13
Lösung zur Aufgabe 3
Punkte einer Exponentialfunktion
Lösungserwartung zur Aufgabenstellung:
• f (0) ≤ 5
Diese Aussage ist falsch, denn f (0) = 5 würde im Fall eines linearen Verlaufes des Graphen
gelten. Aufgrund der Linkskrümmung dieses Funktionsgraphen kann dieser daher nicht durch
den Punkt (0| y ) mit y ≤ 5 verlaufen.
• b < 1
Diese Aussage ist richtig, da die Funktion (streng) monoton fallend ist und damit der Wert von b
zwischen 0 und 1 liegt.
• Der Änderungsfaktor
f ( x + 1)
f ( x )
ist konstant.
Diese Aussage ist richtig, da bei Exponentialfunktionen die relative Änderung in gleichen
Intervallen konstant ist ( und daher gilt: f ( x + 1) = a · b
x
· b = f ( x ) · b ).
Lösungsschlüssel:
Der Grundkompetenzpunkt ist genau dann zu geben, wenn bei allen Aussagen angegeben wird,
ob diese zutreffen oder nicht, und jeweils eine (sinngemäß) korrekte Begründung angegeben wird.
Lösungserwartung zur Leitfrage:
f ( x ) =
16
3
· (
3
4
)
x
2
bzw. f ( x ) ≈ 5,3
·
· ℯ
–0,1438 ∙ x
Die Halbwertszeit beträgt ca. 4,82 Stunden.
Ein möglicher Punkt A 1 hat die Koordinaten (2|6).
Lösungsschlüssel:
Der Leitfragenpunkt ist genau dann zu geben, wenn sowohl die Gleichung als auch die Halb
wertszeit und ein möglicher Punkt A 1 korrekt angegeben werden.
Aufgabe 4: Stammfunktion
Im Original auf Seite 10 öffnenKompensationsprüfung 5 / Mai 2017 / MAT / Prüfer/in S. 10/13
Aufgabe 4
Stammfunktion
In der nachstehenden Abbildung ist der Graph einer Stammfunktion F einer Polynomfunktion f
dargestellt. Die Funktion F ist symmetrisch zur senkrechten Achse.
F ( x )
F
x
Aufgabenstellung:
Geben Sie den Wert des Integrals
∫
c
– c
f ( x ) d x mit c ∈ ℝ
+
an und erläutern Sie, welche Über
legungen zu diesem Wert führen!
Leitfrage:
Die Funktion F ist eine Polynomfunktion zweiten Grades mit der Funktions gleichung
F ( x ) = a · x
2
+ b mit a , b ∈ ℝ .
Erläutern Sie, wie sich eine Veränderung des Parameters b auf den Wert des bestimmten Integ
rals
∫
z
0
f ( x ) d x mit z > 0 auswirkt, und begründen Sie Ihre Entscheidung!
PDF-Seite 11
Im Original auf Seite 11 öffnenKompensationsprüfung 5 / Mai 2017 / MAT / Prüfer/in S. 11/13
Lösung zur Aufgabe 4
Stammfunktion
Lösungserwartung zur Aufgabenstellung:
Der Wert des Integrals beträgt null, weil die Stammfunktion symmetrisch zur senkrechten Achse
ist, daher gilt F ( c ) = F (– c ) und somit gilt
∫
c
– c
f ( x ) d x = F ( c ) – F (– c ) = 0.
Lösungsschlüssel:
Der Grundkompetenzpunkt ist genau dann zu geben, wenn der Wert des Integrals mit null ange
geben wird und (sinngemäß) korrekt erläutert wird.
Lösungserwartung zur Leitfrage:
Der Wert des Integrals ändert sich nicht, wenn b verändert wird, da eine additive Konstante in
einer Stammfunktion keine Auswirkung auf den Wert des bestimmten Integrals hat.
Lösungsschlüssel:
Der Leitfragenpunkt ist genau dann zu geben, wenn die Unabhängigkeit des bestimmten Integrals
vom Parameter b korrekt begründet wird.
Aufgabe 5: Erwartungswert
Im Original auf Seite 12 öffnenKompensationsprüfung 5 / Mai 2017 / MAT / Prüfer/in S. 12/13
Aufgabe 5
Erwartungswert
Die nachstehende Tabelle zeigt alle möglichen Auszahlungsbeträge und die entsprechenden
Gewinnwahrscheinlichkeiten bei einem Glücksspiel, wobei eine Gewinnwahrscheinlichkeit nicht
angegeben ist.
Auszahlungsbetrag in € 0 5 10 100
Gewinnwahrscheinlichkeit 0,68 0,2 0,1 p
Aufgabenstellung:
Geben Sie die Wahrscheinlichkeit p für den Gewinn von € 100 an und ermitteln Sie den Erwar
tungswert des Auszahlungsbetrags!
Leitfrage:
Um am Glücksspiel teilnehmen zu dürfen, ist ein Einsatz von € 5 zu leisten.
Geben Sie an, ob das Glücksspiel im Mittel den Anbieter oder die Spieler „bevorzugt“, und be
gründen Sie Ihre Entscheidung!
Ändern Sie einen Auszahlungsbetrag so ab, dass (unter Beibehaltung der Gewinnwahrscheinlich
keiten und des Einsatzes) das Glücksspiel weder den Anbieter noch die Spieler „bevorzugt“, und
erklären Sie Ihre Vorgehensweise!
PDF-Seite 13
Im Original auf Seite 13 öffnenKompensationsprüfung 5 / Mai 2017 / MAT / Prüfer/in S. 13/13
Lösung zur Aufgabe 5
Erwartungswert
Lösungserwartung zur Aufgabenstellung:
p = 0,02
Der Erwartungswert für den Auszahlungsbetrag beträgt € 4, weil
5 · 0,2 + 10 · 0,1 + 100 · 0,02 = 4 ergibt.
Lösungsschlüssel:
Der Grundkompetenzpunkt ist genau dann zu geben, wenn der richtige Wert für p angegeben
und der Erwartungswert für den Auszahlungsbetrag richtig ermittelt wird.
Lösungserwartung zur Leitfrage:
Das Spiel bevorzugt den Anbieter, da der Einsatz höher als der Erwartungswert für den Auszah
lungsbetrag ist.
Mögliche Änderung:
Wenn der höchste Auszahlungsbetrag von € 100 auf € 150 erhöht wird, beträgt der Erwartungs
wert für den Auszahlungsbetrag € 5 und entspricht somit der Höhe des Einsatzes.
Lösungsschlüssel:
Der Leitfragenpunkt ist genau dann zu geben, wenn die Bevorzugung des Anbieters erkannt und
korrekt begründet wird und wenn eine korrekte Änderung eines Auszahlungsbetrags angegeben
und eine korrekte Vorgehensweise erklärt wird.